Commerzbank-Aktien bleiben in Deutschland: Bank strebt nach Unabhängigkeit

Commerzbank-Aktien bleiben in Deutschland: Bank strebt nach Unabhängigkeit
Deepali Singh
20. Sept. 2024, 20:51 PM
  • Diese Ankündigung erfolgt kurz nach der unerwarteten Übernahme eines 9-Prozent-Anteils an der Commerzbank durch UniCredit.
  • UniCredit-CEO Andrea Orcel hat offen sein Interesse an möglichen Fusionen bekundet.
  • Dieser überraschende Kauf durch UniCredit hat in Berlin die Alarmglocken läuten lassen.

Deutschland hat klargestellt, dass es auf absehbare Zeit an seinen verbleibenden Anteilen an der Commerzbank festhalten wird, und bekräftigt, dass die Strategie der Bank weiterhin auf der Wahrung ihrer Unabhängigkeit ausgerichtet sei.

Dies wurde am Freitag von der deutschen Finanzagentur bestätigt und zeigt die derzeitige Haltung der Regierung gegen eine Übernahme der zweitgrößten Bank des Landes.

Diese Ankündigung folgt unmittelbar auf die unerwartete Übernahme eines 9-Prozent-Anteils an der Commerzbank durch die italienische Bank UniCredit, die damit zum zweitgrößten Anteilseigner aufsteigt.

UniCredit-Chef Andrea Orcel hat offen sein Interesse an möglichen Fusionen bekundet und damit die Spekulationen um die Zukunft der Commerzbank angeheizt.

Der überraschende Kauf durch UniCredit, die intern nach Orcels Hund „Flash“ genannt wird, hat in Berlin jedoch Alarm ausgelöst.

Die Übernahme stieß sowohl bei den Gewerkschaften als auch bei der Commerzbank selbst auf Widerstand, was die Bank dazu veranlasste, eine Abwehrstrategie gegen unmittelbare Veränderungen zu entwerfen.

Regierung soll Commerzbank-Anteil behalten

Der deutsche Staat hält noch immer 12 Prozent der Commerzbank, nachdem er kürzlich 4,5 Prozent seiner Anteile an UniCredit verkauft hat. Bei allen künftigen Fusionsgesprächen kommt ihm eine entscheidende Rolle zu.

Dennoch drängten wichtige Interessenvertreter, darunter Gewerkschaftsführer und das Management der Commerzbank, die Regierung, von weiteren Aktienverkäufen abzusehen.

Während einer Sitzung am Freitag kamen Vertreter der Finanzagentur, die die Vermögenswerte des Staates überwacht, zu dem Schluss, dass „bis auf Weiteres“ keine weiteren Anteile verkauft würden.

Ein Sprecher der Commerzbank bekräftigte gegenüber CNBC den aktuellen Ansatz der Bank und erklärte:

Orcel hat seine Absicht bekundet, Fusionsgespräche aufzunehmen, und argumentiert, ein solcher Schritt könne einen „stärkeren Konkurrenten“ im deutschen Bankensektor schaffen.

Seine Aussage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die europäischen Banken mit der Notwendigkeit ringen, wettbewerbsfähiger zu werden, insbesondere gegenüber größeren US-amerikanischen und asiatischen Finanzinstituten.

Einer solchen Fusion stehen jedoch mehrere Hindernisse im Weg. Grenzüberschreitende Transaktionen im europäischen Bankgeschäft sind seit Jahren aufgrund der schwachen Profitabilität erschwert, was viele Banken vor Fusionen zurückschrecken lässt.

Darüber hinaus haben regulatorische Hürden und politische Präferenzen für nationale Spitzenbanken derartige Deals noch komplizierter gemacht.

Politische Hürden verzögern mögliche Commerzbank-Übernahme durch UniCredit

Zwar hat UniCredit in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht – größtenteils aufgrund einer kräftigen finanziellen Erholung, die das Unternehmen von seinen Konkurrenten unterscheidet –, doch die politische Dynamik bleibt weiterhin ein erhebliches Hindernis für grenzübergreifende Fusionen.

Anke Reingen, Bankenanalystin bei RBC, teilte CNBC mit, dass ein Übernahmeangebot von UniCredit für die Commerzbank zwar nicht vom Tisch sei, es aber wahrscheinlich nicht bald dazu kommen werde.

Sie sagte:

Die Entscheidung, die Commerzbank-Aktien des Bundes zu behalten, hat noch weitere Folgen: Sie verlängert die derzeitige 90-tägige Sperrfrist, die bei Abschluss des Aktienverkaufs an UniCredit festgelegt wurde.

Damit sei die fortgesetzte staatliche Beteiligung an der Bank auf absehbare Zeit gesichert, sagen mit der Situation vertraute Insider.