Australische Polizei knackt Seed-Phrase und beschlagnahmt Kryptowährung im Wert von 6,4 Millionen US-Dollar

Australische Polizei knackt Seed-Phrase und beschlagnahmt Kryptowährung im Wert von 6,4 Millionen US-Dollar
Rony Roy
02. Okt. 2024, 14:14 PM
  • Die australische Polizei hat die Seed-Phrase eines Verdächtigen entschlüsselt.
  • Der Verdächtige soll eine verschlüsselte Messaging-App entwickelt haben, die von kriminellen Netzwerken verwendet wird.
  • Dieser Fall ist Teil einer größeren weltweiten Anstrengung zur Bekämpfung krimineller Machenschaften auf der Basis von Kryptowährungen.

Die australische Bundespolizei (AFP) beschlagnahmte Kryptowährung im Wert von 6,4 Millionen US-Dollar von einem Verdächtigen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität, indem sie seine Seed-Phrase knackte.

Laut der offiziellen Mitteilung vom 2. Oktober hat die AFP angeblich durch die Entschlüsselung einer im Zuge einer Untersuchung gefundenen Seed-Phrase auf die Kryptowährung des Verdächtigen zugegriffen.

Der Verdächtige, Jay Je Yoon Jung, ist der mutmaßliche Entwickler einer verschlüsselten Messaging-App namens „Ghost“, die laut Polizei ein von kriminellen Netzwerken für illegale Aktivitäten genutztes Tool ist.

Jung wurde am 17. September verhaftet und ihm werden mehrere Anklagen vorgeworfen, unter anderem die Unterstützung einer kriminellen Vereinigung. Die Behörden behaupten, er habe die Ghost-App ausschließlich für kriminelle Zwecke entwickelt und damit Aktivitäten wie Drogenhandel, Geldwäsche und Auftragsmorde ermöglicht.

Die App wurde über modifizierte Smartphones zusammen mit sechs Monaten Zugang und technischem Support für 1.600 US-Dollar verkauft.

Berichten zufolge stellte Jung Ghost außerdem regelmäßig Software-Updates zur Verfügung, und die Ermittler mussten die App infiltrieren und infizieren, um Zugriff auf die Inhalte zu erhalten.

Jungs Kryptovorrat wurde zusammen mit anderen Geräten und Vermögenswerten bei einer Razzia in seinem Haus durch die Criminal Assets Confiscation Taskforce (CACT) der AFP beschlagnahmt.

Dies war bereits das zweite Mal, dass im Rahmen der Operation Kraken, einer umfassenderen Untersuchung seiner Geschäftstätigkeit, Vermögenswerte von Jung beschlagnahmt wurden.

Bei der ersten Razzia im August wurden Kryptowährung und Besitztümer im Wert von 1,4 Millionen Dollar beschlagnahmt.

Die AFP hat noch nicht bekannt gegeben, wie die Seed-Phrase entschlüsselt wurde, mit der Begründung, dass die Angelegenheit noch vor Gericht anhängig sei.

Sie verschwiegen außerdem Einzelheiten zu den digitalen Geräten, die bei der Razzia in Jungs Wohnung sichergestellt wurden.

Nach Angaben der Behörde ermöglichte die entschlüsselte Seed-Phrase den Ermittlern, die Kryptowährung in einen sicheren Polizeispeicher zu übertragen. Die Gelder sollten später an eine von der Regierung kontrollierte Adresse übergeben werden, um sie möglicherweise bei Strafverfolgungsmaßnahmen einzusetzen.

Krypto-Razzien auf der ganzen Welt

Diese Beschlagnahmung ist Teil eines weltweiten Vorgehens gegen die Verwendung von Kryptowährungen bei kriminellen Aktivitäten. Behörden in verschiedenen Rechtsräumen warnen vor der wachsenden Rolle von Kryptowährungen bei Geldwäsche und anderen illegalen Machenschaften.

So stufte die schwedische Polizei vergangene Woche im Zuge einer Untersuchung gegen nicht lizenzierte Anbieter bestimmte Kryptowährungsbörsen als „professionelle Geldwäscher“ ein.

Nach Angaben der schwedischen Polizeibehörde und der Financial Intelligence Unit erleichterten diese Börsen Kriminellen die Geldwäsche.

In einem ähnlichen Fall in den USA beschlagnahmte das Justizministerium am 27. September drei Kryptowährungsbörsen, die mit russischen Geldwäscheaktivitäten in Verbindung stehen.

Die Plattformen – UAPS, PM2BTC und Cryptex – wickelten angeblich illegale Transaktionen im Wert von über 800 Millionen US-Dollar ab, darunter auch solche im Zusammenhang mit Ransomware und Drogenhandel im Dark Web.

Anfang des Monats schlossen die deutschen Behörden 47 Kryptowährungsbörsen, die in Geldwäsche verwickelt waren.

Die Börsen hatten gesetzliche Anforderungen wie die Überprüfung der Benutzeridentität nicht eingehalten, was es Kriminellen ermöglichte, illegale Gelder umzuwandeln und dabei ihre Anonymität zu wahren.