DA Davidson stuft Microsoft unter Berufung auf KI-Konkurrenz herab: Zeit zum Verkaufen?

DA Davidson stuft Microsoft unter Berufung auf KI-Konkurrenz herab: Zeit zum Verkaufen?
Ritesh Anan
23. Sept. 2024, 19:04 PM
  • Microsoft wurde aufgrund der KI-Konkurrenz von Amazon und Google herabgestuft.
  • Analysten bleiben optimistisch und streben Kursziele zwischen 475 und 506 US-Dollar an.
  • Kurzfristige technische Daten schwach; Schlüsselniveaus: Widerstand bei 448,70 $, Unterstützung bei 428 $.

Microsoft Corp. (NASDAQ: MSFT) sah sich am Montag, dem 23. September, mit einem Stimmungsumschwung bei den Analysten konfrontiert, als DA Davidson das Rating für den Technologiegiganten von „Kaufen“ auf „Neutral“ herabstufte, das Kursziel jedoch bei 475 USD beließ.

Die Herabstufung beruht auf Bedenken, dass Microsofts Wettbewerbsvorteil im Bereich künstliche Intelligenz (KI) aufgrund der verstärkten Konkurrenz durch Branchenriesen wie Amazon.com Inc. (NASDAQ: AMZN) und Alphabet Inc.’s Google (NASDAQ: GOOGL) schwindet.

Analyst Gil Luria von DA Davidson betonte, dass Amazon Web Services (AWS) das Cloud-Geschäft nun in einer Geschwindigkeit hinzufügt, die nach mehreren Quartalen mit der von Microsoft Azure vergleichbar ist.

Auch Google Cloud verzeichnet ein beschleunigtes Wachstum, wodurch die Lücke zu Azure verringert wurde.

Luria wies darauf hin, dass Amazon und Google beim Einsatz von kundenspezifischem Silizium in ihren Rechenzentren „weit voraus“ seien, während Microsoft bei KI-orientierten Chips nach wie vor stark auf NVIDIA Corp. (NASDAQ: NVDA) angewiesen sei.

Diese Abhängigkeit könnte dazu führen, dass Microsoft Vermögen von seinen Aktionären zu denen von NVIDIA verlagert, insbesondere da aufgrund der gestiegenen Investitionsausgaben mit einem Rückgang der Betriebsmargen von 12 % auf 21 % des Umsatzes zu rechnen ist.

Microsoft-Aktie: Mehrheit der Analysten bleibt optimistisch

Trotz der vorsichtigen Haltung von DA Davidson bleiben andere Analysten bei ihrer optimistischen Einschätzung von Microsoft.

Mizuho Securities bekräftigte kürzlich seine Einstufung „Outperform“ und ein Kursziel von 480 US-Dollar, nachdem Microsoft eine Erhöhung seiner vierteljährlichen Dividende um 10,7 % auf 0,83 US-Dollar pro Aktie und ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von 60 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte.

Analyst Gregg Moskowitz betonte, dass Microsofts mittelfristige Umsatzwachstumschancen größer seien als viele Investoren glaubten, bedingt durch die konkrete Einführung generativer KI und ihr Monetarisierungspotenzial.

Morgan Stanley schloss sich diesem Optimismus an und bekräftigte die Einstufung „Overweight“ und ein Kursziel von 506 USD. Analyst Keith Weiss merkte an, dass Microsofts umfangreiches Rückkaufprogramm und die Dividendenerhöhung das „attraktive“ Gesamtrenditeprofil des Unternehmens unterstreichen.

Er fügte hinzu, dass die Verpflichtung des Unternehmens, den Aktionären einen Mehrwert zu bieten, in Verbindung mit einem Gewinnwachstum je Aktie im mittleren zweistelligen Bereich ein starkes Gesamtrenditepotenzial untermauere.

Aktuelle Entwicklungen rund um die Microsoft-Aktie

Im Rahmen seiner jüngsten strategischen Entscheidungen hat Microsoft Carolina Dybeck Happe zum Executive Vice President und Chief Operations Officer ernannt.

Happe bringt umfangreiche Erfahrungen aus ihrer früheren Tätigkeit als Chief Financial Officer bei General Electric Co. (NYSE: GE) mit, wo sie eine entscheidende Rolle bei der Sanierung des Unternehmens und der Reduzierung seiner Schulden in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar spielte.

Im Bereich Nachhaltigkeit hat Microsoft mit dem indischen Unternehmen für erneuerbare Energien ReNew (NASDAQ: RNW) einen Ökostromvertrag über 437,6 MW unterzeichnet, um sein Ziel, bis 2030 CO2-negativ zu sein, voranzutreiben.

Das Unternehmen arbeitet außerdem mit Constellation Energy (NASDAQ: CEG) zusammen, um einen Teil des Kernkraftwerks Three Mile Island wieder in Betrieb zu nehmen. Ziel dieses Schritts ist es, zuverlässigere und kohlenstofffreie Energiequellen zu sichern, um den wachsenden Strombedarf zu decken, der durch die KI-Technologie bedingt ist.

Microsoft Intelligent Cloud: ein Wachstumstreiber

In finanzieller Hinsicht bleibt Microsofts Intelligent Cloud-Segment weiterhin ein robuster Wachstumstreiber.

Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Segment einen Umsatz von 105,3 Milliarden US-Dollar, was einer Steigerung von 19 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Das Unternehmen erwartet jedoch für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 eine Verlangsamung in diesem Segment und prognostiziert einen Umsatz zwischen 23,8 und 24,1 Milliarden US-Dollar, erwartet jedoch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres eine Erholung.

Microsoft-Aktie: Bewertung

Was die Bewertungskennzahlen angeht, wird die Microsoft-Aktie zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 36,8 gehandelt, verglichen mit dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe von 29,0.

Das Verhältnis des Unternehmenswerts zum Umsatz im Jahr 2024 beträgt 12,3 und ist damit höher als der Durchschnitt der Vergleichsgruppen von 7,3.

Obwohl diese Zahlen auf eine höhere Bewertung schließen lassen, sind viele Analysten der Ansicht, dass die starke Positionierung von Microsoft im Bereich künstliche Intelligenz und Cloud-Computing die höheren Bewertungen rechtfertigt.

Die Marktstimmung bleibt weitgehend positiv: 56 von 58 Analysten empfehlen die Aktie als „Kauf“ und sehen ein mittleres Kursziel von 500 USD.

Die strategischen Investitionen des Unternehmens in KI, Cloud-Infrastruktur und erneuerbare Energien sowie aktionärsfreundliche Initiativen wie Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe stärken seine langfristigen Wachstumsaussichten.

Der zunehmende Wettbewerb im Bereich KI und Cloud-Dienste bringt jedoch Herausforderungen mit sich.

Microsofts Abhängigkeit von NVIDIA bei KI-Chips und die erheblichen Investitionen, die für den Ausbau des Rechenzentrums erforderlich sind, könnten die Rentabilität beeinträchtigen.

Im weiteren Verlauf der Entwicklung von Microsoft ist es wichtig, nicht nur die grundlegenden Stärken und Marktbewertungen des Unternehmens zu analysieren, sondern auch die technischen Indikatoren, die die Kursbewegung des Unternehmens beeinflussen könnten.

Vor diesem Hintergrund wollen wir nun unsere Aufmerksamkeit den Charts zuwenden, um die Kursentwicklung der Aktie zu untersuchen und potenzielle Investitionsmöglichkeiten zu erkennen.

Microsoft-Aktie: Kurzfristige Schwäche zeichnet sich ab

Microsoft erlebte ab 2023 einen starken Aufwärtstrend, der zu einer Verdoppelung des Aktienwertes führte.

Während die langfristigen Charts weiterhin optimistisch sind, hat die Dynamik in den letzten Wochen nachgelassen.

Quelle: TradingView

Nachdem die Aktie Anfang Juli ein Allzeithoch von 467,70 Dollar erreicht hatte, fiel sie im August unter 400 Dollar.

Zwar hat es sich inzwischen erholt, doch die Kurzzeit-Charts zeigen weiterhin eine Schwäche.

Für optimistische Anleger ist Vorsicht geboten. Wer einsteigen möchte, sollte auf einen Tagesschluss über dem jüngsten Swing-Hoch von 448,70 USD warten, bevor er neue Positionen in Betracht zieht.

Unterdessen könnten Händler mit einer pessimistischen Prognose die Eröffnung einer kleinen Short-Position in der Nähe des aktuellen Niveaus in Erwägung ziehen und einen Stop-Loss bei 452 USD setzen.

Wenn der Aktienkurs unter 428 USD fällt, können sie ihre Short-Positionen erhöhen.