Britische Investmentriesen werfen ein Auge auf US-Immobilien, da sich die Marktaussichten aufhellen

Britische Investmentriesen werfen ein Auge auf US-Immobilien, da sich die Marktaussichten aufhellen
Deepali Singh
23. Sept. 2024, 13:25 PM
  • Legal & General und Schroders wollen massiv in US-Immobilien investieren und den Bürosektor meiden.
  • Beide Unternehmen erwarten eine Erholung der US-Immobilienpreise aufgrund sinkender Zinsen.
  • Darüber hinaus plant die Phoenix Group über ihren Vermögensverwaltungszweig erhebliche Investitionen in US-Immobilien.

Zwei der größten britischen Investmentfirmen, Legal & General und Schroders, bereiten sich darauf vor, beträchtliche Summen in den US-amerikanischen Gewerbeimmobilienmarkt zu investieren.

Beide Firmen, die zusammen Vermögenswerte im Wert von über 1,9 Billionen Pfund (2,5 Billionen Dollar) verwalten, wollen den angeschlagenen Bürosektor meiden und sich stattdessen für robustere Anlageklassen entscheiden, heißt es in einem Reuters-Bericht.

Die Fondsmanager Legal & General und Schroders haben ihre US-Immobilienteams aufgebaut, da sie mit einer Erholung der Immobilienpreise rechnen, die mit sinkenden Zinsen wieder anziehen dürften.

Trotz eines weltweiten Rückgangs der Immobilienpreise – insbesondere im US-Bürosektor aufgrund steigender Kreditkosten und der zunehmenden Nutzung von Telearbeit – bleibt António Simões, CEO von Legal & General, vom langfristigen Potenzial des US-Immobilienmarkts überzeugt.

Er betonte, dass die Fundamentaldaten des Marktes weiterhin robust seien und die USA eine wichtige Wachstumschance für das Unternehmen böten, berichtete Reuters weiter.

Zwar litt der US-Bürosektor unter einem Überangebot und einer gesunkenen Nachfrage, doch die jüngsten Zinssenkungen verbesserten die Aussichten.

Letzte Woche führte die Federal Reserve eine deutliche Senkung um 50 Basispunkte durch und steigerte damit den Optimismus der Anleger.

Experten zufolge erholen sich die US-Immobilienmärkte tendenziell schneller als ihre europäischen Pendants, da Kreditgeber und Projektentwickler rascher auf veränderte Bedingungen reagieren.

Legal & General will sein US-Immobilienportfolio deutlich vergrößern und strebt in den kommenden Jahren einen Zuwachs um mehrere hundert Millionen Dollar an.

Darüber hinaus weitet das Unternehmen sein Immobilienkreditgeschäft mit ähnlichen Finanzierungsengagements aus.

Zur Unterstützung dieser Expansion hat Legal & General ein etwa 20-köpfiges Team mit Sitz in Chicago zusammengestellt, das sich insbesondere auf Mietwohnungen im ganzen Land konzentriert, die sich im Vergleich zu Büroimmobilien als widerstandsfähig erwiesen haben.

Schroders strebt wachsendes US-Immobilienportfolio an

Schroders, ein weiterer wichtiger Akteur, plant, sein Engagement im US-Immobiliensektor deutlich zu erhöhen.

Das US-Aktienportfolio beläuft sich derzeit auf mehrere zehn Millionen Dollar, dürfte aber mittelfristig auf mehrere hundert Millionen anwachsen.

Die jüngste Investition des Unternehmens in ein panamerikanisches Rechenzentrumsportfolio stellt einen seiner ersten Schritte in diese Richtung dar.

„Wir betrachten den Schritt der Federal Reserve hin zu normalisierten Zinssätzen als eine Freisetzung der aufgestauten Nachfrage“, sagte Michelle Russell-Dowe, Co-Leiterin für private Schulden und Kreditalternativen bei Schroders Capital, gegenüber Reuters.

Das Unternehmen prüft außerdem Möglichkeiten auf dem Immobilienkreditmarkt, einem Bereich, der aufgrund strengerer Kapitalanforderungen für Banken bislang vernachlässigt wurde.

Der Wandel in der Kreditdynamik stellt für nicht-traditionelle Kreditgeber eine einmalige Chance dar.

„Das Ausmaß der Chance ist enorm“, bemerkte Jeffrey Williams, ein in den USA ansässiger Investor bei Schroders.

Da sich die Banken aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurückziehen, entsteht eine Finanzierungslücke, die Schroders und andere Investoren nun füllen wollen.

Allerdings schließt Schroders Investitionen in Büroimmobilien nicht völlig aus, sofern es sich um qualitativ hochwertige Projekte an starken Standorten handelt.

Phoenix Group mischt mit

Auch die Phoenix Group, ein weiterer namhafter britischer Versicherer, hat angekündigt, über ihren Vermögensverwaltungszweig, der rund 290 Milliarden Pfund verwaltet, mehr in US-Immobilien investieren zu wollen.

Das Unternehmen wollte zwar keine konkreten Einzelheiten nennen, bestätigte jedoch seine Pläne für erhebliche Investitionen in diesem Sektor.

Der US-Immobilienmarkt steht kurz vor der Erholung und britische Investoren positionieren sich strategisch, um die Chancen sinkender Zinsen und steigender Nachfrage zu nutzen.