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EIA-Bericht: USA werden zum weltweit größten Exporteur von Motorenbenzin

EIA-Bericht: USA werden zum weltweit größten Exporteur von Motorenbenzin
Noris Soto
24. Sept. 2024, 22:22 PM
  • Auf die USA entfallen mehr als 16 % der weltweiten Exporte.
  • Über 500.000 Barrel Benzin pro Tag gehen aus den USA nach Mexiko.
  • Mehr als 90 % der Benzinexporte stammen von der US-Golfküste.

Dem jüngsten Bericht der US-Energieinformationsbehörde (EIA) zufolge haben die Vereinigten Staaten ihre Konkurrenten aus aller Welt überholt und sind nun der weltweit größte Exporteur von Motorenbenzin.

Die USA exportierten im Jahr 2023 durchschnittlich 900.000 Barrel Benzin pro Tag (b/d), was mehr als 16 % der weltweiten Exporte entspricht.

Dieser Wandel unterstreicht einen bedeutenden Wandel: Das Land ist nach Jahrzehnten als Nettoimporteur von Benzin nun fest als Nettoexporteur von Benzin positioniert.

Über 50 Jahre lang, von 1961 bis 2015, waren die USA zur Deckung des Inlandsbedarfs vor allem auf importiertes Benzin angewiesen.

Im letzten Jahrzehnt hat sich das Blatt jedoch gewendet und die US-Exporte stiegen sprunghaft an und würden im Jahr 2023 durchschnittlich mehr als 900.000 b/d betragen.

Dies entspricht über 10 % des nationalen Benzinverbrauchs und reicht aus, um täglich die Tanks von über 1,5 Millionen SUVs zu füllen, basierend auf einer durchschnittlichen Tankgröße von 24 Gallonen.

Der Anstieg der US-Benzinexporte stellt eine bemerkenswerte Entwicklung dar, durch die das Land andere bedeutende Exporteure wie Singapur und die Niederlande überholt, deren Ölmenge nie die Marke von 700.000 Barrel pro Tag überschritten hat.

Wichtige Treiber des US-Exportbooms

Mehrere Faktoren haben zum dramatischen Anstieg der US-Benzinexporte beigetragen.

Eines der wichtigsten Elemente ist der Ausbau der Raffineriekapazität.

Seit 2010 haben die USA massiv in die Modernisierung ihrer Raffinerien investiert, insbesondere durch die Installation von Anlagen zur Verarbeitung von leichtem Rohöl.

Diese Einheiten sind für die Bewältigung der zunehmenden Menge an lichtdichtem Öl ausgelegt, das durch hydraulische Frakturierung (Fracking) gewonnen wird.

Infolgedessen können Raffinerien nun mehr Benzin produzieren, wodurch die USA sowohl die inländische als auch die internationale Nachfrage decken können.

Darüber hinaus stagnierte der inländische Benzinverbrauch in den letzten Jahren.

Seit dem Erreichen seines Höchststands im Jahr 2018 ist der US-Verbrauch um etwa 0,4 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen.

Dieser Produktionsüberschuss sowie eine stabile oder reduzierte Inlandsnachfrage ermöglichten es den USA, überschüssiges Benzin auf die Weltmärkte zu exportieren.

US-Exportmärkte: Mexiko und mehr

Motorbenzin stellt mittlerweile die drittgrößte Kategorie der US-Exporte raffinierter Produkte dar; nur Propan und Heizöl sind wichtiger als dieser Export.

Während Propan hauptsächlich in asiatische Märkte exportiert wird, sind die US-Benzinexporte vor allem für Mexiko bestimmt, wobei über 500.000 Barrel pro Tag südlich der Grenze verschifft werden.

Zu den weiteren wichtigen Märkten zählen Länder in Mittel- und Südamerika, in denen die Nachfrage nach US-Benzin weiterhin steigt.

Insbesondere kommen über 90 Prozent der US-Benzinexporte aus der Golfküstenregion (PADD 3), die über eine leistungsfähige Raffinerie-Infrastruktur verfügt und in der Nähe wichtiger Schifffahrtsrouten liegt, was sie zu einem wichtigen Knotenpunkt für den internationalen Treibstofftransport macht.

Im Vergleich zu anderen großen Benzin exportierenden Nationen spielen die USA in einer eigenen Liga.

Singapur und die Niederlande, die lange als Hauptexporteure von Benzin galten, haben die Marke von 700.000 Barrel pro Tag nie überschritten.

Obwohl Länder wie China und Indien ihre Raffineriekapazitäten erweitert und ihre Exporte gesteigert haben, liegen sie noch immer hinter den USA zurück, die sich zum weltweiten Spitzenreiter entwickelt haben.

Da die Welt weiterhin vor Herausforderungen im Energiebereich steht, wird die Rolle der USA auf dem globalen Kraftstoffmarkt für politische Entscheidungsträger, Investoren und Interessenvertreter der Industrie gleichermaßen ein entscheidender Schwerpunkt sein.