Nike-Gewinne im 1. Quartal übertreffen Erwartungen, aber NKE-Aktie fällt, da Prognose für das Gesamtjahr zurückgezogen wird

Nike-Gewinne im 1. Quartal übertreffen Erwartungen, aber NKE-Aktie fällt, da Prognose für das Gesamtjahr zurückgezogen wird
Harsh Vardhan
02. Okt. 2024, 06:02 AM
  • Nike zieht im Zuge eines Führungswechsels seine Prognose für das Gesamtjahr zurück.
  • Die Erträge des ersten Quartals übertrafen die Erwartungen, der Umsatz sank jedoch um 10 %.
  • Die Verkäufe in Nordamerika gehen um 11 % zurück, was Besorgnis über den Marktanteil aufkommen lässt.

Nike Inc. meldete bessere Ergebnisse als erwartet, dennoch fiel der Aktienkurs, nachdem das Unternehmen bekannt gab, dass es seine Finanzprognose für das Gesamtjahr zurückziehen und seinen ersten Investorentag seit sieben Jahren verschieben würde.

Der Schritt erfolgt im Zuge eines Führungswechsels, da sich CEO John Donahoe auf seinen Ruhestand vorbereitet und Elliott Hill später in diesem Monat die Nachfolge antreten soll.

Führungswechsel führt zu finanzieller Unsicherheit

Nikes Erträge im ersten Quartal übertrafen die Erwartungen. Das Unternehmen meldete einen Gewinn von 70 Cent pro Aktie und lag damit über der von FactSet ermittelten Konsensschätzung von 52 Cent.

Trotz der übertroffenen Gewinnprognose zog Nike seine Prognose für das Gesamtjahr zurück und begründete dies mit dem Führungswechsel und veränderten Marktbedingungen.

Matthew Friend, Finanzvorstand von Nike, sagte, die Umsatzerwartungen des Unternehmens hätten sich abgeschwächt. Als Gründe nannte er schwächeren digitalen Datenverkehr, geringere Einzelhandelsverkäufe und geringere Bestellungen für die kommende Frühjahrssaison.

In der Prognose vom Juni war für das Gesamtjahr ein Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Bereich vorgesehen, nun erwartet das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal jedoch einen stärkeren Rückgang von 8 bis 10 Prozent.

Aufgrund höherer Preisnachlässe dürften die Bruttomargen zudem um 1,5 Prozentpunkte sinken, was die allgemeinen Herausforderungen im Einzelhandelsgeschäft von Nike widerspiegelt.

Umsatz- und Gewinnrückgang

Während Nike die Gewinnerwartungen der Analysten übertraf, sank der Nettogewinn des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr um 28 % auf 1,1 Milliarden Dollar, während der Gesamtumsatz um 10 % auf 11,6 Milliarden Dollar zurückging.

Die Direktverkäufe an Verbraucher, auf die sich das Unternehmen konzentriert hat, sanken um 13 %, während die Einnahmen im Großhandel um 8 % zurückgingen.

Diese Zahlen entsprachen den Erwartungen der Analysten, zeichneten jedoch dennoch das Bild eines Unternehmens, das mit erheblichem Gegenwind zu kämpfen hat.

Am deutlichsten war der Umsatzrückgang in Nordamerika, wo die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent einbrachen. Dies ist der stärkste Rückgang unter den vier großen globalen Divisionen von Nike.

Verschiebung Investorentag und Ausblick auf den neuen CEO

Die Sorgen der Anleger wurden noch dadurch verstärkt, dass Nike den zuvor angekündigten Investorentag, der für November geplant war, verschob.

Die Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens drückte auf die Stimmung der Anleger, und die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 6 % auf 83,90 USD pro Aktie.

Trotz der schwierigen Ergebnisse hat der Führungswechsel bei Nike Hoffnung auf eine mögliche Trendwende geweckt.

Elliott Hill, ein Nike-Veteran, soll dem Unternehmen neue Energie und strategische Ausrichtung verleihen. Seit Hills Ernennung am 19. September bekannt gegeben wurde, sind die Nike-Aktien um 10 % gestiegen und haben damit den breiteren S&P 500 übertroffen, der im gleichen Zeitraum um 1,6 % zulegte.

"Die Ergebnisse von Nike im ersten Quartal haben unsere Erwartungen weitgehend erfüllt. Ein Comeback in dieser Größenordnung braucht Zeit, aber wir sehen erste Erfolge – von der Dynamik in wichtigen Sportarten bis hin zur Beschleunigung unseres Tempos bei Neuheiten und Innovationen", sagte Friend.

Er äußerte sich optimistisch, dass Hill die nächste Wachstumsphase des Unternehmens vorantreiben könne.

Gemischte Reaktionen von Analysten

Die Reaktionen der Analysten auf den Ergebnisbericht von Nike waren gemischt.

Die Deutsche Bank-Analystin Krisztina Katai räumte zwar ein, dass die Umsätze im ersten Quartal schwächer ausgefallen waren als erwartet, blieb aber hinsichtlich der langfristigen Aussichten des Unternehmens optimistisch. Sie bekräftigte ihre Kaufempfehlung und erhöhte ihr Kursziel leicht von 92 auf 95 Dollar.

Sie glaubt, dass die schrittweise Verbesserung von Nike von den Investoren positiv aufgenommen wird.

Jefferies-Analyst Randal Konik war dagegen vorsichtiger.

Konik betonte, dass das Unternehmen vor allem in Nordamerika noch immer vor erheblichen Herausforderungen stehe, wo der Umsatzrückgang auf wachsende Marktanteilsverluste hindeute.

„Die Lage ist noch nicht geklärt“, bemerkte Konik und fügte hinzu, dass es einige Zeit dauern werde, bis Hills Initiativen Früchte tragen und die zugrunde liegenden Probleme angehen.

Die über den Erwartungen liegenden Ergebnisse von Nike trugen kaum dazu bei, die Sorgen hinsichtlich der Gesamtleistung des Unternehmens zu zerstreuen, das mit Führungswechseln und einer nachlassenden Nachfrage zu kämpfen hat.

Angesichts deutlicher Umsatzrückgänge in wichtigen Märkten, vor allem in Nordamerika, und der Unsicherheit hinsichtlich künftiger Finanzprognosen bleiben die unmittelbaren Aussichten von Nike getrübt.

Viele Analysten bleiben jedoch zuversichtlich, dass die Führung von Elliott Hill das Unternehmen langfristig wieder auf Wachstumskurs bringen kann.