War der regulatorische Druck der Auslöser für den Zusammenbruch der Silvergate Bank? Neuer Bericht gibt Aufschluss
- Die Silvergate Bank entschied sich für die freiwillige Liquidation anstelle der Insolvenzverwaltung der FDIC, ein für Banken ungewöhnlicher Schritt.
- In den Jahren 2023 und 2024 folgten Regulierungsmaßnahmen gegen andere Banken wie Cross River und Customers Bank.
- Nic Carter behauptet, dass Washingtons Wunsch, den Kryptosektor zu behindern, eine größere Bankenkrise ausgelöst habe.
Die Silvergate Bank, einst ein wichtiges Finanzinstitut für den Kryptowährungssektor, ist zu einem warnenden Beispiel dafür geworden, wie der Regulierungsdruck möglicherweise zu ihrem Niedergang beigetragen hat.
In einem neuen Bericht, der am 25. September veröffentlicht wurde, geht der bekannte Branchenanalyst Nic Carter auf die Umstände ein, die zum Zusammenbruch von Silvergate geführt haben.
Carter vermutet, dass informelle Regulierungsmaßnahmen, insbesondere eine nicht veröffentlichte Anordnung zur Begrenzung von Einlagen in Kryptowährungen, eine bedeutende Rolle beim Niedergang der Bank gespielt haben.
Dieser Fall verdeutlicht die weitreichenderen Auswirkungen auf Banken mit Verbindungen zur Kryptoindustrie und wirft Fragen zur Rolle der US-Regulierungsbehörden in der Bankenkrise 2023 auf.
Der Untergang der Silvergate Bank
Der Niedergang der Silvergate Bank begann damit, dass die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) und andere Regulierungsbehörden angeblich informelle Regeln erließen, die die Kryptowährungseinlagen der Bank beschränkten.
Carter zufolge geht aus vertraulichen Quellen und Insolvenzanträgen hervor, dass die Aufsichtsbehörden Silvergate angewiesen haben, ihre Kryptoeinlagen auf lediglich 15 Prozent zu begrenzen, was die Fähigkeit der Bank, in ihrem Kernmarkt tätig zu sein, erheblich beeinträchtigt.
Obwohl diese Obergrenze der Öffentlichkeit nie offiziell bekannt gegeben wurde, hatte sie gravierende Auswirkungen und führte zu einem unüberwindbaren finanziellen Druck für die Institution.
Die enge Beziehung von Silvergate zur Kryptowährungsbörse FTX erschwerte die Situation zusätzlich.
US-Senatoren, darunter Elizabeth Warren, äußerten Bedenken hinsichtlich der Beteiligung der Bank an den Aktivitäten von FTX, obwohl nie Anklage gegen Silvergate erhoben wurde.
Auch wenn es keine fundierten Vorwürfe gab, schürte die politische Aufmerksamkeit Ängste und Unsicherheiten hinsichtlich der Zukunft der Bank, was letztlich zu ihrem Zusammenbruch beitrug.
Freiwillige Liquidation ist selten
Einer der rätselhaftesten Aspekte des Zusammenbruchs von Silvergate war die Entscheidung der Bank, freiwillig zu liquidieren, anstatt einen Insolvenzantrag bei der FDIC zu stellen.
Carter weist darauf hin, dass die freiwillige Liquidation von Banken selten vorkommt, und vermutet, dass regulatorischer Druck diese Entscheidung beeinflusst haben könnte.
Seinem Bericht zufolge beschleunigte die Weigerung der FDIC, die Kreditverträge mit Silvergate zu verlängern, die finanziellen Schwierigkeiten der Bank und zwang diese zur Schließung, bevor die Insolvenz offiziell erklärt werden konnte.
Der Zusammenbruch von Silvergate signalisierte den Beginn einer größeren Krise im Bankensektor, insbesondere bei Instituten mit Verbindungen zu Kryptowährungsdiensten.
Kurz nach dem Zusammenbruch von Silvergate gerieten auch andere Banken, darunter die Signature Bank, die Silicon Valley Bank und First Republic, in erhebliche Turbulenzen.
Diese Banken pflegten, ähnlich wie Silvergate, Beziehungen zur Kryptoindustrie und ihre Insolvenzen gaben Anlass zur Sorge, ob die Regulierungsmaßnahmen gegen Kryptowährungen unbeabsichtigte Folgen für das Finanzsystem im weiteren Sinne haben könnten.
Die regionale Bankenkrise des Jahres 2023 wird heute als Dominoeffekt angesehen, wobei der Zusammenbruch von Silvergate als Initialzündung diente.
Carters Analyse weist darauf hin, dass das regulatorische Vorgehen gegen Krypto-Banken möglicherweise über seine ursprüngliche Absicht hinausgegangen ist und nun auch Banken mit Fintech-Partnerschaften wie Cross River und Customers Bank betroffen hat.
Im Mai 2023 erließ die FDIC eine Zustimmungsverfügung an die Cross River Bank, die auf deren Partnerschaften mit Fintech-Unternehmen abzielte.
In ähnlicher Weise ergriff die Federal Reserve im August 2024 Zwangsmaßnahmen gegen die Customers Bank und begründete dies mit der Nichteinhaltung von Gesetzen zur Bekämpfung der Geldwäsche.
US-Regulierungsbehörden haben ihre Kontrolle über Kryptowährungen überschritten
Carters Bericht wirft die provokante Frage auf, ob die US-Regulierungsbehörden in ihren Bemühungen zur Kontrolle von Kryptowährungen zu weit gegangen sind.
Er argumentiert, dass die Maßnahmen von Persönlichkeiten wie Präsident Biden, Senatorin Elizabeth Warren und der Federal Reserve weitreichende Folgen über den Kryptosektor hinaus hatten, Regionalbanken destabilisierten und zur Bankenkrise von 2023 beitrugen.
Laut Carter zielten diese Regulierungsbemühungen zwar auf die Eindämmung von Kryptowährungen ab, könnten aber weitreichendere, unbeabsichtigte Auswirkungen auf den Bankensektor gehabt haben.
Während sich der Staub nach dem Zusammenbruch von Silvergate legt, bleibt die Zukunft des Kryptowährungsbankings ungewiss.
Die regulatorische Kontrolle von Banken mit Krypto-Verbindungen hat sich verschärft. Dies weckt Zweifel daran, wie lange andere Institute unter den gegenwärtigen Bedingungen weiterarbeiten können.
Carters Bericht warnt, dass das Schicksal von Silvergate als Präzedenzfall für weitere Maßnahmen dienen könnte, sodass sich der Sektor in einem zunehmend anspruchsvolleren Regulierungsumfeld zurechtfinden muss.
Die tatsächlichen Auswirkungen des Zusammenbruchs von Silvergate und die Frage, ob der Regulierungsdruck der Hauptauslöser war, werden wahrscheinlich noch jahrelang diskutiert werden.
Der Zusammenbruch der Kryptowährung hat jedoch bereits zu einer Umgestaltung des Krypto-Bankensektors geführt und das empfindliche Gleichgewicht zwischen Innovation und Regulierung verdeutlicht.
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