Krypto- und US-Aktien zeigen Rekordkorrelation, während die Fed-Politik die Märkte in Einklang bringt

Krypto- und US-Aktien zeigen Rekordkorrelation, während die Fed-Politik die Märkte in Einklang bringt
Vatsala Gaur
23. Sept. 2024, 15:46 PM
  • Digitale Vermögenswerte und US-Aktien weisen mit 0,67 eine starke Korrelation auf und nähern sich damit einem Rekordniveau.
  • Die Politik der Fed und die Wirtschaftsdaten sind die Haupttreiber für beide Märkte.
  • Bitcoin und US-Aktien steigen aufgrund makroökonomischer Signale leicht.

Digitale Vermögenswerte und US-Aktien bewegen sich zunehmend im Gleichschritt, was den Einfluss ähnlicher makroökonomischer Faktoren widerspiegelt.

Eine aktuelle Korrelationsstudie zeigt, dass der 40-Tage-Korrelationskoeffizient zwischen den 100 größten Kryptowährungen und dem S&P 500 Index etwa 0,67 beträgt.

Dieser Wert nähert sich dem Rekordhoch von 0,72 aus dem zweiten Quartal 2022 und deutet auf eine signifikante Angleichung dieser beiden Anlageklassen hin.

Ein Korrelationskoeffizient ist eine Zahl, die die Stärke und Richtung der Beziehung zwischen zwei Variablen misst.

Historisch betrachtet wurden Kryptowährungen als nicht korreliert oder sogar antizyklisch zu den traditionellen Märkten angesehen.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit hat sich diese Wahrnehmung jedoch geändert.

Das wachsende Engagement institutioneller Anleger und die gemeinsamen wirtschaftlichen Treiber – wie Geldpolitik, Inflation und globale Risikostimmung – beeinflussen mittlerweile zunehmend sowohl den Aktien- als auch den Kryptomarkt.

Fed-Politik fördert Marktsynchronisierung

Die jüngsten Maßnahmen der Federal Reserve haben diesen Zusammenhang noch verstärkt.

US-Aktien erreichten Allzeithochs und der Bitcoin-Kurs stieg nach einer Zinssenkung um 50 Basispunkte auf über 64.000 Dollar, was den Beginn eines Zyklus zur Lockerung der Geldpolitik signalisierte.

Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, betonte diesen Trend und erklärte: „Makrofaktoren treiben derzeit die Kryptopreise, und dies sollte sich während des gesamten Lockerungszyklus der Fed fortsetzen, sofern wir nicht ein kryptospezifisches Black-Swan-Ereignis erleben.“

Die Marktteilnehmer verfolgen derzeit aufmerksam die Kommentare der Fed-Vertreter und die bevorstehende Veröffentlichung des PCE-Preisindex (Personal Consumption Expenditures), dem bevorzugten Inflationsmaß der Zentralbank.

Sean McNulty, Handelsdirektor bei Arbelos Markets, bemerkte: „Wir erachten die Redner als wichtiger als die PCE-Inflationsdaten, da im Moment die Reaktionsfunktion des FOMC entscheidend ist.“

Quelle : Bloomberg

2022: das Jahr der beispiellosen Korrelation

Das Jahr 2022 markierte eine bedeutende Veränderung in der Beziehung zwischen Kryptowährungen und US-Aktien.

Als die Federal Reserve begann, die Geldpolitik zu straffen, um die steigende Inflation zu bekämpfen, erreichte die Korrelation zwischen diesen Anlageklassen ein beispielloses Ausmaß.

Der Korrelationskoeffizient zwischen Bitcoin und dem S&P 500 stieg im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 auf etwa 0,72, was zeigt, dass beide Märkte ähnlich auf Zinserhöhungen, Inflationsängste und eine allgemeine Risikoaversion reagierten.

Während dieser Zeit spiegelten Bitcoin und andere wichtige Kryptowährungen die Performance von risikoreichen Anlagen wie Technologieaktien wider, insbesondere als sowohl die Krypto- als auch die Aktienmärkte in eine Baisse-Zone abdrifteten.

Anfang 2023 milderte sich die Korrelation jedoch auf etwa 0,5, da einige kryptospezifische Ereignisse, wie Entwicklungen im dezentralen Finanzwesen (DeFi) und regulatorische Nachrichten, die Märkte vorübergehend entkoppelten.

Bis Montagmorgen verzeichnete Bitcoin, die größte Kryptowährung, einen bescheidenen Anstieg von weniger als 1 % und erreichte 63.480 $, neben ähnlichen Zuwächsen bei anderen wichtigen digitalen Token.

Dieser Aufwärtstrend fiel mit der Steigerung der US-Aktienfutures zusammen und war auf die Erwartungen weiterer geldpolitischer Anreize in China und ein gestiegenes Interesse an Investitionen in künstliche Intelligenz und Kryptowährungen infolge einer jüngsten Zusage der US-Vizepräsidentin Kamala Harris zurückzuführen.

Insgesamt unterstreicht die sich entwickelnde Korrelation zwischen digitalen Vermögenswerten und traditionellen Aktien, dass Anleger die makroökonomischen Faktoren, die beide Märkte prägen, weiterhin im Auge behalten müssen.