Rightmove lehnt Übernahmeangebot der REA Group im Wert von 7,3 Milliarden Dollar inmitten des Booms auf dem britischen Immobilienmarkt ab

Rightmove lehnt Übernahmeangebot der REA Group im Wert von 7,3 Milliarden Dollar inmitten des Booms auf dem britischen Immobilienmarkt ab
Diya Poddar
11. Sept. 2024, 13:17 PM
  • REA könnte sich direkt an die Aktionäre von Rightmove wenden oder das Angebot überarbeiten.
  • Die REA-Aktien fielen nach der Ablehnung des Angebots um 1,25 %.
  • REA strebt möglicherweise eine Zweitnotierung in London an, um seine Investorenbasis zu erweitern.

Das Übernahmeangebot der REA Group in Höhe von 5,6 Milliarden Pfund (7,32 Milliarden Dollar) für Rightmove, Großbritanniens größtes Immobilienportal, wurde abgelehnt.

Das australische Immobilienunternehmen, das zu 62 Prozent Rupert Murdochs News Corp gehört, hatte einen Bar- und Aktiendeal vorgeschlagen, bei dem die Aktionäre von Rightmove einen Aufschlag von 27 Prozent auf ihre Aktien erhalten hätten.

Mit diesem Schritt wollte REA seine Präsenz auf lukrativen internationalen Märkten ausbauen. Trotz der Ablehnung könnte REA erwägen, sich direkt an die Aktionäre zu wenden oder sein Angebot zu vergünstigen, um den Deal wiederzubeleben.

Rightmoves Ablehnung des 5,6 Milliarden Pfund schweren Angebots der REA Group

Rightmove, Großbritanniens führende Immobilienplattform, hat ein Übernahmeangebot der australischen REA Group in Höhe von 5,6 Milliarden Pfund (7,32 Milliarden Dollar) in bar und mit Aktien abgelehnt.

Das Angebot, das 305 Pence in bar und 0,0381 neue REA-Aktien pro Rightmove-Aktie umfasste, stellte einen Aufschlag von 27 % auf den Schlusskurs von Rightmove von 556 Pence am 30. August 2024 dar.

Der Deal war nicht bindend und unterlag einer sorgfältigen Prüfung. Rightmove hat weder einen Grund für seine Ablehnung des Angebots genannt, noch hat das Unternehmen auf Anfragen nach Kommentaren reagiert, die außerhalb der regulären britischen Geschäftszeiten gesendet wurden.

Was bedeutet die Ablehnung für die Wachstumsstrategie der REA-Gruppe?

Die Ablehnung ist ein Rückschlag für die REA Group, die durch die Übernahme von Rightmove ihr Wachstum auf den internationalen Märkten beschleunigen wollte.

Laut Analysten von Jefferies ist der britische Immobilienmarkt dreimal so groß wie der australische, was die potenzielle Übernahme für REA äußerst attraktiv macht.

Das Unternehmen gab an, dass die Aktionäre von Rightmove bei einem erfolgreichen Deal rund 18,6 Prozent des fusionierten Unternehmens besessen hätten. Der Baranteil des Angebots sollte durch Kredite und vorhandene Barreserven finanziert werden.

Analysten gehen davon aus, dass REA etwa 30 Millionen neue Aktien ausgeben müsste, wodurch sich der Anteil von News Corp. an REA möglicherweise auf rund 50 Prozent verringern würde.

Könnte die REA Group direkt an die Aktionäre von Rightmove gehen?

Da der Vorstand von Rightmove das ursprüngliche Angebot abgelehnt hat, könnte die REA Group in Erwägung ziehen, den Vorstand zu umgehen und den Vorschlag direkt den Aktionären von Rightmove vorzulegen.

Dieser Schritt könnte den Vorstand dazu veranlassen, das Angebot zu überdenken, insbesondere wenn die Aktionäre den vorgeschlagenen Aufschlag von 27 Prozent attraktiv finden.

Entcho Raykovski, Analyst bei E&P, meint, dass REA sein Angebot auch durch eine Erhöhung des Baranteils verbessern könnte. Dies würde allerdings eine Kapitalerhöhung erfordern, die zu einer Verwässerung der Anteile der bestehenden Aktionäre führen könnte.

Auswirkungen auf REA-Aktien nach der Ablehnung von Rightmove

Nach der Bekanntgabe des abgelehnten Angebots fielen die REA-Aktien im frühen Handel am Mittwoch um 1,25 Prozent.

Dieser Rückgang spiegelt die Bedenken der Anleger hinsichtlich der möglichen Strategien des Unternehmens zur Wiederbelebung des Deals wider, zu denen unter anderem die Ausgabe weiterer Aktien oder die Beschaffung zusätzlichen Kapitals gehören könnte.

Eine mögliche Zweitnotierung in London, die REA in Erwägung zieht, um eine breitere Investorenbasis anzuziehen, könnte auch Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung und die Aktionärsstruktur haben.

Die REA Group könnte sich dazu entschließen, ihr Angebot durch eine Erhöhung des Baranteils zu überarbeiten, da einige Analysten die Übernahme für lohnenswert halten.

Bei jedem erhöhten Gebot müsste die finanzielle Disziplin gewahrt werden, um die Finanzkennzahlen von REA nicht zu gefährden. Raykovski sagte:

Ein überarbeitetes Angebot könnte das Interesse der Rightmove-Aktionäre erneut wecken oder zu weiteren Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen führen.

Rightmove hat das 5,6 Milliarden Pfund schwere Angebot der REA Group zwar abgelehnt, doch das australische Unternehmen hat noch immer Optionen. Dazu gehört, sich direkt an die Aktionäre zu wenden oder die Bedingungen des Angebots zu ändern.

Während REA seine nächsten Schritte erwägt, könnte eine mögliche Zweitnotierung in London dem Unternehmen durch die Erweiterung seiner Investorenbasis zusätzliche Vorteile verschaffen.

Bei jeder Erhöhung des Angebots müssten die finanziellen Auswirkungen sorgfältig abgewogen werden, um sowohl für die Aktionäre von REA als auch von Rightmove attraktiv zu bleiben.