TikTok wird in den USA wegen Verstoßes gegen Kinderschutzgesetze verklagt, während rechtliche Probleme zunehmen

TikTok wird in den USA wegen Verstoßes gegen Kinderschutzgesetze verklagt, während rechtliche Probleme zunehmen
Harsh Vardhan
04. Okt. 2024, 15:15 PM
  • Dem Unternehmen droht bereits ein gänzliches Betriebsverbot in den USA.
  • Die Klage werde nicht nur die US-Aussichten des Konzerns verschlechtern, sondern auch Konsequenzen für die US-Unternehmen selbst haben.
  • Im Falle einer Verurteilung könnte TikTok zu einer Geldstrafe von 10.000 US-Dollar pro Verstoß verurteilt werden.

Die Probleme von TikTok mit den US-Behörden verschärften sich heute, als der texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton das Unternehmen verklagte und ihm den Missbrauch personenbezogener Daten Minderjähriger vorwarf.

Das Gesetz zur elterlichen Zustimmung verpflichtet Anbieter digitaler Dienste dazu, die Erlaubnis des Erziehungsberechtigten oder Elternteils eines Kindes einzuholen, bevor sie die Daten an Dritte weitergeben.

Der Generalstaatsanwalt von Texas ist der Ansicht, dass TikTok gegen dieses Gesetz verstoßen hat.

Das Gesetz von Texas verpflichtet Social-Media-Unternehmen, Maßnahmen zum Online-Schutz von Kindern zu ergreifen und den Eltern entsprechende Tools zur Verfügung zu stellen. Ken Paxton, Generalstaatsanwalt von Texas, sagte:

Im Falle einer Verurteilung könnte TikTok zu einer Geldstrafe von bis zu 10.000 US-Dollar pro Verstoß verpflichtet werden.

Droht TikTok ein Verbot in den USA?

Es ist nicht das erste Mal, dass TikTok Probleme mit den US-Behörden hat.

Bereits 2020 nutzte die US-Regierung die App, um junge Menschen für die Armee zu rekrutieren.

Doch schon bald galt sie als Risiko für die nationale Sicherheit und daraufhin versuchte Präsident Donald Trump, die App in den USA zu verbieten.

Die US-Regierung brauchte zwei Jahre, um die App mit der Begründung der nationalen Sicherheit auf Regierungsgeräten zu verbieten.

Gegen die Entscheidung, TikTok in den USA dauerhaft zu verbieten, stößt man jedoch weiterhin auf juristischen Widerstand.

Die US-Regierung verlangt von TikToks Muttergesellschaft ByteDance, dass sie die Nutzerdaten entweder in den USA speichert oder das Unternehmen an ein amerikanisches Unternehmen verkauft.

ByteDance möchte keiner dieser Forderungen nachgeben, da dies zu Problemen mit der chinesischen Regierung führen würde.

Es wird erwartet, dass dieser Rechtsstreit auch in Zukunft fortgesetzt wird.

Präsident Biden hat bereits einem Gesetzentwurf zum Zwangsverkauf des Unternehmens zugestimmt, doch solange TikTok seinen Verkauf nicht bekannt gibt, können die US-Gesetzgeber nichts tun.

ByteDances Probleme zu Hause

Während die rechtlichen Probleme in den USA das Unternehmen weiterhin belasten, läuft es auch im Inland nicht so rund.

Das Unternehmen nutzt die Technologie von Huawei, um seine künstlichen Intelligenzmodelle zu trainieren, was auch zu Problemen mit den US-Behörden führen könnte, die Huawei in den USA bereits verboten haben.

Darüber hinaus haben die KI-Ambitionen des Unternehmens in China zu einem Preiskampf mit Konkurrenten wie Baidu, Alibaba, Bilibili und JD geführt.

Anfang des Jahres begann Alibaba, einige seiner KI-Dienste kostenlos anzubieten, während es auf andere bis zu 97 Prozent Rabatt gewährte.

Andere Unternehmen waren daraufhin gezwungen, diesem Beispiel zu folgen. ByteDance behauptete beispielsweise, es habe seine Preise auf lediglich 1 % des Branchendurchschnitts gesenkt.

Diese massiven Preisnachlässe haben den finanziellen Fortschritt des Unternehmens gebremst und es schwer gemacht, mit anderen chinesischen Konkurrenten zu konkurrieren.

Sowohl in China als auch in den USA beobachten Technologieunternehmen genau, wie die US-Regierung mit ByteDance und TikTok umgeht.

Der Umgang mit den Daten Minderjähriger ist in den USA bereits ein heiß diskutiertes Thema und die jüngsten Entwicklungen werden nicht nur Auswirkungen auf TikTok haben, sondern auch dazu beitragen, die Gesetzgebung für den Umgang amerikanischer Unternehmen mit den besagten Daten zu finalisieren.