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Starling Bank muss wegen Versäumnissen im Bereich Finanzkriminalität eine Geldstrafe von 29 Millionen Pfund von der FCA zahlen, was Bedenken hinsichtlich der Aussichten auf einen Börsengang aufkommen lässt

Starling Bank muss wegen Versäumnissen im Bereich Finanzkriminalität eine Geldstrafe von 29 Millionen Pfund von der FCA zahlen, was Bedenken hinsichtlich der Aussichten auf einen Börsengang aufkommen lässt
Diya Poddar
02. Okt. 2024, 19:15 PM
  • Trotz regulatorischer Vereinbarungen eröffnete die Bank über 54.000 Konten für Hochrisikokunden.
  • Starlings Sanktionsscreening enthielt nicht die vollständige Liste der sanktionierten Personen.
  • Die Untersuchung der FCA wurde in 14 Monaten abgeschlossen, deutlich schneller als in anderen Fällen.

Die britische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Conduct Authority, FCA) hat gegen die Starling Bank eine Geldstrafe von 29 Millionen Pfund verhängt, weil sie bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität schwerwiegende Mängel festgestellt hat.

Diese Strafe unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die schnell wachsende reine Online-Challenger-Bank steht, deren Kundenzahl von 43.000 im Jahr 2017 auf über 3,6 Millionen im Jahr 2023 angewachsen ist.

Die Untersuchung der FCA ergab, dass Starlings Systeme zur Verhinderung von Geldwäsche, Betrug und Verstößen gegen Finanzsanktionen erschreckend unzureichend waren, was Fragen hinsichtlich des möglichen Börsengangs (IPO) aufwirft.

Unzureichende Kontrollen gegen Finanzkriminalität

Die Untersuchung der FCA ergab erhebliche Mängel bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität bei der Starling Bank, insbesondere im Hinblick auf die Sanktionsüberprüfung und die Aufnahme von Hochrisikokunden.

Zwischen September 2021 und November 2023 eröffnete die Bank über 54.000 Konten für 49.000 Personen mit hohem Risiko und verstieß damit gegen eine Vereinbarung, die Eröffnung neuer Konten für solche Kunden einzustellen, bis Verbesserungen vorgenommen wurden.

Darüber hinaus räumte Starling im Januar 2023 ein, dass seine automatisierten Systeme seit 2017 nur einen kleinen Teil der Kunden mit der vollständigen Liste der sanktionierten Personen und Unternehmen abgeglichen hätten.

Schwerwiegende Verstöße beim Sanktionsscreening

Da Starling keine strengen Sanktionskontrollen durchführte, kam es zu zahlreichen Verstößen, die die Bank den Behörden meldete.

Als Reaktion auf diese Probleme hat Starling Initiativen gestartet, die auf eine Stärkung seines Rahmens zur Bekämpfung von Finanzkriminalität abzielen.

Die Untersuchung der FCA, die sich über 14 Monate erstreckte und schneller abgeschlossen wurde als andere ähnliche Fälle, verdeutlichte die Schwere der Compliance-Verstöße.

Trotz dieser regulatorischen Herausforderungen gilt Starling weiterhin als starker Kandidat für einen Börsengang.

Die Bank hatte ursprünglich für 2023 einen Börsengang geplant, verschob den Termin jedoch aufgrund ungünstiger Marktbedingungen.

Obwohl die Geldstrafe der FCA ein erhebliches Hindernis darstellt, hat Starling große Fortschritte bei der Behebung seiner Compliance-Mängel gemacht, indem das Unternehmen massiv in die Unternehmensführung und die Bekämpfung von Finanzkriminalität investiert hat.

Regulatorische Kontrolle digitaler Banken

Die Schwierigkeiten der Starling Bank sind Teil einer umfassenderen Untersuchung digitaler Banken durch die FCA. Hintergrund sind wachsende Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit von Systemen zur Geldwäschebekämpfung (AML) und zur Kundenidentifizierung (KYC) im Fintech-Sektor.

Das schnelle Wachstum von Starling hat die Compliance-Infrastruktur zusätzlich belastet und zu diesen aufsehenerregenden regulatorischen Problemen beigetragen.

Angesichts der anhaltenden Expansion von Fintech-Unternehmen betonen die Aufsichtsbehörden die Notwendigkeit robuster AML- und KYC-Kontrollen, um mit der wachsenden Kundenbasis Schritt zu halten und Finanzkriminalität zu verhindern.

Starlings Engagement für Compliance

Nach Verhängung der FCA-Strafe entschuldigte sich die Starling Bank öffentlich und verpflichtete sich, die festgestellten Probleme zu beheben.

Vorsitzender David Sproul versicherte den Kunden, dass wesentliche Änderungen vorgenommen wurden, um ähnliche Ausfälle in Zukunft zu verhindern.

Die Bank hat eine gründliche Überprüfung ihrer Kundenkonten durchgeführt und strengere Kontrollen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität eingeführt.

Die Geldstrafe von 29 Millionen Pfund ist zwar ein Rückschlag, doch Starlings proaktive Bemühungen, sein Risikomanagement und seine Compliance-Rahmenwerke zu verbessern, könnten dazu beitragen, das Vertrauen der Anleger im Zuge der Vorbereitungen für einen künftigen Börsengang wiederherzustellen.

Durch eine verbesserte Compliance-Haltung möchte sich die Starling Bank in der wettbewerbsintensiven Fintech-Landschaft positiv positionieren und sich gleichzeitig vor Finanzkriminalität schützen.