Aktienkurs des niederländischen Halbleitergiganten ASML fällt um 15 %: hier ist der Grund

Aktienkurs des niederländischen Halbleitergiganten ASML fällt um 15 %: hier ist der Grund
Srinibas Rout
15. Okt. 2024, 18:23 PM
  • Auch die Aktien von Chipherstellern wie Nvidia, AMD und Broadcom verzeichneten einen Rückgang von mindestens 4 %.
  • ASML korrigierte seinen Umsatzausblick für 2025 auf eine Spanne zwischen 30 und 35 Milliarden Euro nach oben.
  • Diese Abwärtskorrektur verstärkte die Sorgen der Anleger hinsichtlich der Wachstumskurve des Unternehmens.

Die Aktien des niederländischen Halbleiterausrüstungsgiganten ASML stürzten am Dienstag um 15,6 Prozent ab, nachdem die Quartalsergebnisse einen Tag früher veröffentlicht wurden, was bei den Anlegern Besorgnis auslöste.

Der enttäuschende Ergebnisbericht sowie schwächer als erwartet ausgefallene Auftragseingänge lösten nicht nur eine Verkaufswelle bei ASML aus, sondern schickten auch Schockwellen durch den gesamten Halbleitermarkt.

Die Aktien von Chipherstellern wie Nvidia, Advanced Micro Devices (AMD) und Broadcom verzeichneten als Reaktion auf die Nachrichten einen Rückgang von mindestens 4 %, was die Volatilität des Sektors noch weiter erhöhte.

ASML, bekannt als Lieferant hochentwickelter Anlagen zur Chipherstellung, korrigierte seinen Umsatzausblick für 2025 auf einen Bereich zwischen 30 und 35 Milliarden Euro (32,72 Milliarden US-Dollar) und landete damit am unteren Ende seiner früheren Prognose.

Diese Abwärtskorrektur verstärkte die Sorgen der Anleger über die Wachstumskurve des Unternehmens in einer Branche, die mit gemischten Marktbedingungen zu kämpfen hat.

Einer der größten Sorgepunkte in der Ergebnisveröffentlichung war der starke Rückgang der Nettobuchungen im Septemberquartal.

ASML meldete Nettobuchungen in Höhe von 2,6 Milliarden Euro (2,83 Milliarden US-Dollar) und lag damit deutlich unter den Markterwartungen von 5,6 Milliarden Euro.

Dieser Mangel schürte die Sorge vor einem länger anhaltenden Nachfragerückgang bei Halbleiterausrüstungen, trotz des Optimismus im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI).

„Während KI weiterhin ein starkes Wachstumspotenzial zeigt, brauchen andere Segmente länger, um sich zu erholen, was zu einer allmählicheren Erholung führt, als wir zunächst erwartet hatten“, erklärte ASML-CEO Christophe Fouquet im Ergebnisbericht.

Dieser vorsichtige Ausblick steht in krassem Gegensatz zu den zuvor hohen Erwartungen, die in das Unternehmen gesetzt wurden, insbesondere da es Maschinen für die Extrem-Ultraviolett-Lithografie (EUV) liefert, die von globalen Chipherstellern wie Nvidia und Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) zur Herstellung hochentwickelter Halbleiter verwendet werden.

Die Verzögerung der Erholung in anderen Sektoren hat die kurzfristigen Aussichten für ASML und den Chipmarkt insgesamt getrübt.

Chinas Rolle für ASMLs künftigen Umsatz

Ein weiteres wichtiges Thema während der Ergebnisdiskussion war das Engagement von ASML auf dem chinesischen Markt.

ASML-Finanzvorstand Roger Dassen äußerte sich optimistischer über das China-Geschäft des Unternehmens und prognostizierte, dass es im nächsten Jahr rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen werde, was dem historischen Durchschnitt entspreche.

Trotz Bedenken hinsichtlich geopolitischer Spannungen und Exportbeschränkungen bleibt China für ASML ein entscheidender Markt.

Im zweiten Quartal dieses Jahres gab ASML bekannt, dass fast die Hälfte seines Umsatzes – 49 Prozent – aus China stammte.

Dies unterstreicht die Bedeutung des chinesischen Marktes für die Einnahmequellen des Unternehmens, auch wenn die Branche weiterhin mit regulatorischen Herausforderungen konfrontiert ist.

Die schwächeren Gewinn- und Umsatzprognosen deuten darauf hin, dass die KI-getriebene Nachfrage zwar noch robust ist, die allgemeine Erholung des Halbleitermarktes jedoch länger dauern könnte, was Fragen über ASMLs kurzfristiges Wachstum aufwirft.