Bericht: Samsung Electronics will in ausgewählten Geschäftsbereichen bis zu 30 Prozent der Belegschaft im Ausland abbauen
- Die Kürzungen werden Regionen wie Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika betreffen.
- Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer Abschwächung der weltweiten Nachfrage und zunehmender Konkurrenz für Samsung.
- In Südkorea ist das Unternehmen vorsichtig, da die Entlassungen dort zu einem politisch heiklen Thema werden könnten.
Samsung Electronics, der weltweit führende Hersteller von Smartphones, Fernsehgeräten und Speicherchips, wird in einigen Geschäftsbereichen seine Belegschaft im Ausland um bis zu 30 Prozent reduzieren, heißt es in einem von Reuters zitierten Bericht aus mehreren Quellen.
Der südkoreanische Technologieriese hat seine Entscheidung vor dem Hintergrund getroffen, dass er sich in einem schwierigen Geschäftsumfeld bewegt und seine Effizienz verbessern möchte.
Aus mit der Angelegenheit vertrauten Quellen hieß es gegenüber Reuters, der Personalabbau werde vor allem Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Verwaltung betreffen.
Das Unternehmen hat zwar noch keine genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter oder konkrete Regionen bekannt gegeben, es wird jedoch erwartet, dass die Kürzungen mehrere Märkte treffen werden, darunter Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika.
Eine Quelle bestätigte, dass die Kürzungen bis Ende 2024 umgesetzt würden, Samsung hat sich jedoch zum genauen Umfang der Entlassungen nicht geäußert.
Das Unternehmen erklärte, dass es sich dabei um Routineanpassungen handele und diese darauf abzielten, die Betriebseffizienz zu steigern, ohne das Produktionspersonal zu beeinträchtigen.
Weltweiter Personalabbau wirkt sich auf den Umsatz aus
Der Stellenabbau wird sich insbesondere auf die Vertriebs- und Marketingaktivitäten von Samsung auswirken.
Das Unternehmen hat seine Tochtergesellschaften angewiesen, die Zahl ihrer Mitarbeiter in diesen Abteilungen um etwa 15 Prozent zu reduzieren. In der Verwaltung soll es zu einer Reduzierung von bis zu 30 Prozent kommen.
Ende 2023 beschäftigte Samsung weltweit über 267.800 Mitarbeiter, mehr als die Hälfte davon im Ausland.
Rund 25.100 Beschäftigte arbeiten im Vertrieb und Marketing, 27.800 sind in sonstigen Bereichen wie der Verwaltung tätig.
Der „globale Auftrag“ zur Entlassung wurde den Auslandsabteilungen von Samsung vor etwa drei Wochen mitgeteilt.
In einigen Ländern wurde bereits mit der Umsetzung der Kürzungen begonnen. Quellen zufolge bietet etwa die indische Niederlassung von Samsung Mitarbeitern auf mittlerer Ebene Abfindungspakete an.
Insgesamt könnten in Indien, wo Samsung rund 25.000 Menschen beschäftigt, bis zu 1.000 Arbeitsplätze betroffen sein.
Berichten zufolge sind ähnliche Maßnahmen auch in China im Gange. Es wird erwartet, dass bis zu 30 Prozent der Beschäftigten im Samsung-Vertrieb davon betroffen sein werden.
Samsung steht vor harter Konkurrenz
Die Entscheidung zum Stellenabbau fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Samsung in seinen Kerngeschäftsbereichen vor wachsenden Herausforderungen steht.
Die Halbleitersparte, die traditionell die profitabelste des Unternehmens war, erholte sich nur langsam von einem erheblichen Branchenabschwung, der dazu führte, dass die Gewinne im Jahr 2023 auf ein 15-Jahrestief fielen.
Obwohl Samsung im Mai 2024 den Leiter seiner Halbleitersparte ausgetauscht hat, um die „Chipkrise“ zu bewältigen, hinkt das Unternehmen bei der Produktion von High-End-Speicherchips immer noch hinter Konkurrenten wie SK Hynix her.
Zusätzlich zu seinen Schwierigkeiten auf dem Chipmarkt hat Samsung mit zunehmender Konkurrenz im Premium-Smartphone-Segment zu kämpfen, wo es mit starken Konkurrenten wie Apple und dem chinesischen Unternehmen Huawei konfrontiert ist.
In Indien, wo Samsung einen Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Dollar erwirtschaftet, kam es aufgrund eines Streiks wegen Lohnstreitigkeiten zu Produktionsunterbrechungen.
Einer mit der Situation vertrauten Quelle zufolge handelt es sich bei dem Stellenabbau teilweise um eine vorbeugende Maßnahme angesichts einer erwarteten weltweiten Abschwächung der Nachfrage nach Technologieprodukten.
Ein anderer merkte an, dass die Kürzungen Teil einer breit angelegten Kosteneinsparungsinitiative seien, die Samsungs Gewinn sichern solle.
Mögliche Unruhen im Inland aufgrund von Einsparungen im Ausland
Während die Einsparungen im Ausland voranschreiten, bleibt es ungewiss, ob Samsung in Südkorea, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat, ähnliche Maßnahmen ergreifen wird.
Einer Quelle zufolge wäre die Entlassung von Mitarbeitern in Südkorea aufgrund der sensiblen Beschäftigungsfragen politisch schwierig.
Samsung Electronics ist als Teil des größeren Samsung-Konzerns der größte private Arbeitgeber des Landes und jeder Arbeitsplatzabbau könnte zu Unruhen sowohl in der Belegschaft als auch in der Politik führen.
Tatsächlich kam es in Südkorea vor Kurzem zu einem Streik der Mitarbeiter von Samsung, bei dem diese höhere Löhne und bessere Sozialleistungen forderten.
Weitere Entlassungen könnten die Spannungen auf den Arbeitsmärkten verschärfen, insbesondere wenn sie die inländische Belegschaft betreffen.
Auswirkungen auf den Markt und Bedenken der Anleger
Die Ankündigung der geplanten Entlassungen bei Samsung erfolgte vor dem Hintergrund eines allgemeinen Rückgangs der Aktienperformance des Unternehmens.
Die Aktien von Samsung Electronics notieren auf ihrem niedrigsten Stand seit 16 Monaten, was Analysten auf die schwache Nachfrage nach Smartphones und PCs zurückführen.
Einige Finanzexperten haben ihre Gewinnprognosen für das Unternehmen gesenkt, was das Vertrauen der Anleger weiter beeinträchtigt.
Während sich Samsung auf eine Zeit des Sparens vorbereitet, wird die Fähigkeit des Unternehmens, diesen wirtschaftlichen Druck und den Wettbewerbsdruck zu meistern, für die künftige Entwicklung des Unternehmens von entscheidender Bedeutung sein.
Mit Stellenabbau und Kosteneinsparungsmaßnahmen möchte Samsung seine weltweite Führungsposition behaupten und gleichzeitig auf ein sich rasch veränderndes Marktumfeld reagieren.
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