SEC-Vorsitzender Gary Gensler sagt, Bitcoin sei kein Wertpapier, kritisiert Kryptoindustrie wegen Nichteinhaltung

SEC-Vorsitzender Gary Gensler sagt, Bitcoin sei kein Wertpapier, kritisiert Kryptoindustrie wegen Nichteinhaltung
Srinibas Rout
27. Sept. 2024, 04:43 AM
  • Genslers Aussage erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Bitcoin von den US-Regulierungsbehörden weiterhin als Nicht-Wertpapier angesehen wird.
  • Die SEC hat Bitcoin in offiziellen Unterlagen zuvor als Ware bezeichnet.
  • Während Bitcoin von den Regulierungsbehörden positiv aufgenommen wurde, ist die Lage bei Ethereum weniger eindeutig.

Der Vorsitzende der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission, SEC), Gary Gensler, bekräftigte die Haltung der Behörde zu Bitcoin und erklärte, dass die Kryptowährung kein Wertpapier sei.

In einem Interview mit CNBCs „Squawk Box“ am Donnerstag, dem 26. September, bekräftigte Gensler die Regulierungsposition der SEC, übte in seinen Kommentaren jedoch auch scharfe Kritik an der gesamten Kryptoindustrie wegen ihrer weit verbreiteten mangelnden Einhaltung bestehender Gesetze.

Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Gensler betont, dass sich der Kryptosektor an traditionelle Finanzregeln halten muss.

Genslers Aussage erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Bitcoin, die weltweit größte Kryptowährung mit einem Marktwert von über 1,2 Billionen Dollar, von den US-Regulierungsbehörden weiterhin als Nicht-Wertpapier eingestuft wird.

Die SEC hatte Bitcoin in offiziellen Unterlagen zuvor als Ware bezeichnet und damit signalisiert, dass die Anlage an amerikanischen Börsen wie der Nasdaq von den Aufsichtsbehörden akzeptiert wird.

Unter Genslers Führung wurden zudem mehrere Spot-Bitcoin-Exchange-Traded Funds (ETFs) genehmigt, was die Position der digitalen Währung im Regulierungsrahmen weiter festigt.

Was ist mit Ethereum?

Während Bitcoin von den Regulierungsbehörden positiv aufgenommen wurde, ist die Lage bei Ethereum, der zweitgrößten Kryptowährung, weniger klar.

Obwohl die SEC Ethereum-basierte ETFs genehmigt hat, hat Genslers Behörde Ethereum nicht offiziell als Wertpapier oder Nicht-Wertpapier eingestuft.

Trotz dieser Unklarheit bemüht sich die SEC aktiv um die Durchsetzung bundesstaatlicher Vorschriften für mit Ethereum verbundene Unternehmen und Plattformen.

Namhafte Unternehmen wie Consensys, Uniswap und Coinbase gerieten bei Untersuchungen der SEC ins Visier, die sich auf ihre Aktivitäten innerhalb des Ethereum-Ökosystems konzentrierten.

Die mangelnde Klarheit rund um Ethereum hat sowohl bei US-Gesetzgebern als auch bei Branchenführern scharfe Kritik hervorgerufen.

SEC vs. Branchenteilnehmer

Mitglieder des Repräsentantenhauses warfen Gensler vor, den digitalen Vermögenswertsektor zu verwirren, indem er neue Begriffe wie „Sicherheit von Kryptovermögenswerten“ präge, ohne klare Definitionen oder Leitlinien bereitzustellen.

Dies hat zu Frustration unter den Branchenteilnehmern geführt, von denen viele argumentieren, dass die SEC Innovationen ersticke und das Wachstum der Blockchain-Technologie behindere.

Anfang dieser Woche sah sich Gensler während einer Kongressanhörung, an der alle fünf SEC-Kommissare teilnahmen, weiteren Gegenreaktionen ausgesetzt.

Die Gesetzgeber kritisierten den Vorsitzenden der SEC für seinen Ansatz bei der Regulierung des Kryptomarktes und warfen ihm vor, Unordnung zu stiften und den Fortschritt zu behindern.

Bei der Anhörung und erneut bei seinem Auftritt bei CNBC bekräftigte Gensler seine Behauptung, dass die Kryptoindustrie bestehende Regeln weitgehend ignoriert und sich stattdessen für eine Sonderbehandlung außerhalb der etablierten Finanzvorschriften entschieden habe.

Allerdings wehren sich einige in der Branche dagegen.

Dan Gallagher, Chefjustiziar bei Robinhood Markets und ehemaliger SEC-Beamter, sagte kürzlich aus, dass die Behörde auf die Bemühungen von Robinhood, seine Krypto-Angebote zu registrieren, nicht reagiert habe.

Gallagher meinte, die Mitarbeiter der SEC hätten ihre Antworten entweder verzögert oder gar kein Feedback gegeben, wodurch Unternehmen wie Robinhood in einer regulatorischen Schwebe geblieben seien.

SEC-Kommissarin Hester Peirce teilte Gallaghers Bedenken und argumentierte, der Kongress solle eingreifen, um die politischen Lücken zu schließen, die durch die Untätigkeit der SEC entstanden seien.

Während die Debatte über die Krypto-Regulierung anhält, signalisiert Genslers feste Haltung, dass die SEC ihre Kontrolle des Sektors wahrscheinlich nicht so bald lockern wird.

Unterdessen herrscht in der Digital-Asset-Branche weiterhin Ungewissheit, und man wartet auf klarere Vorgaben, wie man sich in der sich entwickelnden Regulierungslandschaft zurechtfindet.