Der von Trump unterstützte Start der Kryptowährung WLFI gerät ins Stocken und bringt aufgrund technischer Hürden nur 11,8 Millionen US-Dollar ein

Der von Trump unterstützte Start der Kryptowährung WLFI gerät ins Stocken und bringt aufgrund technischer Hürden nur 11,8 Millionen US-Dollar ein
Diya Poddar
16. Okt. 2024, 19:49 PM
  • Nur 9.050 von 100.000 auf der Whitelist stehenden einzigartigen Wallet-Adressen besitzen das Token.
  • WLFI ist ein Angebot gemäß Regulation D, das den Verkauf auf akkreditierte Anleger mit einem Nettovermögen von über 1 Million US-Dollar beschränkt.
  • Die Genehmigung der mit WLFI verbundenen Kryptobank durch Aave könnte einen Wendepunkt darstellen.

Die Einführung von World Liberty Financial (WLFI), einer von Donald Trump unterstützten Kryptowährung, war mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Innerhalb der ersten 24 Stunden wurden lediglich 11,8 Millionen US-Dollar gesammelt – weit weniger als das ehrgeizige Spendenziel von 300 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 1,5 Milliarden US-Dollar.

WLFI wurde als Governance-Token konzipiert und ermöglicht seinen Inhabern, über wichtige Entscheidungen innerhalb der Plattform abzustimmen.

Da jedoch lediglich 9.050 einzigartige Wallet-Adressen für voraussichtlich 100.000 Whitelist-Investoren erstellt wurden, steht das Projekt im wettbewerbsintensiven digitalen Vermögenswertmarkt vor erheblichen Hindernissen.

Warum die ehrgeizigen Ziele des WLFI nicht erreicht werden

Das Projekt wird als „Kryptobank“ vermarktet, die es Benutzern ermöglicht, digitale Währungen zu leihen, zu verleihen und in sie zu investieren. Der Mitbegründer von WLFI, Zachary Folkman, äußerte sich zuvor optimistisch über die erwartete Popularität des Projekts und die Anzahl der auf der Whitelist aufgeführten Investoren.

Der Start von WLFI verlief jedoch nicht wie geplant. Daten von Etherscan zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen der Anzahl der Whitelist-Investoren und der Anzahl der Token-Käufer.

Bislang haben sich lediglich 9 % der geplanten Investoren beteiligt, sodass das Projekt weit von seinem Ziel von 300 Millionen US-Dollar entfernt ist.

Technische Rückschläge behindern den Verkauf von WLFI-Token

Ein erheblicher Teil des enttäuschenden Starts ist auf technische Schwierigkeiten zurückzuführen.

Der exklusive Marktplatz für WLFI hatte während seiner Einführung wiederholt mit Ausfällen zu kämpfen und zeigte potenziellen Anlegern die Meldung „Wir werden derzeit gewartet“ an.

Diese anhaltenden Probleme frustrierten wahrscheinlich viele potenzielle Käufer, die bei Bedarf nicht auf die Plattform zugreifen konnten.

Darüber hinaus hat World Liberty Financial bislang weder ein offizielles Whitepaper noch einen formellen Geschäftsplan veröffentlicht, sodass viele potenzielle Investoren über die langfristige Vision des Projekts im Unklaren sind.

Der Status von WLFI als Token-Angebot gemäß Regulation D stellt eine weitere erhebliche Herausforderung dar.

Diese Regelung ermöglicht es Projekten, Kapital aufzunehmen, ohne Wertpapiere bei der US-Börsenaufsicht SEC registrieren zu müssen. Allerdings ist sie mit strengen Anforderungen verbunden, die den Kreis potenzieller Investoren einschränken.

Nur akkreditierte Investoren, also solche mit einem Nettovermögen von über 1 Million US-Dollar, können teilnehmen. Dadurch wird der Markt von WLFI erheblich eingeschränkt und möglicherweise der Mangel an erwarteten Investoren erklärt.

Begrenzte Stimmmöglichkeiten für WLFI-Token-Inhaber

Obwohl WLFI als Governance-Token vermarktet wird, stehen den Token-Inhabern derzeit keine Entscheidungen zur Abstimmung zur Verfügung, da sich die mit der digitalen Münze verbundene Kryptobank noch in der Entwicklung befindet.

Die Plattform wartet auf die Genehmigung durch Aave, eine führende Krypto-Kreditplattform, und bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleiben den WLFI-Inhabern kaum mehr als Versprechungen hinsichtlich künftiger Nützlichkeit.

Diese Unsicherheit hat viele Anleger zögern lassen, da der Wert des Tokens ohne eine funktionierende Plattform spekulativ bleibt.

Zwar hat Donald Trumps Unterstützung die Aufmerksamkeit auf das Projekt gelenkt, doch der Weg zur Erholung bleibt unklar.

WLFI wurde für seinen Mangel an Transparenz kritisiert, da weder ein Whitepaper noch ein umfassender Geschäftsplan für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Darüber hinaus deutet das Kleingedruckte auf der Website von World Liberty Financial darauf hin, dass Trump und seine Familie erhebliche Token und Gebühren aus dem Projekt erhalten könnten, was Bedenken hinsichtlich möglicher Interessenkonflikte aufkommen lässt.