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Kryptowährungs-Mining in der Ukraine belastet Energieinfrastruktur im Russland-Konflikt

Kryptowährungs-Mining in der Ukraine belastet Energieinfrastruktur im Russland-Konflikt
Diya Poddar
18. Sept. 2024, 21:11 PM
  • Die ukrainischen Bergleute verbrauchten im April 2024 616 MW Strom pro Stunde und im Mai 487 MW.
  • In der Ukraine ergeben sich daraus durchschnittliche Mining-Kosten von 12.540 Dollar pro Bitcoin.
  • Der Verbrauch der Bergleute von April bis Juni 2024 entspricht dem Strombedarf von 658 Krankenhäusern oder 3,5 Millionen Straßenlaternen.

Die Ukraine bleibt trotz des anhaltenden Konflikts mit Russland ein führender globaler Akteur bei der Einführung von Kryptowährungen.

Ein aktueller Bericht der OSINT-Agentur Molfar enthüllt die Auswirkungen der boomenden Krypto-Mining-Industrie des Landes auf die bereits angespannte Strominfrastruktur.

Da die Ukraine unter einem schweren Energiemangel leidet, verstärkt der durch den Bergbau bedingte Anstieg des Stromverbrauchs den Druck zusätzlich und weckt Zweifel an der Balance zwischen wirtschaftlichen Chancen und nachhaltiger Energieversorgung.

Die Studie, die Daten von Juli 2023 bis Juni 2024 umfasst, zeigt, wie Krypto-Mining zum Stromdefizit der Ukraine beiträgt.

Trotz der Herausforderungen, die hohe Kühlkosten in den wärmeren Monaten und das instabile Stromnetz des Landes mit sich bringen, floriert die Krypto-Mining-Industrie der Ukraine weiterhin und könnte bei der Gestaltung der Nachkriegswirtschaft eine entscheidende Rolle spielen.

Stromverbrauch von Krypto-Minern

Aus dem OSINT-Bericht geht hervor, dass ukrainische Bergleute im April 2024 616 MW Strom pro Stunde und im Mai 487 MW verbrauchten.

Zum Vergleich: Große Industriebetriebe wie Stahlwerke verbrauchen typischerweise zwischen 200 und 1.000 MW pro Stunde.

Im März 2024 erreichte das Mining von Kryptowährungen seinen Höhepunkt und machte 6,7 % des gesamten Stromverbrauchs der Ukraine aus – ähnlich dem Energieverbrauch großer Industrieunternehmen.

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Dieser Verbrauchsanstieg kommt für die Ukraine zu einem kritischen Zeitpunkt, da die Energiereserven des Landes aufgrund des anhaltenden Konflikts und der zerstörten Infrastruktur bereits jetzt knapp sind.

Der Energieverbrauch des Krypto-Minings in der Ukraine im weltweiten Vergleich

Obwohl die Krypto-Miner in der Ukraine im März 2024 9 GW Strom verbrauchten, entspricht dies nur 10 % der Aktivität in den Vereinigten Staaten, wo die Miner zwischen 8 und 10 GW pro Stunde verbrauchen.

Der Bericht stellt außerdem einen Rückgang des Energieverbrauchs in den wärmeren Monaten fest, da die Kosten für die Kühlung der Bergbauausrüstung die Rentabilität verringern.

Diese saisonalen Schwankungen im Stromverbrauch unterstreichen die Fluktuation in der Bergbauindustrie in Regionen mit volatilen Energiekosten.

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Bitcoin-Mining in der Ukraine: Kosten und Rentabilität

Die Kosten für das Mining eines Bitcoins in der Ukraine variieren, wobei das globale Bitcoin-Netzwerk ungefähr 110.000 kWh benötigt, um einen BTC zu produzieren.

In der Ukraine ergeben sich daraus durchschnittliche Mining-Kosten von 12.540 Dollar pro Bitcoin.

Da der Bitcoin-Preis im September 2024 bei etwa 58.000 US-Dollar liegt, ist die Rentabilität des Minings weiterhin beträchtlich – insbesondere in Regionen mit niedrigeren Strompreisen.

Allerdings ist der Energiebedarf des Minings beträchtlich: Der Energieverbrauch der Miner von April bis Juni 2024 entspricht dem Stromverbrauch von 658 Krankenhäusern oder 3,5 Millionen Straßenlaternen.

Der auf 9.052 MW geschätzte tägliche Energieverbrauch könnte Städte wie Kiew oder Dnipro fast vier Tage lang ununterbrochen mit Strom versorgen – ein Hinweis darauf, welche Belastung der Bergbau für ein ohnehin fragiles Energiesystem darstellt.

Rechtlicher Rahmen für Krypto-Mining in der Ukraine

Im Februar 2022 verabschiedete die Ukraine ihr Gesetz über virtuelle Vermögenswerte, das den Abbau von Kryptowährungen unter der Aufsicht der Nationalen Wertpapier- und Börsenkommission legalisierte.

Doch angesichts der Verschärfung des Krieges mit Russland kann das ukrainische Energiesystem keine groß angelegten Bergbauaktivitäten mehr unterstützen.

Die Regierung erwägt Regulierungsreformen, um den Sektor besser zu verwalten und seine Auswirkungen auf das Stromnetz des Landes einzudämmen.

Mit Blick auf die Zukunft glauben Analysten, dass die Krypto-Mining-Industrie der Ukraine mit einer verbesserten Gesetzgebung und einem Fokus auf erneuerbare Energien zu einem Aktivposten für die Erholung des Landes nach dem Krieg werden könnte.

Die niedrigen Stromkosten des Landes und das starke Interesse an Kryptowährungen machen das Land zu einem potenziellen Zentrum für globale Mining-Aktivitäten in der Zukunft.