FCA erhebt erste Strafanzeige wegen Betrieb eines illegalen Krypto-ATM-Netzwerks
- Dies ist das erste Strafverfahren der FCA, in das Geldautomaten mit Kryptowährungen verwickelt sind.
- Die FCA hat im Jahr 2023 in ganz Großbritannien 26 illegale Krypto-Geldautomaten geschlossen.
- Krypto-Geldautomaten werden auch von Betrügern genutzt, um ahnungslosen Benutzern Geld zu stehlen.
In einem bahnbrechenden Schritt hat die britische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority, FCA) einen Mann angeklagt, der ohne ordnungsgemäße Registrierung ein Netzwerk aus Geldautomaten für Kryptowährungen illegal betrieben hat.
Dabei handelt es sich um die erste strafrechtliche Verfolgung durch die Regulierungsbehörde wegen Aktivitäten im Zusammenhang mit physischen Kryptomaschinen und signalisiert eine härtere Haltung gegenüber unregulierten Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten.
Dem 45-jährigen Olumide Osunkoya, einem Einwohner Londons, wird vorgeworfen, mehrere nicht registrierte Krypto-Geldautomaten betrieben zu haben, an denen zwischen Dezember 2021 und September 2023 Transaktionen im Wert von 2,6 Millionen Pfund abgewickelt wurden.
Krypto-Geldautomaten ermöglichen den Benutzern den Umtausch von herkömmlichem Geld in Kryptowährungen. Sie funktionieren ähnlich wie herkömmliche Bankgeldautomaten.
Laut FCA sind in Großbritannien allerdings keine Betreiber von Krypto-Geldautomaten legal registriert.
Illegale Krypto-Geldautomaten und Bedenken hinsichtlich der Geldwäsche
Krypto-Geldautomaten bereiten den Regulierungsbehörden zunehmend Sorge. Die FCA betont, dass sie möglicherweise mit illegalen Finanzaktivitäten wie Geldwäsche in Verbindung stehen.
Die Agentur betonte, dass nicht registrierte Krypto-Geldautomaten unbeabsichtigt zu globalen Geldwäschesystemen beitragen können, indem sie anonyme Transaktionen mit nicht nachvollziehbaren Geldern ermöglichen.
Therese Chambers, stellvertretende Geschäftsführerin für Durchsetzung und Marktaufsicht bei der FCA, erklärte:
Die gegen Osunkoya erhobenen Anklagen umfassen zahlreiche Verstöße gegen die Geldwäschevorschriften von 2017, das Gesetz gegen Geldfälschung und Fälschung von 1981 und das Gesetz über Erträge aus Straftaten von 2002.
Diese Anklagen umfassen den Betrieb von Krypto-Geldautomaten ohne FCA-Registrierung, die Erstellung gefälschter Dokumente und den Besitz krimineller Vermögenswerte.
Osunkoya soll am 30. September 2024 vor dem Westminster Magistrates‘ Court erscheinen.
FCA geht gegen illegale Krypto-Geldautomaten vor
Dieses Strafverfahren erfolgte unmittelbar im Anschluss an eine von der FCA geführte Operation zur Unterbindung des illegalen Betriebs von Krypto-Geldautomaten in ganz Großbritannien.
In Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden inspizierte die FCA im Jahr 2023 34 Standorte, an denen der Verdacht auf illegale Kryptomaschinen bestand, und schloss 26 davon erfolgreich.
Trotz dieser Bemühungen steigt die weltweite Beliebtheit von Krypto-Geldautomaten weiter an, insbesondere in Ländern wie den Vereinigten Staaten, wo bereits über 31.000 solcher Geräte installiert sind.
Während die FCA behauptet, dass unregulierte Krypto-Geldautomaten die Geldwäsche von Schwarzgeld erleichtern können, haben andere Industrieländer Regelungen eingeführt, um zu verhindern, dass diese Automaten für illegale Aktivitäten missbraucht werden.
Krypto-Geldautomaten bleiben jedoch ein Hauptziel für Betrug und Schwindel.
Das wachsende Risiko von Krypto-ATM-Betrug
Krypto-Geldautomaten werden auch von Betrügern genutzt, um ahnungslosen Benutzern Geld zu stehlen.
Laut der Federal Trade Commission (FTC) in den USA kommen Betrugsfälle im Zusammenhang mit Krypto-Geldautomaten immer häufiger vor.
Allein im Jahr 2023 verloren Opfer durch über diese Maschinen ausgeführte Betrugsversuche schätzungsweise 110 Millionen US-Dollar.
Allein im ersten Halbjahr 2024 beliefen sich die Verluste durch Betrug an Bitcoin-Geldautomaten oder BTMs auf über 65 Millionen US-Dollar, und dies dürfte laut FTC nur einen Bruchteil des tatsächlichen Schadens widerspiegeln, da die überwiegende Mehrheit der Betrugsfälle nicht gemeldet wird.
Quelle: Federal Trade Commission
Emma Fletcher, eine leitende Datenforscherin bei der FTC, erklärte, dass Betrüger verstärkt Krypto-Geldautomaten als Methode zum Betrügen von Menschen einsetzen.
„Betrüger nutzen diese Automaten häufiger als je zuvor, um den Leuten Geld abzunehmen“, sagte sie gegenüber NBC News.
Dieser wachsende Trend zum Betrug unterstreicht die Notwendigkeit einer strengen Regulierung von Krypto-Geldautomaten, um die Benutzer zu schützen und sicherzustellen, dass solche Automaten nicht für kriminelle Zwecke missbraucht werden.
Auswirkungen auf die Zukunft der Krypto-ATM-Regulierung
Der Ausgang des Verfahrens der FCA gegen Osunkoya könnte weitreichende Auswirkungen auf die Regulierung von Kryptowährungsdiensten im Vereinigten Königreich haben.
Sollte er für schuldig befunden werden, könnte der Fall als Warnung für andere dienen, die ohne entsprechende Ermächtigung im Bereich der digitalen Währungen tätig sind.
Die aggressive Haltung der FCA gegenüber nicht registrierten Krypto-Geldautomaten signalisiert, dass die Regulierungsbehörde entschlossen ist, gegen illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit digitalen Vermögenswerten vorzugehen.
Da die Zahl der Krypto-Geldautomaten weltweit weiter steigt, könnten die Maßnahmen der FCA einen Präzedenzfall für eine strengere Durchsetzung und Regulierung im Vereinigten Königreich und anderswo schaffen.
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