Warum die Aktie von CVS Health von hier aus um 35 % steigen könnte
- Die Verbesserungen bei Medicare Advantage von CVS sind der Grund für das Upgrade und den Optimismus von TD Cowen.
- Der Druck der Hedgefonds und strategische Kostensenkungen dürften den Wert steigern.
- Der Kurs ist über 68,3 USD im Aufwind, könnte bei anhaltender Dynamik 80 USD oder mehr anvisieren.
Am 4. Oktober 2024 stufte TD Cowen die Aktie von CVS Health (NYSE: CVS) von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und erhöhte das Kursziel von 59 auf 85 US-Dollar.
Dies stellt ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 35 % dar, das auf wesentliche Aktualisierungen des Medicare Advantage-Geschäfts (MA) von CVS zurückzuführen ist.
Analyst Charles Rhyee verwies auf die Kürzung der Leistungen für rezeptfreie Medikamente und die im Vergleich zum Vorjahr um 27 % gekürzten Zahnarztzuschüsse, die zuvor zu einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen geführt hatten.
Darüber hinaus sind derzeit 90 % der Mitglieder in mit vier Sternen bewerteten Plänen für 2025 eingeschrieben, verglichen mit 73 % im Jahr 2024. Rhyee wies darauf hin, dass 2024 der Tiefpunkt für die CVS-Aktie erreicht werden könnte, wobei für 2025 ein zweistelliges bereinigtes EPS-Wachstum erwartet wird.
Laut Rhyee stellt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von CVS von 8,6 in Kombination mit einer Dividendenrendite von 4 % eine attraktive Gelegenheit für wert- und einkommensorientierte Anleger dar.
Die Hochstufung von TD Cowen spiegelt das wachsende Vertrauen in die Fähigkeit von CVS wider, eine Trendwende herbeizuführen und die Wachstumsdynamik wiederherzustellen, was der Aktie erhebliche Kursgewinne beschert.
CVS Health: unterschiedliche Analystenmeinungen
Während TD Cowen optimistisch ist, vertreten andere Analysten eine gemischte Meinung.
RBC Capital Markets hat ein „Outperform“-Rating und ein Ziel von 68 USD, was das Verbesserungspotenzial je nach strategischer Umsetzung unterstreicht.
Barclays hingegen hält an einem Equal Weight-Rating mit einem Ziel von 63 USD fest, wobei der Schwerpunkt auf den Herausforderungen liegt, vor denen das Einzelhandelssegment von CVS steht, und darauf hingewiesen wird, dass die Integration der Zahler-/PBM-Vermögenswerte für die Bewertung des Unternehmens weiterhin von entscheidender Bedeutung ist.
Leistung und Umstrukturierungsbemühungen von CVS Health
CVS betreibt drei Hauptsegmente: Gesundheitsdienste (darunter der Pharmacy Benefit Manager Caremark), Health Care Benefits (Aetna) und Pharmacy & Consumer Wellness.
Das Unternehmen meldete für das Jahr 2023 einen Umsatz von 357,8 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Allerdings bestehen im Segment Health Care Benefits weiterhin Herausforderungen, wobei insbesondere im Geschäftsbereich Medicare Advantage die Leistung hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Der Ergebnisbericht des Unternehmens für das zweite Quartal ergab, dass der Umsatz mit 91,2 Milliarden US-Dollar unter dem Durchschnitt lag, der Non-GAAP-Gewinn pro Aktie von 1,83 US-Dollar jedoch über den Schätzungen lag.
Das Unternehmen hat außerdem eine Kostensenkungsinitiative im Umfang von 2 Milliarden US-Dollar gestartet, die Entlassungen vorsieht, von denen 2.900 Konzernmitarbeiter betroffen sind.
Darüber hinaus erwägt CVS Berichten zufolge strategische Optionen, darunter die mögliche Aufspaltung seiner Geschäftsbereiche, allerdings ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen.
Der Hedgefonds Glenview Capital, der 1 Prozent der CVS-Aktien hält, befindet sich derzeit in Gesprächen mit dem Management über die Steigerung des Aktionärswerts, was die Erwartungen hinsichtlich struktureller Veränderungen weiter erhöht.
CVS Health-Aktie: attraktive Bewertung
CVS wird derzeit mit einem KGV von 9,0 (für die nächsten 1 Jahre) gehandelt, was einem satten Abschlag von 31,2 % gegenüber dem Branchenmedian von 13,1 (für die nächsten 1 Jahre) entspricht.
Während die Bewertung der Aktie darauf schließen lässt, dass sie unterbewertet ist, hat die jüngste Reihe von Gewinnherabstufungen die Stimmung der Anleger getrübt.
Trotz dieser Gegenwinde bleibt die Aktie mit einer Dividendenrendite von 4,33 % eine starke Ertragsanlage und ist damit für langfristige Anleger attraktiv, die in einem volatilen Markt nach Erträgen und Stabilität suchen.
Ein zentrales Thema für CVS ist die Rentabilität seiner Medicare Advantage-Pläne. Die medizinische Leistungsquote (MBR) des Unternehmens für das zweite Quartal 2024 betrug 89,6 %, was auf höhere als erwartete Ansprüche und gestiegene Kosten zurückzuführen ist.
Die Führung von CVS erwartet im Jahr 2025 eine Margenverbesserung von 100 bis 200 Basispunkten. Dies ist jedoch eine Herabstufung gegenüber den früheren Erwartungen einer Verbesserung um 200 Punkte.
Diese anhaltenden Herausforderungen haben zu weiteren Zweifeln geführt, ob das Unternehmen in der Lage ist, in seinem Segment Krankenversicherungsleistungen eine vollständige Trendwende zu erreichen.
Trotz des Drucks im Versicherungsgeschäft erwirtschaftet CVS weiterhin einen beträchtlichen freien Cashflow.
Im zweiten Quartal 2024 erwirtschaftete CVS einen operativen Cashflow von 8 Milliarden US-Dollar, was es dem Unternehmen ermöglichte, seine Dividendenverpflichtung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig einen relativ hohen Verschuldungsgrad von 4x zu bewältigen.
Die erwartete Dividendenrendite des Unternehmens in Höhe von 4,6 % bleibt für Anleger, die stabile Erträge anstreben, attraktiv, während das Management weiterhin Wert auf Schuldenabbau und Kapitaleffizienz legt.
Aufsichtsrechtliche Kontrolle
Caremark, das PBM-Geschäft von CVS, sieht sich zunehmender Prüfung durch US-Gesetzgeber ausgesetzt, insbesondere im Hinblick auf Bedenken hinsichtlich wettbewerbsschädigender Praktiken.
Jüngste Forderungen nach Untersuchungen von Co-Manufacturing-Vereinbarungen könnten die Regulierungslandschaft noch komplizierter machen.
Dies gibt zwar weiterhin Anlass zu großer Sorge, doch die starke Stellung von CVS auf dem Markt und seine Diversifizierung über mehrere Geschäftsbereiche hinweg können dazu beitragen, die Auswirkungen möglicher Regulierungsmaßnahmen abzufedern.
Mit Blick auf die Zukunft wird die Fähigkeit von CVS, die Margen in seinem Medicare Advantage-Geschäft zu verbessern und seine Kostensenkungsstrategie umzusetzen, der Schlüssel zur Realisierung seines Wachstumspotenzials sein.
Die Angebote des Unternehmens für den Medicare Advantage-Plan 2025 dürften die Rentabilität steigern und damit die Grundlage für eine Erholung der Erträge schaffen.
Wenn diese Initiativen erfolgreich sind, könnte der Aktienkurs von CVS deutlich ansteigen und mit dem überarbeiteten Kursziel von TD Cowen übereinstimmen.
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren wollen wir nun einen genaueren Blick auf die technischen Indikatoren werfen, um zu beurteilen, was die Diagramme über die künftige Entwicklung der CVS-Aktie aussagen.
CVS Health-Aktie: Aufwärtsdynamik zeichnet sich ab
Die Aktie von CVS verzeichnet seit Anfang 2023 einen starken Abwärtstrend, der bis heute anhält und von über 100 $ auf Tiefststände nahe 50 $ gefallen ist.
Quelle: TradingView
Seit Mai weist die Aktie jedoch eine gewisse Stabilität auf und notierte in den letzten Tagen oberhalb ihres gleitenden 100-Tage-Durchschnitts, was darauf schließen lässt, dass sich in den Kurzfrist-Charts eine Aufwärtsdynamik entwickelt.
Unter Berücksichtigung dieses Umstands können Anleger, die eine optimistische Einschätzung der Aktie haben, auf dem aktuellen Niveau eine kleine Long-Position eröffnen und diese weiter ausbauen, sobald der Kurs die 68,3-Dollar-Marke überschreitet.
Wenn die Aufwärtsdynamik anhält, kann die Aktie schon bald Kurse über 80 USD anpeilen.
Händler, die pessimistisch in Bezug auf die Aktie sind, müssen eine gewisse Vorsicht walten lassen und sollten auf dem aktuellen Niveau keine Leerverkäufe tätigen.
Erst wenn die Aktie erneut unter ihren 100-Tage-Durchschnitt fällt, sollte eine erneute Short-Position in Betracht gezogen werden.
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