Harris vs. Trump: Gerichtsurteil ebnet den Weg für Wetten auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen

Harris vs. Trump: Gerichtsurteil ebnet den Weg für Wetten auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen
Harsh Vardhan
03. Okt. 2024, 06:26 AM
  • Urteil eines US-Gerichts öffnet Tür für politische Wetten vor der Wahl 2024.
  • Kalshi feiert die Entscheidung und wird möglicherweise bald politische Wetten abschließen.
  • Bundesberufungsgericht weist Bedenken der CFTC hinsichtlich Wahlmanipulation zurück.

Ein Bundesberufungsgericht in Washington D.C. hat eine bedeutende Hürde für US-Glücksspieler beseitigt und erlaubt ihnen nun möglicherweise, auf politische Ergebnisse zu wetten, darunter auch auf den bevorstehenden Wahlkampf zwischen dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump und Vizepräsidentin Kamala Harris.

Dieses Urteil stellt einen grundlegenden Wandel in der rechtlichen Betrachtung politischer Wetten in den USA dar.

Gericht genehmigt politische Wettmärkte

Am Mittwoch entschied ein aus drei Richtern bestehendes Gremium, dass es der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) nicht gelungen sei, zu beweisen, dass die Zulassung von Wettmärkten während eines laufenden Rechtsstreits den Verbrauchern irreparablen Schaden zufügen würde.

Diese Entscheidung ebnet den Weg dafür, dass regulierte Börsen US-Teilnehmern politische Wettmärkte anbieten können.

Im Zentrum des Falls stand Kalshi, eine in New York ansässige Wettplattform, die die CFTC verklagte, nachdem ihr die Genehmigung verweigert worden war, Wetten auf die Mehrheitsverhältnisse im Kongress nach den bevorstehenden Wahlen anzubieten.

Wie aus einer juristischen Stellungnahme von WilmerHale hervorgeht, könnte die Entscheidung des Gerichts künftig Türen für eine breite Palette politischer Wetten öffnen.

Die Anwälte von WilmerHale schrieben:

Kalshis Reaktion und wachsendes Interesse an politischen Wetten

Kalshi-Gründer Tarek Mansour begrüßte das Gerichtsurteil zu X (ehemals Twitter) und schrieb: „US-Präsidentschaftswahlmärkte sind legal. Offiziell. Endlich.“

Zwar hat das Unternehmen noch nicht bekannt gegeben, wann offiziell mit den politischen Wetten begonnen wird, doch stellt die Entscheidung einen bedeutenden Meilenstein für Kalshi dar, das bereits zuvor Verträge für nicht-politische Ereignisse angeboten hat, beispielsweise im Zusammenhang mit Entscheidungen der US-Notenbank oder der Markteinführung neuer Produkte von Unternehmen wie Nintendo.

Nach dem Urteil haben andere Plattformen Interesse gezeigt, politische Wetten anzubieten.

Interactive Brokers hatte zuvor geplant, Wahlwetten anzubieten, kündigte an, dass man vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung bereits am Donnerstagnachmittag mit der Annahme politischer Wetten beginnen könne.

Der Rechtsstreit begann im September 2023, als die CFTC Kalshis Antrag ablehnte, ihren Nutzern den Handel mit „Event-Kontrakten“ zu gestatten, die vorhersagen, welche Partei den Kongress kontrollieren würde.

Letzten Monat hob ein Bezirksrichter diese Entscheidung auf, woraufhin die CFTC Berufung einlegte. Der Fall ist zwar noch nicht abgeschlossen, doch die Entscheidung des Berufungsgerichts erlaubt es den Märkten, während des Verfahrens weiter zu agieren.

CFTC äußert Bedenken hinsichtlich der Integrität der Wahlen

Das Hauptargument der CFTC gegen politische Wetten war das Manipulationspotenzial.

Die Agentur warnte, dass die Zulassung von Wahlwetten Wahlkampfteams oder andere Gruppen dazu veranlassen könnte, fälschlicherweise günstige Wetten abzuschließen, um die wahrgenommene Popularität eines Kandidaten zu steigern.

Dies könnte die öffentliche Meinung beeinflussen und die Wahl beeinflussen.

Das Berufungsgericht kam jedoch zu dem Schluss, dass die CFTC diese Risiken nicht ausreichend nachgewiesen habe.

„Die Kommission hat nicht nachgewiesen, dass diese Gefahren ausreichend begründet sind“, schrieben die Richter in ihrem Urteil und erlaubten den Wettmärkten, weiterzumachen, während der Fall weitergeführt wird.

Trotz des Urteils äußerten Kritiker politischer Wetten ihre Besorgnis über dessen mögliche Auswirkungen.

Stephen Hall, Rechtsdirektor der gemeinnützigen Organisation Better Markets, zeigte sich besorgt und erklärte, dies könne die Integrität der Wahlen in den USA gefährden.

„Das Glücksspiel bei Wahlen wird für Akteure mit böser Absicht neue, mächtige Anreize schaffen, unsere Wahlen zu beeinflussen und Wähler außerhalb des demokratischen Prozesses zu beeinflussen“, sagte Hall in einer Erklärung.

Der Weg vorwärts für US-Politikwetten

Mit der Entscheidung des Gerichts scheint die Zukunft politischer Wetten in den USA vielversprechender denn je.

Es bleibt jedoch die Frage, welchen Einfluss diese Märkte auf die Fairness der Wahlen haben könnten und ob weitere Regulierungen erforderlich sein werden, um mögliche Manipulationen zu verhindern.

Kalshi und andere Wettplattformen dürften von dieser Entscheidung erheblich profitieren, doch die aktuelle rechtliche und regulatorische Landschaft wird letztlich bestimmen, wie diese Märkte geregelt werden.

Mit der bevorstehenden Präsidentschaftswahl 2024 könnten politische Wetten schon bald einen wichtigen Teil der US-Wettbranche ausmachen.

Ob sich politische Wetten zu einer dauerhaften Größe oder einem vorübergehenden Trend entwickeln, wird vermutlich vom weiteren Verlauf der Rechtsstreitigkeiten und der Reaktion der Regulierungsbehörden, Gesetzgeber und der Öffentlichkeit abhängen.