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Wie die Spannungen zwischen Indien und Kanada den jährlichen Handel im Wert von 9,8 Milliarden Dollar beeinträchtigen könnten

Wie die Spannungen zwischen Indien und Kanada den jährlichen Handel im Wert von 9,8 Milliarden Dollar beeinträchtigen könnten
Diya Poddar
15. Okt. 2024, 13:22 PM
  • Indien importierte Waren im Wert von 4,6 Milliarden Dollar aus Kanada und exportierte sie im Wert von 3,8 Milliarden Dollar.
  • Kanada hat zwischen 2000 und 2024 4 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen nach Indien investiert.
  • Indien exportiert Edelsteine, Schmuck und Arzneimittel; Kanada liefert Hülsenfrüchte, Zeitungspapier und Chemikalien.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Indien und Kanada erlitten einen weiteren Schaden, als Kanada vermutete, dass Indien an der Tötung des khalistanischen Terroristen Hardeep Singh Nijjar beteiligt gewesen sei.

Dieser Vorwurf führte zu einer raschen Eskalation, woraufhin Indien kanadische Gesandte auswies und seinen Hochkommissar aus Ottawa abberief.

Während sich die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zunehmend verschlechtern, sind die wirtschaftlichen Auswirkungen noch immer nicht ausgelöscht.

Experten warnen, dass anhaltende Spannungen erhebliche Folgen für die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen diesen beiden Ländern haben könnten.

Trotz Spannungen bleibt die Wirtschaftspartnerschaft zwischen Indien und Kanada stark

Trotz der politischen Unstimmigkeiten pflegen Indien und Kanada weiterhin stabile Wirtschaftsbeziehungen.

Die Global Trade Research Initiative (GTRI) berichtete, dass die derzeitigen diplomatischen Spannungen bislang keine größeren Auswirkungen auf den Warenhandel zwischen den beiden Ländern hätten.

Der bilaterale Warenhandel zwischen Indien und Kanada verzeichnete ein leichtes Wachstum von 8,3 Milliarden Dollar im Jahr 2022–23 auf 8,4 Milliarden Dollar im Jahr 2023–24.

Indiens Importe aus Kanada stiegen auf 4,6 Milliarden Dollar, während die Exporte nach Kanada im gleichen Zeitraum geringfügig auf 3,8 Milliarden Dollar sanken.

In den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 erreichte der bilaterale Warenhandel 7,65 Milliarden US-Dollar, wobei die indischen Exporte 4,7 Milliarden US-Dollar und die Importe 2,95 Milliarden US-Dollar ausmachten.

Dieser stetige Handelsfluss unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftspartnerschaft trotz der politischen Umwälzungen.

Kanadische Investitionen in Indien: eine wichtige Säule der Wirtschaftsbeziehungen

Auch die kanadischen Investitionen in Indien waren beträchtlich: Von April 2000 bis Juni 2024 steuerte Kanada 4 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen (FDI) bei.

Dieser Kapitalfluss hat dazu beigetragen, zahlreiche Sektoren der indischen Wirtschaft anzukurbeln.

Ein großer Teil dieser Investitionen stammt von kanadischen Pensionsfonds, die insgesamt über 75 Milliarden Dollar nach Indien gepumpt haben, vor allem aufgrund des Wachstumspotenzials und des günstigen Geschäftsklimas des Landes.

Dies macht Kanada zu einem der größten ausländischen Investoren in Indien. Derzeit sind über 600 kanadische Unternehmen auf dem indischen Markt tätig.

Darüber hinaus prüfen mehr als 1.000 kanadische Firmen aktiv Geschäftsmöglichkeiten in verschiedenen Sektoren, darunter Informationstechnologie, natürliche Ressourcen und Finanzdienstleistungen.

Was Indien nach Kanada importiert und exportiert

Indiens Exportportfolio nach Kanada ist vielfältig und reicht von Edelsteinen und Schmuck bis hin zu pharmazeutischen Produkten und Konfektionskleidung.

Zu den weiteren wichtigen Exportgütern zählen organische Chemikalien, leichte technische Erzeugnisse sowie Eisen- und Stahlprodukte.

Andererseits importiert Indien wichtige Rohstoffe wie Hülsenfrüchte, Zeitungspapier, Zellstoff, Asbest und Pottasche aus Kanada.

Der Handel umfasst auch Industriechemikalien, Mineralien und Metallschrott.

Diese vielfältigen Handelsströme spiegeln die tiefe wirtschaftliche Integration der beiden Länder wider, die bislang von politischen Folgen verschont blieb.

Wie politische Spannungen die wirtschaftliche Stabilität gefährden können

Der diplomatische Streit zwischen Indien und Kanada könnte allerdings zu einer Bedrohung für ihre langjährigen Wirtschaftsbeziehungen werden.

GTRI-Gründer Ajay Srivastava stellte fest, dass die Handelsbeziehungen bislang zwar stabil gewesen seien, jedoch nicht immun gegen politische Instabilität seien.

Die gegenwärtige Situation erfordert eine sorgfältige Diplomatie, um sicherzustellen, dass die Wirtschaftspartnerschaft intakt bleibt.

Ajay Srivastava warnte:

Beide Regierungen müssen der Aufrechterhaltung der Stabilität ihrer Handels- und Investitionsbeziehungen höchste Priorität einräumen, um größeren wirtschaftlichen Schaden zu verhindern. Srivastava betonte, dass die Bewältigung dieser Krise ohne Unterbrechung der Wirtschaftsbeziehungen in den kommenden Monaten eine der größten Herausforderungen sein wird.

Können sich die Beziehungen zwischen Indien und Kanada erholen?

Mit Blick auf die Zukunft wird viel davon abhängen, wie beide Länder den anhaltenden diplomatischen Konflikt meistern.

Sollten sich die Beziehungen weiter verschlechtern, könnte dies nicht nur den Handel behindern, sondern auch Auswirkungen auf kanadische Investitionen in Indien haben.

Da Milliarden von Dollar an Investitionen auf dem Spiel stehen, insbesondere von kanadischen Pensionsfonds, wird die Aufrechterhaltung eines stabilen Geschäftsumfelds für beide Länder von entscheidender Bedeutung sein.

Die Tatsache, dass die Wirtschaftsbeziehungen den Belastungen durch die politischen Umwälzungen bislang standgehalten haben, ist ein Lichtblick.

Für beide Länder bestehen erhebliche wirtschaftliche Anreize, ihre Handels- und Investitionsbeziehungen aufrechtzuerhalten, auch wenn ihre diplomatischen Beziehungen weiterhin von Turbulenzen geprägt sind.