BofA-Umfrage: Anlegerstimmung erreicht Höchststand und löst „Verkaufssignal“ für globale Aktien aus

BofA-Umfrage: Anlegerstimmung erreicht Höchststand und löst „Verkaufssignal“ für globale Aktien aus
Vatsala Gaur
15. Okt. 2024, 14:00 PM
  • Die Aktienallokationen stiegen im letzten Monat sprunghaft an, während es bei Anleihen zu einer Rekordverschiebung hin zu untergewichteten Positionen kam.
  • Der Bargeldbestand in globalen Portfolios sank im Oktober von 4,2 % im Vormonat auf 3,9 %.
  • Strategen warnen davor, dass die Marktübertreibung zunimmt.

Eine aktuelle Anlegerumfrage der Bank of America Corp. deutet darauf hin, dass die zunehmend optimistische Stimmung ein Hinweis darauf sein könnte, dass es an der Zeit ist, internationale Aktien zu verkaufen.

Die im Oktober von Strategen wie Michael Hartnett durchgeführte Umfrage ergab einen deutlichen Anstieg der Aktienallokationen und einen Rückgang des Engagements in Anleihen, was ein „Verkaufssignal“ für globale Aktien auslöste, berichtete Bloomberg.

Der Bargeldbestand in globalen Portfolios sank im Oktober von 4,2 % im Vormonat auf 3,9 %.

Dieser Grad an Optimismus hat das Team der Bank of America dazu veranlasst, den Anlegern Vorsicht zu wünschen.

In der Vergangenheit haben ähnliche Signale zu Rückgängen bei den weltweiten Aktienkursen geführt, wobei der durchschnittliche Rückgang innerhalb eines Monats bei 2,5 Prozent und innerhalb der drei Monate nach dem Auslöser bei 0,8 Prozent lag.

Quelle: Bloomberg

Ein Anstieg des Anlegeroptimismus seit 2020

Der Optimismus der Anleger hat seinen höchsten Stand seit Juni 2020 erreicht. Die Umfrage nennt mehrere Faktoren für diesen Wandel.

Dieses neugewonnene Vertrauen wurde durch Erwartungen auf Zinssenkungen durch die US-Notenbank, Konjunkturimpulse in China und die Hoffnung auf eine „sanfte Landung“ genährt.

Dem Bericht zufolge hat sich die Aktienallokation im Vergleich zum letzten Monat fast verdreifacht und liegt nun netto bei 31 Prozent Übergewicht.

Im Gegensatz dazu kam es bei der Anleihenallokation zu einer Rekordverschiebung auf eine Nettountergewichtung von 15 %.

Trotz dieser Begeisterung hat der Bull & Bear Indicator der BofA die kritische Marke von 8, einem „großen Verkaufssignal“, noch nicht erreicht. Die Strategen warnen jedoch davor, dass die Aufregung am Markt zunimmt.

Quelle: Bloomberg

Sektorrotation und künftige Risiken

Der Optimismus hat zu einer deutlichen Sektorrotation unter den Anlegern geführt. Viele Investoren sind in Schwellenländer-, Konsumgüter- und Industriewerte eingestiegen und haben sich aus defensiven Sektoren wie Grundnahrungsmittel und Versorgungsunternehmen zurückgezogen.

Aktien und Rohstoffe aus den Schwellenländern dürften am meisten von Chinas Konjunkturprogramm profitieren, während Staatsanleihen und japanische Wertpapiere die größten Verlierer sein dürften.

Zu den weiteren wichtigen Ergebnissen der Umfrage gehört, dass sich die Anleger im Vorfeld der US-Wahlen verstärkt auf die Absicherung ihrer Vermögenswerte konzentrieren.

Ein möglicher überwältigender Sieg bei den Wahlen wird als wichtiger Auslöser für höhere Anleiherenditen und einen stärkeren US-Dollar angesehen, könnte aber auch eine Gefahr für den S&P 500 darstellen.

Die Wachstumserwartungen sind sprunghaft gestiegen: 76 Prozent der Anleger prognostizieren mittlerweile eine sanfte Landung der Wirtschaft, nur 8 Prozent rechnen mit einer harten Landung.

Zu den größten Risiken zählen aus Sicht der Anleger geopolitische Konflikte (33 %), eine steigende Inflation (26 %) und eine mögliche Rezession in den USA (19 %).

In Bezug auf die Positionierung sind Long-Positionen in den „Magnificent 7“-Technologieaktien (43 %), Long-Positionen in Gold (17 %) und Long-Positionen in chinesischen Aktien (14 %) am stärksten vertreten.

Mit dem zunehmenden Optimismus beginnen jedoch auch die Warnsignale zu blinken, sodass Anleger Risiken und Chancen sorgfältig abwägen müssen.