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S&P prognostiziert Anstieg der Staatsschuldenausfälle im nächsten Jahrzehnt

S&P prognostiziert Anstieg der Staatsschuldenausfälle im nächsten Jahrzehnt
Deepali Singh
14. Okt. 2024, 14:27 PM
  • S&P prognostiziert für das nächste Jahrzehnt mehr Zahlungsausfälle staatlicher Kreditinstitute in Fremdwährungen.
  • Bevor es zu Zahlungsausfällen kam, gaben die Regierungen fast 20 Prozent ihrer Staatseinnahmen für Zinsen aus.
  • Hohe Kreditkosten entstehen durch Inflation und Fremdwährungsschulden.

S&P Global Ratings prognostiziert für das kommende Jahrzehnt einen Anstieg der Zahlungsausfälle bei Fremdwährungsanleihen staatlicher Emittenten. Der Ratingdienstleister führt diesen Trend auf die deutlich gestiegenen Schuldenstände und die steigenden Kreditkosten im Zusammenhang mit Hartwährungsanleihen zurück.

Wie die Ratingagentur berichtete, haben die untersuchten Regierungen im Jahr vor dem Zahlungsausfall bei Fremdwährungsschulden im Durchschnitt fast 20 Prozent ihrer Staatseinnahmen für Zinszahlungen aufgewendet.

Diese hohen Kreditkosten sind auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, zu denen unter anderem die steigende Inflation, die Abwertung der Währung, Schwankungen der Handelsbedingungen und ein erheblicher Anteil der Staatsschulden in Fremdwährungen gehören.

„Die meisten Staatsausfälle in Fremdwährungen zwischen 2000 und 2023 waren auf schwache institutionelle, fiskalische und schuldenstrukturelle Faktoren zurückzuführen“, stellte Giulia Filocca, Kreditanalystin bei S&P Global, in einem ausführlichen Bericht fest.

Die Analyse von S&P zeigt, dass Staaten mit steigenden Nettoauslandsverbindlichkeiten – also wenn die gesamten Schulden des öffentlichen und privaten Sektors gegenüber ausländischen Einrichtungen die von ihren Inländern im Ausland investierten Vermögenswerte übersteigen – anfälliger für Zahlungsausfälle sind.

Im Gegensatz dazu besteht für Netto-Auslandsgläubiger eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie mit ähnlichen Risiken konfrontiert werden.

Der Bericht hebt hervor, dass in vielen Ländern, die mit potenziellen Zahlungsausfällen in ihrer Fremdwährung konfrontiert sind, darunter Zypern, Grenada und Griechenland, der Bruttoaußenfinanzierungsbedarf häufig bei weitem die Einnahmen aus der Leistungsbilanz und die Devisenreserven übersteigt.

Dieses Ungleichgewicht verschärft ihre Anfälligkeit und unterstreicht die Herausforderungen, vor denen sie bei der Erfüllung ihrer Zahlungsverpflichtungen stehen.

Angesichts der sich ständig weiterentwickelnden globalen Finanzlage sind die Erkenntnisse von S&P eine wichtige Erinnerung daran, welchem Druck Staaten bei der Verwaltung ihrer Auslandsschulden ausgesetzt sind und welches komplexe Zusammenspiel wirtschaftlicher Faktoren zu Zahlungsausfällen führen kann.