Thailand startet digitales Geldbörsenprogramm im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zur Ankurbelung der Wirtschaft

Thailand startet digitales Geldbörsenprogramm im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zur Ankurbelung der Wirtschaft
Deepali Singh
25. Sept. 2024, 08:09 AM
  • 45 Millionen Bürger sollen jeweils 10.000 Baht erhalten, um die Wirtschaftstätigkeit anzukurbeln.
  • 14,5 Millionen Inhaber von Sozialhilfekarten und behinderte Menschen werden in diesem Monat Auszahlungen erhalten.
  • Ökonomen, darunter ehemalige Zentralbankchefs, warnen, dass das System finanziell nicht tragfähig sein könnte.

Thailand hat offiziell die erste Phase seines ehrgeizigen Konjunkturprogramms im Wert von 14 Milliarden Dollar zur Wiederbelebung der Wirtschaft des Landes eingeleitet.

Die Initiative mit dem Namen „Digital Wallet“-Programm soll Millionen von Bürgern finanzielle Entlastung verschaffen und letztlich 45 Millionen Menschen erreichen, die jeweils 10.000 Baht erhalten.

Die Regierung ist davon überzeugt, dass diese direkte Geldzufuhr die Konsumausgaben ankurbeln und für wirtschaftliche Dynamik sorgen wird.

In der ersten Phase werden bis Ende des Monats 14,5 Millionen Sozialhilfekarteninhaber und Menschen mit Behinderung die Barauszahlung erhalten.

Premierminister Paetongtarn Shinawatra äußerte sich bei der Einführung des Programms optimistisch über dessen Wirkung:

Regierung hofft auf Konjunkturerholung durch Ausgaben

Die Initiative für digitale Geldbörsen sollte ursprünglich über eine Smartphone-App funktionieren und den Empfängern ermöglichen, die Gelder sechs Monate lang in ihren lokalen Gemeinschaften auszugeben.

Trotz anfänglicher technischer Pläne beginnt das Programm mit direkten Bargeldauszahlungen, da die Regierung die Wirtschaftstätigkeit ankurbeln möchte.

„Es wird weitere Konjunkturmaßnahmen geben und wir werden die Politik der digitalen Geldbörse vorantreiben“, betonte die Premierministerin in ihrer Rede.

Das Programm soll der zweitgrößten Volkswirtschaft Südostasiens wieder Auftrieb geben. In diesem Jahr soll sie um 2,6 Prozent wachsen, nach einem bescheidenen Anstieg von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr. Doch das Programm stößt auf erheblichen Widerstand.

Ökonomen stellen fiskalische Verantwortung in Frage

Trotz der festen Haltung der thailändischen Regierung zum Konjunkturprogramm haben Ökonomen, darunter zwei ehemalige Zentralbankchefs, Bedenken geäußert. Sie argumentieren, dass die Initiative aus finanzieller Sicht nicht tragfähig sei.

Kritiker befürchten die Auswirkungen auf die Staatsfinanzen, insbesondere da die Regierung Schwierigkeiten hat, ausreichende Mittel für die umfangreichen Almosenzahlungen aufzutreiben.

Die Regierung blieb jedoch bei ihrer Entscheidung und betrachtete das Programm als einen notwendigen Schritt zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums des Landes, das hinter dem anderer Länder in der Region zurückbleibt.

Thailand überdenkt Tourismus angesichts Einnahmesorgen

In einem weiteren Schritt zur Erhöhung der Staatseinnahmen hat der neu ernannte Tourismusminister Sorawong Thienthong Pläne zur Wiedereinführung einer Tourismussteuer angekündigt, die zuvor von Premierminister Srettha Thavisin auf Eis gelegt worden war.

Von der Steuer, die für ausländische Besucher, die mit dem Flugzeug anreisen, eine Gebühr von 300 Baht und für diejenigen, die über den See- oder Landweg einreisen, eine Gebühr von 150 Baht verlangt, erwartet man, dass sie zum Ziel der Regierung beiträgt, die Einnahmen aus dem Tourismus in diesem Jahr auf mindestens 3 Billionen Baht zu steigern.

Thienthong erklärte:

Der Minister wies jedoch auch darauf hin, dass vor der endgültigen Festlegung eines Starttermins noch geprüft werden müsse, ob das System zur Erhebung dieser Gebühren bereit sei.

Mit dieser Doppelstrategie – dem Konjunkturprogramm für digitale Geldbörsen und der Wiedereinführung der Tourismussteuer – möchte die thailändische Regierung sowohl die Inlandsausgaben ankurbeln als auch den Tourismussektor stärken. Sie hofft, das Land damit trotz interner und externer Herausforderungen auf den Weg der wirtschaftlichen Erholung zu bringen.