TSMC könnte eine langfristige Bedrohung für die USA darstellen: hier ist der Grund

TSMC könnte eine langfristige Bedrohung für die USA darstellen: hier ist der Grund
Wajeeh Khan
17. Okt. 2024, 20:30 PM
  • Die Vereinigten Staaten sind bei der Chipherstellung übermäßig von TSMC abhängig.
  • Die US-Regierung ist sich der Risiken bewusst, die mit ihrer Abhängigkeit von TSMC verbunden sind.
  • Die TSMC-Aktie legt heute Morgen aufgrund eines starken dritten Quartals und angehobener Prognosen zu.

Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd. (NYSE: TSM) bestätigte, dass künstliche Intelligenz alles andere als eine Blase ist, als das Unternehmen starke Gewinne für das dritte Quartal meldete und seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr anhob.

Das Unternehmen nutzt weiterhin seine beherrschende Stellung in der weltweiten Chipproduktion und bleibt widerstandsfähig, auch wenn Konkurrenten wie ASML vor einer nachlassenden Nachfrage warnen.

Während die anhaltende Stärke von TSMC kurzfristig ein gutes Zeichen für KI-Investoren ist, kann sie für die Vereinigten Staaten langfristige Risiken bergen.

USA sind bei der Chipherstellung von TSMC abhängig

Die Marktposition von TSMC bleibt robust, da das Unternehmen gegenüber Konkurrenten wie Intel Marktanteile gewinnt.

Der Halbleiterriese stellt etwa 90 % aller hochentwickelten Chips der Welt her, wodurch US-Unternehmen wie AMD, Nvidia und Apple stark von den Produktionskapazitäten von TSMC abhängig sind.

Diese starke Abhängigkeit stellt ein strategisches Risiko für die USA dar, insbesondere angesichts der Nähe von TSMC zum chinesischen Festland.

Angesichts begrenzter Alternativen und zunehmender Spannungen zwischen China und den USA sind amerikanische Technologieunternehmen mit potenziellen Schwachstellen in ihren Lieferketten konfrontiert.

Darüber hinaus werden wichtige US-Militär- und Infrastruktursysteme von hochmodernen Chips angetrieben. Dies weckt Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit angesichts der starken Abhängigkeit von einem ausländischen Hersteller.

Bis jetzt haben die an der New Yorker Börse notierten Aktien von TSMC im bisherigen Jahresverlauf 2024 mehr als 100 % zugelegt.

US-Bemühungen, Abhängigkeit von TSMC zu reduzieren

Die US-Regierung ist sich der Risiken bewusst, die mit ihrer Abhängigkeit von TSMC einhergehen. Mit dem CHIPS Act, einer mehrere Milliarden Dollar schweren Initiative zur Stärkung der heimischen Halbleiterproduktion, hat sie Maßnahmen ergriffen, um diesen Risiken zu begegnen.

TSMC hat außerdem Pläne zum Bau von Produktionsanlagen in Arizona angekündigt.

Diese Bemühungen stehen jedoch vor erheblichen Herausforderungen.

Es wird erwartet, dass TSMC seine modernsten Chips erst in drei bis vier Jahren auf US-amerikanischem Boden produzieren wird – und bis dahin könnten diese Chips bereits veraltet sein.

Trotz erheblicher Investitionen dürften die USA bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich nur noch 20 Prozent der weltweiten Produktion hochentwickelter Chips ausmachen; 1990 waren es noch 37 Prozent.

Bei der Herstellung hochentwickelter Chips werden die USA voraussichtlich weiterhin stark von TSMC abhängig sein und damit Lieferketten- und Sicherheitsrisiken ausgesetzt sein.

Die Wall Street bleibt für TSMC optimistisch; zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels lautet das Konsensrating „Kaufen“ und die Dividendenrendite beträgt 1,24 %.

Kursentwicklung der TSMC-Aktie

Die Aktien von TSMC sind in diesem Jahr um mehr als 70 % gestiegen und haben damit viele der großen asiatischen Technologieunternehmen übertroffen.

Das Wachstum spiegelt das Vertrauen der Anleger in das Thema KI wider, wobei US-Privatanleger aktiv mit den American Depositary Receipts (ADRs) von TSMC handeln.

Zu Handelsbeginn stiegen die ADRs von TSMC auf der Plattform von Robinhood um 4,5 %.

Unterdessen konnten die Aktien japanischer Chiphersteller wie Lasertec Corp. nach der Gewinnbekanntgabe von TSMC ihre anfänglichen Verluste reduzieren.

Allerdings bleiben die Anleger nach dem jüngsten Bericht der ASML Holding NV vorsichtig. Dieser offenbarte schwächere Auftragseingänge als erwartet aufgrund einer langsameren Erholung im Mobilfunk- und Automobilsektor.