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Russland revidiert Prognose für Öl- und Gasexporteinnahmen 2024 um 17,4 Milliarden Dollar angesichts besserer Preisaussichten

Russland revidiert Prognose für Öl- und Gasexporteinnahmen 2024 um 17,4 Milliarden Dollar angesichts besserer Preisaussichten
Vatsala Gaur
06. Sept. 2024, 21:48 PM
  • Das Wirtschaftsministerium erhöhte die Schätzung für den durchschnittlichen Preis für russisches Exportöl auf 70 Dollar pro Barrel.
  • Die Ölexportpreise dürften über die westlichen Preisobergrenzen hinaus steigen.
  • Russland richtet angesichts der anhaltenden Sanktionen seinen Fokus auf China und Indien.

Das russische Wirtschaftsministerium hat seine Prognosen für die Exportverkäufe von Öl und Gas, den wichtigsten Einnahmequellen des russischen Staats, für 2024 gegenüber der vorherigen Schätzung um 17,4 Milliarden Dollar auf 239,7 Milliarden Dollar nach oben korrigiert. Grund dafür seien positivere Preisaussichten, berichtete Reuters auf Grundlage eines dem Ministerium vorliegenden Dokuments.

Die verbesserten Erwartungen für Russlands Öl- und Gasgeschäft unterstreichen, wie sehr sich der Westen bemüht, der russischen Wirtschaft durch beispiellose Sanktionen, darunter Ölpreisobergrenzen und Importbeschränkungen, aufgrund des Krieges Moskaus mit der Ukraine dauerhaften Schaden zuzufügen.

Dem Dokument zufolge dürften die russischen Rohölexporte von 238,3 Millionen Tonnen im Jahr 2023 auf 239,9 Millionen Tonnen im Jahr 2024 steigen.

Das Ministerium erhöhte außerdem seine Schätzung für den durchschnittlichen Preis für russisches Exportöl auf 70 Dollar pro Barrel. Damit wird der Preis gegenüber dem Vorjahr von 64,5 Dollar im Jahr 2023 steigen und die von den westlichen Ländern festgelegte Preisobergrenze von 60 Dollar pro Barrel überschreiten.

Bei einer Rede auf einem Wirtschaftsforum im Fernen Osten Russlands betonte Präsident Wladimir Putin: „Ohne Russlands Öl und Gas würde die Weltwirtschaft scheitern.“

Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Russland seinen Schwerpunkt im Energiehandel immer stärker nach China und Indien verlagert und seine Abhängigkeit von den europäischen Märkten verringert.

Umsatzplus trotz Sanktionen

Die Fähigkeit Russlands, seine Energiehandelsstrategie anzupassen, hat zu deutlichen Einnahmesteigerungen geführt.

Die revidierte Exportprognose von fast 240 Milliarden Dollar für 2024 bedeutet eine Steigerung von 13 Milliarden Dollar gegenüber 2023.

Darüber hinaus wurde die Prognose für 2025 auf 236,5 Milliarden US-Dollar angehoben, was die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Russlands weiter stärkt.

Trotz der höheren Einnahmen senkte das Ministerium jedoch seine Erwartungen hinsichtlich der Ölproduktion.

Die russische Ölproduktion dürfte in diesem Jahr voraussichtlich auf 521,3 Millionen Tonnen zurückgehen (im Vergleich zu 529,6 Millionen Tonnen im Jahr 2023). Für 2025 wird mit weiteren Rückgängen gerechnet.

Russlands Rolle auf den globalen Energiemärkten

Während Russland weiterhin an den von der OPEC angeführten Bemühungen zur Stabilisierung des Ölmarktes teilnimmt, bleiben die Energieexporte des Landes für die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung.

„Russland kann Kiew nicht zwingen, das Gastransitabkommen einzuhalten“, sagte Putin und bezog sich dabei auf das auslaufende Abkommen mit der Ukraine, das Gaslieferungen in die Europäische Union ermöglicht.

Trotz der Produktionsrückgänge wird Russlands Einfluss auf den globalen Energiemärkten voraussichtlich bestehen bleiben, wobei die Gasproduktion bis 2030 jährlich steigen dürfte.