Invezz

Ehemaliger Google-CEO priorisiert KI-Investitionen gegenüber Klimazielen

Ehemaliger Google-CEO priorisiert KI-Investitionen gegenüber Klimazielen
Wajeeh Khan
08. Okt. 2024, 14:25 PM
  • Laut Eric Schmidt sind die Klimaziele ohnehin zu ehrgeizig, um sie zu erreichen.
  • Er ist überzeugt, dass KI dabei helfen könnte, Wege zur Kohlendioxid-Emissionsreduzierung zu finden.
  • Umweltschützer sind mit der mutigen Aussage des ehemaligen Google-CEOs nicht einverstanden.

Eric Schmidt ist der Ansicht, die Welt müsse Investitionen in künstliche Intelligenz Vorrang vor Klimazielen geben, die „wir sowieso nicht erreichen werden“.

Diese kühne Aussage machte er letzte Woche auf einem KI-Gipfel.

Schmidt war von 2001 bis 2011 CEO von Google.

Während seiner Amtszeit wurde der Technologiegigant erstmals „klimaneutral“.

Der Branchenmagnat hält das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, für etwas zu ehrgeizig, zumal „wir nicht organisiert“ genug seien, um das erstmals von der Biden-Regierung formulierte Ziel zu erreichen.

Die Google-Aktie steigt zum Redaktionsschluss am Dienstag leicht an.

Wie kann KI dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen?

Angesichts ihres enormen Energieverbrauchs werden KI-Rechenzentren der Senkung der CO2-Emissionen höchstwahrscheinlich im Wege stehen. Tatsächlich prognostiziert die Internationale Energieagentur, dass KI-Rechenzentren in diesem Jahr bis zu zehnmal mehr Strom verbrauchen werden als im Jahr 2022.

Dennoch sagte Eric Schmidt: „Ich würde lieber auf KI setzen“, denn eine nachhaltige Lösung für den Klimawandel liege möglicherweise nicht in einer umfassenderen Verpflichtung zur Emissionsbeschränkung, sondern in der Suche nach Wegen, um Kohlenstoff effizient aus der Umwelt zu eliminieren.

Dies sei eine mögliche Lösung, bei der künstliche Intelligenz einen großen Beitrag leisten könne, fügte er hinzu.

Andere, darunter der Milliardär Elon Musk, haben zuvor eine ähnliche Ansicht vertreten, nämlich dass die Nutzung technologischer Innovationen zur tatsächlichen Beseitigung von Kohlenstoff aus der Umwelt möglicherweise eine bessere langfristige Lösung für den Klimawandel sei.

Umweltschützer sind anderer Meinung als Eric Schmidt

Eric Schmidt sprach auf dem Gipfel über Möglichkeiten, die negativen Umweltauswirkungen künstlicher Intelligenz durch bessere Batterien und Stromleitungen möglicherweise zu mildern.

Doch selbst solche Maßnahmen würden letztlich dem anhaltenden explosiven Wachstum der KI zum Opfer fallen, argumentierte er.

Beachten Sie, dass Statista prognostiziert, dass der Markt für künstliche Intelligenz bis Ende 2030 ein Volumen von 1 Billion US-Dollar erreichen wird.

Dennoch könnte die Nutzung von KI zur Entdeckung neuer Wege zur Beseitigung von Kohlenstoff aus der Umwelt eine praktischere Lösung für den Klimawandel sein, da die Welt derzeit extrem von fossilen Brennstoffen abhängig ist.

Theoretisch könnte es also wesentlich einfacher sein, Kohlenstoff aus der Umwelt zu entfernen, als seine Emissionen von vornherein zu minimieren. Umweltexperten und -enthusiasten sind da jedoch offensichtlich anderer Meinung.

Eric Shmidt hat bereits massive Kritik von Umweltlobbyisten auf sich gezogen, die nach wie vor davon überzeugt sind, dass ein weiterer Anstieg des Stromverbrauchs von KI auf lange Sicht eine Katastrophe für den Planeten bedeuten könnte.