GBP/USD-Prognose: Signal vor britischen BIP- und Inflationsdaten

GBP/USD-Prognose: Signal vor britischen BIP- und Inflationsdaten
Crispus Nyaga
11. Okt. 2024, 05:19 AM
  • Der GBP/USD-Wechselkurs gab im Vorfeld der Veröffentlichung der britischen BIP- und Inflationsdaten nach.
  • Die USA veröffentlichten Daten zur Verbraucherinflation, die stärker als erwartet ausfielen.
  • Analysten erwarten, dass die Federal Reserve bei den nächsten Sitzungen eine weniger gemäßigte Haltung einnehmen wird.

Das GBP/USD-Paar setzte diese Woche seinen starken Ausverkauf fort, da die Wahrscheinlichkeit einer aggressiveren Federal Reserve schwand. Nachdem das Paar letzten Monat auf 1,3435 gestiegen war, ist es auf 1,3060 zurückgefallen, den tiefsten Stand seit dem 11. September.

Neuausrichtung der US-Notenbank

Das Paar GBP/USD stand in den letzten sieben Tagen im Rampenlicht, nachdem die USA starke Wirtschaftszahlen veröffentlicht hatten.

Ein Bericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigte, dass die Wirtschaft im vergangenen Monat über 254.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, mehr als erwartet. Besonders bemerkenswert ist, dass das Amt seine Beschäftigungszahlen für August um über 10.000 nach oben korrigiert hat. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich auf 4,1 %, während das Lohnwachstum zunahm.

Das Paar reagierte auch auf das Protokoll der Federal Reserve vom Mittwoch, aus dem hervorging, dass die Beamten uneinig waren, ob die Zinsen um 0,50% oder 0,25% gesenkt werden sollten. Die meisten Mitglieder stimmten für eine Senkung der Zinsen um 0,50%, die größte Senkung seit über vier Jahren.

Allerdings deutete die Erklärung an, dass die Beamten bei den nächsten Treffen vorsichtiger vorgehen würden. Sie würden mehr Daten beobachten, wenn sie die Größe und das Ausmaß der nächsten Zinssenkungen bestimmen würden.

Aktuelle Daten zeigen, dass die Beamten bei der nächsten Sitzung wahrscheinlich zu einer geringeren Senkung tendieren werden. Der Arbeitsmarkt ist nicht so schwach wie von den meisten Analysten erwartet, und die Inflation sinkt nicht so schnell wie erwartet.

Ein am vergangenen Donnerstag veröffentlichter Bericht zeigte, dass die Inflation höher war als erwartet. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im September um 0,2 Prozent und damit stärker als die erwarteten 0,1 Prozent.

Dieser Anstieg entspricht einem jährlichen Zuwachs von 2,4% und liegt damit über der mittleren Schätzung von 2,3%. Es handelt sich um den niedrigsten Inflationswert seit über drei Jahren.

Die Kerninflation, die die volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise ausklammert, stieg im gleichen Zeitraum von 3,2% auf 3,3%.

Diese Zahlen bedeuten daher, dass die Federal Reserve bei der nächsten Sitzung entweder um 0,25% kürzen oder ganz auf eine Kürzung verzichten wird. In einer Erklärung sagten die Analysten von ING:

Britische Konjunkturdaten im Überblick

Die nächsten wichtigen GBP/USD-Nachrichten kommen aus Großbritannien, wo am Freitagmorgen die neuesten BIP-Daten veröffentlicht werden.

Analysten gehen davon aus, dass die Wirtschaft laut den Daten von 0,0% im Juli auf 0,2% im August gewachsen ist. Auf Jahresbasis wird ein Anstieg des Verbraucherpreisindex (CPI) von 1,2% auf 1,4% erwartet.

Das Office of National Statistics (ONS) wird außerdem die neuesten Zahlen zur Industrie- und Fertigungsproduktion veröffentlichen. Analysten gehen davon aus, dass beide in den letzten Monaten im Minus lagen.

Die nächsten Daten, die man im Auge behalten sollte, sind die britischen Arbeitsmarktdaten vom kommenden Dienstag und der Inflationsbericht vom Mittwoch. Analysten erwarten, dass die Daten zeigen werden, dass der Gesamt-VPI von 2,2% auf 2,1% gesunken ist, während der Kern-VPI von 3,6% auf 3,5% gefallen ist.

Diese Zahlen werden Auswirkungen auf die nächste Sitzung der Bank of England (BoE) haben. Analysten erwarten, dass die Bank in den kommenden Sitzungen einige Zinssenkungen vornehmen wird, da es der Wirtschaft nicht gut geht.

GBP/USD technische Analyse

Der GBP/USD-Wechselkurs befindet sich in einem starken Abwärtstrend, nachdem er im letzten Monat mit 1,3430 seinen Höchststand erreicht hatte. Er ist auf 1,3055 zurückgefallen, den niedrigsten Stand seit dem 12. September.

Das Paar ist unter die wichtige Unterstützungsmarke bei 1,3140 gefallen, seine höchste Schwankung am 14. Juli. Es ist auch unter den gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gefallen.

Darüber hinaus ist der MACD-Indikator unter die Nulllinie gerutscht, während der Relative Strength Index (RSI) nach unten tendierte.

Daher wird das Paar wahrscheinlich weiter fallen, da die Verkäufer das nächste wichtige Unterstützungsniveau bei 1,2900 anpeilen.