US-Arbeitslosenzahlen sinken nach Abklingen der Hurrikane, aber Boeing-Streik erhöht den Druck auf den Arbeitsmarkt

US-Arbeitslosenzahlen sinken nach Abklingen der Hurrikane, aber Boeing-Streik erhöht den Druck auf den Arbeitsmarkt
Diya Poddar
17. Okt. 2024, 18:24 PM
  • Der Maschinistenstreik bei Boeing, von dem 33.000 Arbeiter betroffen sind, setzt den US-Arbeitsmarkt weiterhin unter Druck.
  • Die Zahl der hurrikanbedingten Entlassungen ist zurückgegangen und die Zahl der Arbeitsanträge hat wieder ein normaleres Niveau erreicht.
  • Die Zahl der Amerikaner, die Arbeitslosenunterstützung beziehen, stieg auf 1,87 Millionen.

In den USA sanken die Arbeitslosenanträge in der Woche bis zum 12. Oktober um 19.000 auf 241.000, was die Erholung der Wirtschaft von den Störungen durch die Hurrikane im Südosten widerspiegelt. In der Woche zuvor war es aufgrund des Hurrikans Helene zu einem starken Anstieg der Anträge gekommen, der in den betroffenen Bundesstaaten zu zahlreichen Entlassungen geführt hatte.

Obwohl die Zahlen dieser Woche im Vergleich zu den historischen Durchschnittswerten immer noch erhöht sind, lässt sich doch darauf schließen, dass der Anstieg der letzten Woche auf vorübergehende Faktoren wie Wetterereignisse zurückzuführen ist.

Streik bei Boeing belastet weiterhin den US-Arbeitsmarkt

Trotz des Rückgangs der Gesamtansprüche bleibt der Streik von 33.000 Boeing-Maschinisten ein anhaltendes Problem für den Arbeitsmarkt. Der Streik, der in die fünfte Woche geht, hat die Lieferkette und den Betrieb von Boeing stark beeinträchtigt.

Es wird erwartet, dass die Arbeitslosenzahlen auch weiterhin von den Arbeitslosenmeldungen der vom Streik betroffenen Arbeitnehmer beeinflusst werden und in den kommenden Wochen zu einer gewissen Volatilität beitragen werden.

Die Auswirkungen des Hurrikans Helene auf die Arbeitslosenzahlen sind zurückgegangen, und aus den betroffenen Bundesstaaten wurden weniger Anträge gestellt. Der Sturm hinterließ bleibende Schäden, insbesondere in der Landwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe des Südostens.

Dieser Rückgang bei den Anträgen deutet darauf hin, dass Bemühungen zur wirtschaftlichen Erholung im Gange sind. Einige Experten warnen jedoch davor, dass hohe Zinsen und Inflationsdruck den Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten weiter belasten könnten.

Anhaltende Sorgen wegen hoher Zinsen

Über die wetterbedingten Störungen hinaus geben aktuelle Daten Anlass zur Sorge, dass die aggressiven Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve beginnen, den Arbeitsmarkt insgesamt zu belasten.

Zwar liegt die Zahl der Arbeitslosenzahlen nach wie vor unter dem Rezessionsniveau, doch Ökonomen befürchten, dass die anhaltend hohen Zahlen die Nachfrage nach Arbeitskräften allmählich schmälern könnten, vor allem in zinssensitiven Sektoren wie dem Baugewerbe und der verarbeitenden Industrie.

Neben den Neuanträgen stieg auch die Zahl der Empfänger von Arbeitslosenunterstützung um 9.000 und lag in der Woche vom 5. Oktober bei 1,87 Millionen.

Dies ist der höchste Stand seit Ende Juli und ein weiteres Zeichen dafür, dass der Arbeitsmarkt zwar weiterhin stabil ist, Herausforderungen wie hohe Zinsen, anhaltende Streiks und wetterbedingte Störungen jedoch allmählich ihren Tribut fordern.

Während der jüngste Bericht über die Arbeitslosenzahlen nach dem starken Anstieg der letzten Woche etwas Erleichterung bringt, bleibt das allgemeine wirtschaftliche Bild gemischt. Die Federal Reserve hat angedeutet, dass sie die Zinsen möglicherweise länger hoch halten wird, ein Schritt, der in Zukunft zu schwächeren Arbeitsmarktbedingungen führen könnte.

Angesichts anhaltender Probleme wie dem Streik bei Boeing und der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit sind Ökonomen vorsichtig optimistisch, was eine mögliche Verlangsamung der Schaffung von Arbeitsplätzen gegen Ende 2024 angeht.