Es könnte ein guter Zeitpunkt sein, Small-Cap-Aktien zu kaufen. Ein Stratege erklärt, wie man mit dem Handel umgeht.

Es könnte ein guter Zeitpunkt sein, Small-Cap-Aktien zu kaufen. Ein Stratege erklärt, wie man mit dem Handel umgeht.
Vatsala Gaur
14. Okt. 2024, 14:16 PM
  • Eine Marktrotation weg vom Technologiesektor unterstützt Small Caps.
  • Starke Finanz- und Ertragszahlen könnten dem Russell 2000 Auftrieb geben.
  • Die Renditen von Staatsanleihen und die technischen Faktoren sprechen für eine Stärke der Small-Cap-Aktien.

Die jüngste Rallye des S&P 500, der seinen 45. Rekordschlusskurs des Jahres 2024 erreichte, ist umfassender als in den Vormonaten.

Während Banken und Finanzwerte diesen allgemeinen Marktanstieg angeführt haben, erregen auch Small Caps die Aufmerksamkeit der Analysten.

Jeff Jacobson von 22V Research hält dies für ein starkes Signal für Small-Cap-Aktien, die seiner Meinung nach gute Chancen haben, auszubrechen und möglicherweise größere Aktien zu übertreffen.

Laut einem Bericht von MarketWatch weist Jacobson darauf hin, dass ein Hauptgrund für die Ausweitung des Marktes in der geringeren Konzentration auf die „Magnificent 7“-Mega-Cap-Aktien liege, die seit Juli eine unterdurchschnittliche Performance gezeigt hätten.

Er sagt:

Diese Abkehr von der Dominanz der Mega-Cap-Technologieunternehmen hat anderen Sektoren, darunter auch Small Caps, die Möglichkeit gegeben, an Dynamik zu gewinnen.

Berichtssaison könnte Small Caps Auftrieb geben

Jacobson verweist auf einen weiteren Katalysator für das Wachstum von Small-Cap-Aktien: die Gewinnsaison.

Im Juli, als die Berichtssaison in vollem Gange war, erlebten Small-Cap-Aktien – gemessen am iShares Russell 2000 ETF (IWM) – eine deutliche Rallye.

„Zwischen dem 10. und 30. Juli verzeichneten wir bei IWM einen Anstieg von 9,44 %, während die Technologieaktien um über 9 % fielen“, erinnert sich Jacobson.

Er glaubt, dass eine ähnliche Abkehr vom Technologiesektor während der bevorstehenden Berichtssaison den Small Caps erneut zugute kommen könnte.

Darüber hinaus sind Finanzwerte, die fast 20 % des Russell 2000-Index ausmachen, für die Performance dieses Sektors von entscheidender Bedeutung.

Da die Großbanken in letzter Zeit hohe Gewinne erzielt haben, besteht die Zuversicht, dass kleinere Banken und Finanzunternehmen diesem Beispiel folgen werden.

Renditen von US-Staatsanleihen signalisieren Stärke für Small Caps

Jacobson betont außerdem die positiven Auswirkungen steigender Staatsanleihenrenditen auf Small-Cap-Aktien.

Während höhere Renditen typischerweise zunächst die Sorge wecken, dass es für kleinere Unternehmen Gegenwind geben könnte, argumentiert Jacobson, dass die jüngsten Entwicklungen am Anleihemarkt das Wachstum kleinerer Unternehmen tatsächlich unterstützen.

Der Anstieg der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen von rund 3,6 Prozent auf über 4 Prozent spiegelt ein geringeres Risiko eines Konjunkturabschwungs wider, was der zyklischen Natur von Small-Cap-Aktien zugutekommt.

„Steigende Renditen aufgrund starker Konjunkturdaten sprechen für den Kauf zyklischer Small Caps“, erklärt Jacobson.

Er fügt hinzu, dass es zwar zunächst zu einer reflexartigen Reaktion kommen könnte, Small Caps zu verkaufen, wenn die Renditen steigen, doch jeder Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen könnte sich zu deren Gunsten auswirken – insbesondere, wenn die Konjunkturdaten stark blieben.

Jacobson weist auch auf technische Faktoren hin, die Small Caps weiter unterstützen könnten.

Trotz der Marktvolatilität hat sich der Russell 2000 seit Dezember über seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt gehalten.

Sogar während des Ausverkaufs Anfang August gelang es den Small Caps, sich stabil zu halten.

„IWM liegt jetzt nur noch etwa 2 Prozent unter dem klar definierten Widerstandsniveau von 225, das waren die Höchststände im Juli und September“, sagt er.

Angesichts der Dynamik des Gesamtmarktes und der historischen Entwicklung in den letzten Monaten des Jahres hält Jacobson einen Ausbruch über dieses Widerstandsniveau für zunehmend wahrscheinlich.

Neben technischen Faktoren sprechen auch saisonale Faktoren für Small Caps.

Historisch betrachtet waren November und Dezember für den Russell 2000 in den letzten fünf Jahren die Monate mit der besten Performance, was den Optimismus in Bezug auf den Sektor weiter verstärkte.

Strategische Optionen für den Small-Cap-Handel

Angesichts dieser günstigen Ausgangslage bevorzugt Jacobson den Einsatz von Optionen, um das Ausbruchspotenzial auszunutzen.

Er schlägt vor, IWM-Puts für Dezember zu einem Ausübungspreis von 205 zu verkaufen, um den Kauf von IWM-Calls für Dezember zu einem Ausübungspreis von 230 zu finanzieren.

„Bei der starken Rallye im Juli sahen wir, wie die Volatilität der Aufwärts-Calls im weiteren Verlauf explosionsartig anstieg“, bemerkt er.

Aus diesem Grund zieht Jacobson den direkten Besitz von Calls der Nutzung eines Aufwärts-Call-Spreads vor und positioniert sich so für eine möglicherweise kräftige Rallye der Small-Cap-Aktien in den kommenden Monaten.