Britische Bauproduktion steigt im September, da Infrastrukturprojekte das Wachstum ankurbeln

Britische Bauproduktion steigt im September, da Infrastrukturprojekte das Wachstum ankurbeln
Diya Poddar
04. Okt. 2024, 12:19 PM
  • Der Teilsektor mit der besten Performance war der Tiefbau, angetrieben von Infrastrukturprojekten.
  • Niedrigere Zinssätze und eine stabile Binnenwirtschaft trugen zum Aufschwung der Bauwirtschaft bei.
  • Die Aussichten für das vierte Quartal bleiben positiv. Das Wachstum wird voraussichtlich vom Hoch- und Gewerbebau getragen.

Die britische Bauwirtschaft verzeichnete im September ein beträchtliches Wachstum. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Bauwirtschaft stieg auf 57,2 – den höchsten Stand seit 29 Monaten, wie aus einem Bericht von S&P Global und dem Chartered Institute of Purchasing & Supply (CIPS) hervorgeht.

Diese Zahl übertraf die Erwartungen der Analysten und markierte den siebten Expansionsmonat in Folge für den Sektor.

Der starke Anstieg der Bauproduktion war vor allem auf den Tief- und Gewerbebau zurückzuführen, wobei Infrastrukturprojekte die Nase vorn hatten.

Als Haupttreiber dieses Wachstums wurden in dem Bericht wirtschaftliche Stabilität, niedrigere Zinsen und eine Zunahme der Auftragseingänge genannt.

Diese Erholung folgt auf eine Phase der Stagnation zu Beginn des Jahres und signalisiert einen erneuten Optimismus in der Bauwirtschaft, insbesondere in infrastrukturlastigen Sektoren wie dem Tiefbau.

Auch der gewerbliche Bausektor leistete einen erheblichen Beitrag, angetrieben durch die starke Nachfrage nach Büroflächen und Einzelhandelsprojekten. Im Gegensatz dazu blieb der Wohnungsbau aufgrund der anhaltenden Marktunsicherheiten schleppend.

Tiefbau steigert britische Bauproduktion mit Rekordmargen

Der Tiefbau erwies sich im September als der Sektor mit der stärksten Leistung in der britischen Bauindustrie; sein Unterindex erreichte einen 29-Monats-Höchststand.

Diese robuste Erholung leistete einen erheblichen Beitrag zur gesamten Bauproduktion.

Investitionen des öffentlichen Sektors, insbesondere in Verkehrsnetze und Energieinfrastruktur, trugen maßgeblich zur Steigerung der Nachfrage bei.

Die lokalen Regierungen haben ihre Ausgaben in diesen Bereichen erhöht, um die regionale Wirtschaft anzukurbeln.

Der Bericht hob hervor, dass ein stetiger Zulauf an Infrastrukturprojekten für diese Wiederbelebung von zentraler Bedeutung war.

Vor allem groß angelegte Verkehrsinitiativen und Projekte im Bereich erneuerbare Energien festigen die Rolle des Tiefbaus als Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Erholung Großbritanniens.

Gewerbebau erreicht neue Höchststände bei steigender Nachfrage

Im gewerblichen Bausektor war der stärkste Produktionsanstieg seit Mai zu verzeichnen, angetrieben durch die steigende Nachfrage nach Büroflächen, Einkaufszentren und gemischt genutzten Gebäuden.

Angetrieben wird diese Nachfrage sowohl von in- als auch von ausländischen Investoren, da die Unternehmen nach den durch die Pandemie bedingten Störungen versuchen, sich neu aufzustellen.

Zwar liegt der Bedarf an Büroflächen noch immer unter dem Niveau vor der Pandemie, doch die Umstellung auf hybrides Arbeiten hat die Nachfrage nach flexibleren und anpassungsfähigeren Arbeitsumgebungen ausgelöst.

Gleichzeitig hat die Erholung des Verbrauchervertrauens zu einer gesteigerten Nachfrage nach Einzelhandelsflächen geführt und so dem Wachstum im gewerblichen Bausektor zusätzlichen Schwung verliehen.

Trotz breiterer Zuwächse bleibt der Wohnungsbau schleppend

Trotz der starken Entwicklung im Hoch- und Gewerbebau blieb die Wohnbautätigkeit im September der schwächste Sektor. Die anhaltende Marktunsicherheit, insbesondere hinsichtlich der Erschwinglichkeit von Wohnraum und der Verfügbarkeit von Hypotheken, hat die Nachfrage nach neuen Wohnbauprojekten gedämpft.

Obwohl es in einigen Regionen bescheidene Zuwächse gab, blieb der Wohnungsbau weitgehend hinter dem allgemeinen Wachstum des Sektors zurück. Steigende Materialkosten und anhaltender Arbeitskräftemangel haben Wohnbauprojekte zusätzlich eingeschränkt und Bauträger dazu veranlasst, ihre Wohnungsbaupläne zu verzögern oder zu verkleinern.

Wird das Wachstum auch im Schlussquartal anhalten?

Die kurzfristigen Aussichten für die britische Bauwirtschaft bleiben positiv, insbesondere im Tiefbau und im gewerblichen Bereich. Da es bei Infrastrukturprojekten keine Anzeichen einer Verlangsamung gibt und der gewerbliche Immobiliensektor an Dynamik gewinnt, ist der Sektor für eine weitere Expansion gut aufgestellt.

Der Wohnungsbau gibt weiterhin Anlass zur Sorge und seine Erholung könnte von Veränderungen der Hypothekenzinsen und der Marktstimmung abhängen.

Während sich die britische Wirtschaft weiter stabilisiert, könnte das anhaltende Wachstum des Bausektors die dringend benötigte Unterstützung bieten. Ob sich dieser Trend im vierten Quartal fortsetzt, bleibt abzuwarten, aber die Anzeichen deuten auf weitere Zuwächse hin.