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Verliert die Rallye der Gold- und Kupferpreise an Schwung?

Verliert die Rallye der Gold- und Kupferpreise an Schwung?
Sayantan Sarkar
08. Okt. 2024, 15:46 PM
  • Geringere Wetten auf eine übermäßige Zinssenkung der US-Notenbank belasten den Goldpreis.
  • Der Kupferpreis fällt unter 10.000 Dollar pro Tonne.
  • Die Kupferpreise an der LME waren seit Anfang September um 15 Prozent gestiegen.

Der Metallmarkt zeigte sich vom chinesischen Wirtschaftsminister enttäuscht, da dieser am Dienstag keine konkreten weiteren Konjunkturmaßnahmen vorschlug.

Die Preise für Gold und Kupfer mussten am Dienstag einen Schlag hinnehmen, und Analysten zufolge besteht die Gefahr, dass der jüngste Preisanstieg beider Metalle in den kommenden Wochen verpufft.

„Industriemetalle sind heute Morgen gefallen, da die Enttäuschung über China eine Risikoaversion auslöste“, sagten Ewa Manthey und Warren Patterson, Rohstoffstratege bei der ING Group, in einer Mitteilung.

Die wirtschaftliche Lage in China gibt weiterhin Anlass zur Sorge um Pekings Erholungskurs. Die Nachfrage nach wichtigen Rohstoffen wie Rohöl, Gold und unedlen Metallen ist weiterhin schwach, was die Stimmung der Anleger weltweit belastet.

China ist der weltweit größte Verbraucher von unedlen Metallen und Gold.

Gold durch geringere Wetten auf überdimensionierte US-Zinssenkungen belastet

Die Goldpreise sind seit letzter Woche gefallen, da positive Konjunkturdaten aus den USA die Erwartungen der US-Notenbank hinsichtlich einer Zinssenkung bei ihren bevorstehenden geldpolitischen Sitzungen dämpften.

Der US-Arbeitsmarktbericht zeigte einen deutlich stärkeren Anstieg der im September geschaffenen Arbeitsplätze als erwartet. Zudem sank die Arbeitslosenquote im Land und auch die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen kräftig.

Den Fed-Fund-Futures zufolge rechnen die Marktteilnehmer nun sowohl im November als auch im Dezember mit einer Zinssenkung um lediglich 25 Basispunkte.

Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank AG, sagte in einem Bericht:

Nachfrage nach sicheren Häfen begrenzt sinkenden Goldpreis

Dass es trotz starker Konjunkturdaten der letzten Wochen zu keiner deutlichen Korrektur beim Goldpreis gekommen ist, liegt laut Fritsch am anhaltenden Konflikt im Nahen Osten, der die Nachfrage nach sicheren Häfen ankurbelt.

„Der Goldpreis wird also derzeit von gegensätzlichen Faktoren in unterschiedliche Richtungen gezogen“, sagte Fritsch.

Unterdessen meldete die chinesische Zentralbank unveränderte Goldreserven von 72,8 Millionen Unzen Ende September. Das bedeutet, dass die Bank fünf Monate in Folge kein Gold gekauft hat.

Darüber hinaus kündigte Chinas Nationale Entwicklungs- und Reformkommission in ihrer Pressekonferenz am Dienstagmorgen keine konkreten weiteren Maßnahmen an.

Peking äußerte sich zuversichtlich, seine Wirtschaftsziele in diesem Jahr zu erreichen und versprach, das Wachstum weiter zu fördern. Mit größeren Maßnahmen hielt man sich allerdings zurück.

Laut Fxstreet.com liegt der technische Support des Goldpreises bei 2.600 USD pro Unze. Sollte der Preis unter dieses Niveau fallen, liege der nächste Support bei etwa 2.560 USD, heißt es.

Der am häufigsten gehandelte Goldkontrakt an der COMEX lag bei 2.665,60 USD pro Unze und war damit gegenüber dem vorherigen Schlusskurs weitgehend unverändert.

Der Preis hatte am Dienstag mit 2.647,55 Dollar pro Unze einen mehr als einwöchigen Tiefstand erreicht, als der jüngste Preisanstieg des gelben Metalls eine Pause einlegte.

Kupferpreisrallye verpufft

Der Markt für unedle Metalle erlebte vor Dienstag eine kurze Erholung.

Der Aufschwung war vor allem auf die Erwartungen weiterer Konjunkturimpulse aus China zurückzuführen.

Da Chinas oberster Wirtschaftsplaner keine neuen Zusagen machte, fielen die Kupferpreise stark.

Kupfer, das seit Anfang September um fast 15 Prozent zugelegt hatte und letzte Woche über 10.000 Dollar pro Tonne gehandelt wurde, fiel am Dienstag auf 9.700 Dollar pro Tonne.

Commerzbank's Fritsch said:

Im vergangenen Monat hatte Peking eine Reihe von Konjunkturpaketen eingeführt, darunter Zinssenkungen und gezielte Unterstützungsmaßnahmen für den Immobiliensektor, die den Kupferpreis in die Höhe trieben.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels lag der Dreimonatskontrakt für Kupfer an der London Metal Exchange bei 9.792 USD pro Tonne und damit 1,4 % unter dem vorherigen Schlusskurs.