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Superyacht-Tragödie in Italien: „Trockenes Ertrinken“ als Todesursache bestätigt

Superyacht-Tragödie in Italien: „Trockenes Ertrinken“ als Todesursache bestätigt
Diya Poddar
05. Sept. 2024, 20:17 PM
  • Sauerstoffmangel führte zu Todesfällen; toxikologische Berichte stehen noch aus.
  • Gegen drei Besatzungsmitglieder wird ermittelt, es wurde jedoch keine Anklage erhoben.
  • Gegen ihn und sein Unternehmen läuft eine Zivilklage in Höhe von 4 Milliarden Dollar.

Eine aktuelle Untersuchung der Superyacht-Katastrophe vor der Küste Italiens im vergangenen Monat ergab, dass vier der sieben Opfer durch „trockenes Ertrinken“ starben, ein seltenes Phänomen, bei dem sich kein Wasser in der Lunge befindet.

Die Opfer befanden sich an Bord der 56 Meter langen Luxusyacht Bayesian, die am 19. August 2024 in der Nähe von Porticello auf Sizilien sank, nachdem sie von einem plötzlichen Downburst getroffen wurde.

Diese neuen Erkenntnisse haben Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsbestimmungen im Seeverkehr und der Notfallvorsorge auf Luxusyachten ausgelöst.

Erste Autopsieergebnisse

Die forensischen Untersuchungen des amerikanischen Anwalts Chris Morvillo, seiner Frau Neda Morvillo und des britischen Ehepaars Jonathan und Anne Elizabeth Judith Bloomer wurden im Institut für Forensische Medizin des Poliklinikums Palermo durchgeführt.

Berichten zufolge stellten die Opfer in der Kabine eine Luftblase fest, die ihnen vorübergehend Linderung verschaffte.

Sie verbrauchten allen verfügbaren Sauerstoff, was zu einer Ansammlung von Kohlendioxid führte, das die Luft schließlich giftig machte. Dieser Sauerstoffmangel ohne Wassereinatmung führte zum „trockenen Ertrinken“.

Autopsie des britischen Tech-Tycoons Mike Lynch steht noch aus

Autopsien, die am Institut für Rechtsmedizin in Palermo durchgeführt wurden, bestätigten, dass der amerikanische Anwalt Chris Morvillo, seine Frau Neda und das britische Ehepaar Jonathan und Anne Elizabeth Judith Bloomer nicht durch Ertrinken im herkömmlichen Sinne, sondern an Sauerstoffmangel gestorben sind.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer vorübergehend in einer Luftblase in der Kabine der Jacht Zuflucht fanden, sich in der toxischen Umgebung jedoch aufgrund des Sauerstoffmangels und der Ansammlung von Kohlendioxid ein „trockenes Ertrinken“ ereignete.

Die Autopsien des britischen Technologiemagnaten Mike Lynch und seiner 18-jährigen Tochter sind für Freitag angesetzt. Die Obduktion des Schiffskochs Recaldo Thomas ist noch nicht abgeschlossen, da es Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme mit seiner Familie in Antigua gibt.

Toxikologische Berichte zu allen Opfern werden in Kürze erwartet; bei den Besatzungsmitgliedern der Jacht wurden jedoch keine Alkohol- oder Drogentests durchgeführt.

Gegen den Kapitän der Jacht, James Cutfield, den Maschinenbauingenieur Tim Parker Eaton und den Matrosen Matthew Griffith laufen strafrechtliche Ermittlungen. Gegen sie alle wird wegen „mehrfachen Totschlags“ und Verursachung eines Schiffbruchs ermittelt.

Die Behörden betonten, dass die laufenden Ermittlungen nicht mit einer Anklage gleichzusetzen seien. Den drei Männern wurde nach der Katastrophe gestattet, Italien zu verlassen.

Aufgrund seiner potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt hat das Wrack der Bayesian weiterhin höchste Priorität bei den Bergungsbemühungen.

Die Jacht hatte 18.000 Liter Treibstoff an Bord, was eine erhebliche Gefahr für die Gewässer vor Palermo darstellte.

Angebote für die Bergungsaktion, die von einem Unternehmen im Besitz von Lynchs Frau Angela Bacares finanziert wird, wurden eingereicht.

Die Bergung ist auch für die laufenden Ermittlungen von entscheidender Bedeutung, da die Behörden versuchen herauszufinden, wie die Yacht innerhalb von nur 16 Minuten nach Unwettereinsätzen sank.

Wie geht es mit der Untersuchung weiter?

Die Tragödie hat Diskussionen über die Sicherheit auf See ausgelöst, insbesondere da keines der Opfer körperliche Verletzungen wie etwa Knochenbrüche erlitten hat, was auf mögliche Mängel in den Notfallprotokollen hinweist.

Das Desaster fällt zudem mit Lynchs laufenden Rechtsstreitigkeiten zusammen, zu denen auch eine Zivilklage in Höhe von 4 Milliarden Dollar gehört, die Hewlett-Packard in Großbritannien anstrengt.

Die Behörden konzentrieren sich sowohl auf die technischen Aspekte des Untergangs der Yacht als auch auf die Handlungen – oder Unterlassungen – der Besatzungsmitglieder. Erste Autopsien deuten auf einen schnellen und unerwarteten Tod durch „trockenes Ertrinken“ hin, was Fragen zur Notfallvorsorge auf Luxusyachten aufwirft.

Während auf die toxikologischen Ergebnisse gewartet wird, werden das Gerichtsverfahren und die Bergungsarbeiten eine entscheidende Rolle bei der Rekonstruktion der Geschehnisse in diesen entscheidenden 16 Minuten spielen.