Deutschlands Inflation sinkt im September auf 1,8%; EUR/USD bleibt stabil

Deutschlands Inflation sinkt im September auf 1,8%; EUR/USD bleibt stabil
Srinibas Rout
30. Sept. 2024, 14:51 PM
  • Dies ist das erste Mal seit Februar 2021, dass die Inflationsrate in Deutschland unter das 2%-Ziel der EZB gefallen ist.
  • Um Konsistenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden die Inflationsraten im gesamten Euroraum harmonisiert.
  • In ganz Europa meldeten sowohl Frankreich als auch Spanien Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Zielmarke.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September stärker als erwartet gesunken und markiert damit einen wichtigen wirtschaftlichen Moment, da die Inflation ihren niedrigsten Stand seit Jahren erreicht hat.

Nach vorläufigen Daten des deutschen Statistischen Bundesamtes Destatis ist der harmonisierte Verbraucherpreisindex (VPI) auf 1,8 Prozent gefallen und damit niedriger als die erwarteten 1,9 Prozent. Dies ist ein weiterer Rückgang gegenüber den 2 Prozent im August und spiegelt einen Trend der nachlassenden Inflation in ganz Europa wider.

Auf Monatsbasis verzeichnete der harmonisierte Verbraucherpreisindex (CPI) einen leichten Rückgang um 0,1 Prozent, entgegen der Vorhersagen einer Reuters-Umfrage, die Stabilität vorhergesagt hatte.

Dies ist das erste Mal seit Februar 2021, dass die Inflationsrate in Deutschland unter das 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) gefallen ist, ein wichtiger Meilenstein in der wirtschaftlichen Erholung des Landes.

Um Konsistenz und Vergleichbarkeit zwischen den Mitgliedsstaaten zu gewährleisten, werden die Inflationsraten im gesamten Euroraum harmonisiert.

Frühere regionale Daten zeigten einen ähnlichen Trend: Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands, meldete eine Inflation von 1,5 Prozent, ein Rückgang gegenüber 1,7 Prozent im August.

In ganz Europa meldeten sowohl Frankreich als auch Spanien Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Zielmarke, was auf eine weitgehende Entspannung in der Eurozone hindeutet.

Diese Daten erscheinen kurz vor dem mit Spannung erwarteten Schnellbericht zur Inflation im Euroraum, der weitere Einblicke in die künftige Ausrichtung der EZB-Politik geben wird.

Die Anleger warten gespannt auf Signale, ob die EZB nach der zweiten Zinssenkung zu Beginn dieses Jahres eine weitere Zinssenkung vornehmen wird.

Trotz der niedriger als erwarteten Inflationszahlen blieb der EUR/USD-Kurs relativ stabil und notierte bei etwa 1,1200 mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen stieg geringfügig um 3,5 Basispunkte auf 2,17 Prozent, während die Rendite zweijähriger Staatsanleihen, die empfindlich auf die Zinserwartungen der EZB reagiert, ebenfalls um 3,5 Basispunkte auf 2,12 Prozent stieg.

Da die Inflation weiter nachlässt, verlagert sich der Fokus auf andere europäische Märkte.

Der Unterschied bei den Anleiherenditen Österreichs gegenüber Deutschland blieb nach dem Erfolg der rechtsextremen Freiheitspartei bei den jüngsten Wahlen stabil bei 49 Basispunkten, obgleich die österreichischen Politiker eine Koalition mit der Partei ausgeschlossen haben.

Unterdessen betrug die Lücke zwischen den Renditen deutscher und französischer 10-jähriger Staatsanleihen 79 Basispunkte und erreichte ihren größten Wert seit 2012. Die französische Regierung erwägt derzeit, die Körperschaftssteuer zu erhöhen, um den Herausforderungen der öffentlichen Finanzen zu begegnen.

Auch die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen stieg um fünf Basispunkte, wodurch sich der Abstand zu Deutschland weiter vergrößerte.

Die Inflationszahlen aus Deutschland spiegeln eine breitere Verschiebung in ganz Europa wider, da die Region mit sinkender Inflation und möglichen Änderungen der EZB-Politik zu kämpfen hat. Die Anleger werden die kommenden Berichte aufmerksam verfolgen, um weitere Hinweise auf die wirtschaftliche Stabilität in der Eurozone zu erhalten.