Chinas Aktienmarkt gerät ins Stocken, da Anleger von Konjunkturimpulsen unbeeindruckt bleiben

Chinas Aktienmarkt gerät ins Stocken, da Anleger von Konjunkturimpulsen unbeeindruckt bleiben
Deepali Singh
08. Okt. 2024, 07:15 AM
  • Der anfängliche Kursanstieg der chinesischen Aktienkurse von über 10% kehrte sich nach der enttäuschenden Ankündigung eines Konjunkturprogramms um.
  • Shanghai legte um 5 % zu, während der Hang Seng in Hongkong während einer turbulenten Sitzung um 5 % fiel.
  • Die Anleger zeigten sich enttäuscht, dass Chinas Wirtschaftsplaner keine neuen, bedeutenden Maßnahmen ergriffen.

Nach einem starken Start, bei dem die Aktien nach den Feiertagen der Goldenen Woche um über 10 % stiegen, kehrten die chinesischen Aktien ihren Kurs um, da die mit großer Spannung erwartete Pressekonferenz keine wesentlichen Einzelheiten über die Ankurbelung der schleppenden Wirtschaft des Landes lieferte.

In einer von Volatilität geprägten Sitzung stieg der Shanghai Composite Index auf dem chinesischen Festland bis zum späten Vormittag um etwa 5 %, während der Hang Seng Index in Hongkong um 5 % fiel, was eine gespaltene Stimmung unter den Anlegern widerspiegelte.

Unerfüllte Erwartungen von Chinas Wirtschaftsplanern

Die Marktteilnehmer hatten mit Spannung auf weitere Erkenntnisse zu den Plänen der chinesischen Regierung zur Wiederankurbelung des Wirtschaftswachstums gewartet.

Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) bot jedoch wenig Klarheit.

NDRC-Vorsitzender Zheng Shanjie versuchte, einen zuversichtlichen Ton anzuschlagen und versicherte, dass China seine wirtschaftlichen und sozialen Ziele für dieses Jahr erreichen werde.

Er räumte jedoch ein, dass der Druck zunehme, und erklärte: „Auch der Abwärtsdruck auf Chinas Wirtschaft nimmt zu.“

Zheng bestätigte außerdem Pläne, bis zum Jahresende 200 Milliarden Yuan (28 Milliarden US-Dollar bzw. 21,5 Milliarden Pfund) für Ausgaben- und Investitionsprojekte bereitzustellen.

Trotz dieser Ankündigung zeigten sich die Anleger enttäuscht, dass kein umfassenderes Konjunkturpaket vorgelegt wurde.

Marktreaktion auf Konjunkturdefizite

„Der Markt hat wirklich mehr erwartet“, sagte Alicia Garcia-Herrero, Chefökonomin für die Region Asien-Pazifik bei Natixis.

„Die Korrektur wird noch stärker ausfallen, wenn die Daten zur Goldenen Woche in Bezug auf den Konsum schwach sind“, fügte sie hinzu und betonte die Reaktion des Marktes auf den wahrgenommenen Mangel an greifbaren Maßnahmen.

Garcia-Herrero kritisierte auch den Zeitplan der Regierung und erklärte: „Ich hätte keine Pressekonferenz einberufen, um nichts Neues anzukündigen.“

Wachsende Besorgnis über Chinas wirtschaftliche Entwicklung

Chinas Führung steht unter Druck, das Vertrauen in die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wiederherzustellen, da die Befürchtung zunimmt, das Land könne sein jährliches Wachstumsziel von fünf Prozent verfehlen.

In den letzten Monaten haben die Behörden eine Reihe von Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft vorgestellt, darunter Unterstützung für den angeschlagenen Immobiliensektor, Interventionen am Aktienmarkt, direkte Finanzhilfen für Haushalte mit niedrigem Einkommen und erhöhte Staatsausgaben.

Einige Ökonomen bleiben jedoch skeptisch, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um die tief verwurzelten Probleme der chinesischen Wirtschaft zu lösen.

Viele argumentieren, dass das Land umfassendere Strukturreformen brauche, um ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum zu erreichen.

Das Wirtschaftswachstum Chinas verlangsamt sich aufgrund der Schwäche des Immobilienmarkts, deflationärer Tendenzen und anderer erheblicher Herausforderungen.

Die Konjunkturmaßnahmen der Regierung signalisieren zwar, dass sie sich diesen Sorgen annehmen will, doch das Fehlen klarer und entschiedener Maßnahmen hat bei vielen Anlegern für Vorsicht hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Wirtschaft gesorgt.