Goldman Sachs: Gold steht nach kleinem Rückschlag vor Rekordrallye, falls Fed sich für Zinssenkung um 25 Basispunkte entscheidet

Goldman Sachs: Gold steht nach kleinem Rückschlag vor Rekordrallye, falls Fed sich für Zinssenkung um 25 Basispunkte entscheidet
Vatsala Gaur
17. Sept. 2024, 11:03 AM
  • Goldman Sachs prognostiziert, dass der Goldpreis aufgrund der ETF-Zuflüsse Anfang 2024 die Marke von 2.700 Dollar pro Unze erreichen wird.
  • Trotz einer jüngsten Erholung liegen goldgedeckte ETFs immer noch 25 % unter ihrem Höchststand im Jahr 2020.
  • Neben Gold befindet sich auch Silber in einem stetigen Aufwärtstrend.

Sollte sich die US-Notenbank diese Woche für eine moderate Zinssenkung um 25 Basispunkte entscheiden, dürfte der Goldpreis kurzfristig sinken. Die Analysten von Goldman Sachs erwarten jedoch, dass das Metall bald darauf eine kräftige Erholung hinlegen wird.

Einer Mitteilung der Goldman-Analysten Lina Thomas und Daan Struyven zufolge wird die Rallye durch erneute Zuflüsse in durch Gold gedeckte börsengehandelte Fonds (ETFs) vorangetrieben.

Der Goldpreis blieb am Dienstag stabil und bewegte sich in der Nähe seines in der vorangegangenen Handelssitzung erreichten Rekordhochs, da die Märkte den Beginn eines Lockerungszyklus in den USA erwarten und davon ausgehen, dass dieser mit einer übermäßigen Zinssenkung beginnen könnte.

Der Spotpreis für Gold blieb um 00:20 Uhr GMT unverändert bei 2.582,84 USD pro Unze. Goldbarren stiegen am Montag auf ein Rekordhoch von 2.589,59 USD. Die US-Gold-Futures blieben ebenfalls stabil bei 2.609,90 USD.

Die Bank bekräftigte ihre Prognose, dass der Goldpreis bis Anfang 2024 auf 2.700 Dollar pro Unze steigen und damit einen neuen Rekordwert erreichen werde.

Goldrallye durch ETF-Zuflüsse unterstützt

Gold war im Jahr 2023 einer der Rohstoffe mit der besten Performance. Es stieg in diesem Jahr um etwa 25 % und stellte immer wieder neue Rekorde auf.

Der Aufwärtstrend des Metalls wurde durch die erhöhten Goldkäufe der Notenbanken und die Erwartung der Händler, dass die US-Notenbank eine lockerere Geldpolitik verfolgen wird, befeuert.

Allerdings gehen die Meinungen der Anleger weiterhin auseinander, ob die Fed den Leitzins um einen halben Prozentpunkt oder die von Goldman Sachs erwartete moderatere Senkung um 25 Basispunkte vornehmen wird.

Quelle: Bloomberg

„Die Zinssenkungen der Fed dürften dazu führen, dass westliches Kapital wieder in Gold-ETFs strömt. Diese Komponente fehlte bei der starken Goldrallye der letzten zwei Jahre weitgehend“, sagte Goldman Sachs.

Eine geringere Senkung könnte zwar kurzfristig zu einem Preisrückgang führen, doch die Analysten gehen davon aus, dass die ETF-Bestände im Zuge der Fortsetzung des Lockerungszyklus der Fed schrittweise steigen werden, was auf lange Sicht höhere Preise unterstützen wird.

ETF-Bestände erholen sich, liegen aber immer noch unter den Höchstwerten der Pandemie

Die Bestände an goldgedeckten ETFs haben sich in den letzten Monaten erholt, nachdem sie Mitte Mai ihren niedrigsten Stand seit 2019 erreicht hatten, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht.

Trotz des anhaltenden Anstiegs des Goldpreises liegen die gesamten ETF-Bestände immer noch 25 % unter ihrem Höchststand während der Pandemie im Jahr 2020.

„Da die ETF-Bestände im Zuge der Zinssenkungen der Fed nur allmählich steigen, ist dieser Aufwärtstrend noch nicht vollständig eingepreist“, stellten die Goldman-Analysten fest.

Sie wiesen auch darauf hin, dass Zuflüsse in durch Gold gedeckte ETFs das physische Goldangebot auf dem Markt verringern und so im Laufe der Zeit zu höheren Preisen führen.

Silber folgt den Kursgewinnen von Gold

Neben Gold verzeichnet auch Silber einen stetigen Aufwärtstrend. Der Spotpreis für Silber kletterte auf 31 USD pro Unze und verzeichnete damit den siebten Tag in Folge Gewinne, die längste Gewinnserie seit 2019.

Während der Markt auf die Entscheidung der Fed hinsichtlich Zinssenkungen wartet, dürften die Goldpreise in der Nähe ihrer jüngsten Höchststände verharren. Es besteht die Möglichkeit weiterer Kursanstiege, sollten die erwarteten Mittelzuflüsse in die ETFs eintreten.