Hongkong erhält 2022 von Singapur den Status der „freiesten Volkswirtschaft der Welt“ zurück

Hongkong erhält 2022 von Singapur den Status der „freiesten Volkswirtschaft der Welt“ zurück
Diya Poddar
17. Okt. 2024, 11:48 AM
  • Mit einem Wert von 8,58 erobert Hongkong seine Position als freieste Volkswirtschaft der Welt zurück.
  • Singapur verlor knapp den Spitzenplatz und erreichte im Bericht „Economic Freedom of the World“ 8,55 Punkte.
  • Venezuela belegt mit einem Wert von 3,02 den letzten Platz und unterstreicht damit den Kontrast zwischen der freiesten und der am wenigsten freien Volkswirtschaft.

Laut dem jüngsten Bericht „Economic Freedom of the World“ des Fraser Institute hat Hongkong seine Position als freieste Volkswirtschaft der Welt zurückerobert und Singapur knapp überholt.

Der Bericht, der die Volkswirtschaften anhand verschiedener Faktoren wie Regulierung, Freiheit des internationalen Handels und Größe des Staates bewertet, vergibt Hongkong eine Punktzahl von 8,58 und überholt damit Singapur mit 8,55.

Diese Rückkehr an die Spitze folgt einer Datenrevision, die zeigt, dass Hongkong seine Position trotz der ersten Ergebnisse des letzten Jahres nie wirklich verloren hat.

Diese Ergebnisse fallen in den Kontext der Bemühungen Hongkongs, nach den jüngsten Herausforderungen seinen Status als globales Finanzzentrum zu festigen.

Rankings zur wirtschaftlichen Freiheit zeigen weltweiten Rückgang

Der Bericht des Fraser Institute für 2022, der 165 Volkswirtschaften weltweit abdeckt, offenbarte einen besorgniserregenden Trend abnehmender wirtschaftlicher Freiheit weltweit. Dies ist das dritte Jahr in Folge dieser Abwärtsbewegung nach mehr als einem Jahrzehnt stetiger Verbesserung.

Während Hongkong, Singapur und die Schweiz die Rangliste anführen, bleibt Venezuela mit einer Punktzahl von nur 3,02 am unteren Ende. Neuseeland und die USA komplettieren die Top 5 und veranschaulichen damit das breite Spektrum der Wirtschaftspolitik auf der ganzen Welt.

Chinas Einfluss auf die Freiheit Hongkongs auf dem Prüfstand

Trotz Hongkongs Spitzenplatzierung warnte das Fraser Institute, dass der Wert seiner wirtschaftlichen Freiheit seit Jahren stetig sinke.

Der Bericht hob die Sorge über eine zunehmende Einmischung Chinas hervor, insbesondere in Bereichen wie Justiz und Rechtsstaatlichkeit. Dies könne den langjährigen Ruf der Stadt als Bastion marktwirtschaftlicher Prinzipien schädigen.

Die Warnung folgt auf die Verhängung des nationalen Sicherheitsgesetzes Hongkongs aus dem Jahr 2020, das Fragen zur künftigen Autonomie des Territoriums aufgeworfen hat.

Neue Impulse für Hongkongs Finanzplatzambitionen

Diese positiven Platzierungen kommen nur wenige Wochen zustande, nachdem Hongkong seinen Titel als wichtigstes Finanzzentrum Asiens zurückerobert und Singapur erneut überholt hat.

Für John Lee, den Bürgermeister der Stadt, stellt dies einen bedeutenden Sieg dar, da er versucht, Hongkong nach den Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie, das nationale Sicherheitsgesetz und politische Unruhen auf der Weltbühne neu zu positionieren.

Die Ergebnisse des Fraser Institute deuten darauf hin, dass die Stadt zwar weiterhin eine globale Wirtschaftsmacht ist, diese Stellung aber in Zukunft aufrechterhalten werden muss, um sich mit den Sorgen über den wachsenden Einfluss Pekings auseinanderzusetzen.

Globale Wirtschaftsfreiheit unter Druck

Der Bericht des Fraser Institute aus dem Jahr 2022 zeigt auch einen allgemeinen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsfreiheit. In vielen Ländern sind die Werte aufgrund verstärkter staatlicher Eingriffe während der Pandemie gesunken.

Der anhaltende Rückgang der wirtschaftlichen Freiheit zeigt, dass die Länder ihre Politik neu bewerten und die langfristigen Auswirkungen einer verstärkten Regulierung und staatlichen Kontrolle auf ihre Volkswirtschaften bedenken müssen.

Hongkongs Regierung verteidigt Rechtsstaatlichkeit

Als Reaktion auf den Bericht des Fraser Institute begrüßte die Regierung Hongkongs die Ergebnisse und bekräftigte ihr Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftlichen Freiheiten. Beamte verwiesen auf jüngste politische Veränderungen, die darauf abzielen, das Geschäftsumfeld zu verbessern und den internationalen Handel anzukurbeln.

Dennoch bleiben Beobachter hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen des Einflusses Pekings auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Stadt vorsichtig.

Da die globale Wirtschaftsfreiheit weiterhin unter Druck steht, wird die Widerstandsfähigkeit Hongkongs in den kommenden Jahren auf die Probe gestellt.

Ob die Stadt ihren Spitzenplatz in künftigen Rankings halten kann, wird davon abhängen, wie gut sie die internen und externen Herausforderungen meistert. Dazu zählen die wachsenden politischen Bindungen zu China und die anhaltenden globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten.