Gewinnprognose für Alphabet und Microsoft: Microsoft scheint die sicherere Wette zu sein

Gewinnprognose für Alphabet und Microsoft: Microsoft scheint die sicherere Wette zu sein
Vatsala Gaur
18. Okt. 2024, 13:19 PM
  • Alphabet und Microsoft geben ihre Ergebnisse am 29. bzw. 30. Oktober bekannt.
  • Alphabet ist mit regulatorischen Risiken und KI-Konkurrenz konfrontiert, während Microsoft vom Cloud-Wachstum profitiert.
  • Die Azure-Erweiterung von Microsoft dürfte sich als positiver Katalysator für die Aktie auswirken.

Mit der bevorstehenden Berichtssaison richten sich alle Augen auf die Technologiegiganten Alphabet und Microsoft, die in den kommenden Tagen ihre Finanzergebnisse vorlegen werden.

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, wird ihre Ergebnisse am 29. Oktober veröffentlichen, Microsoft folgt am 30. Oktober.

Obwohl beide Unternehmen in diesem Jahr Zuwächse verzeichneten, scheint die Microsoft-Aktie bei der Gewinnbekanntgabe die stärkere Wette zu sein, da Alphabet laut einem Bericht von Barron’s mit regulatorischen Problemen und verschärftem Wettbewerb im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu kämpfen hat.

Die Alphabet-Aktie ist in diesem Jahr um 17 % auf 162,93 $ gestiegen, während die Microsoft-Aktie um 11 % auf 416,72 $ zulegte.

Allerdings sind beide Aktien seit ihren Höchstständen im Juli (Alphabet: 191,18 USD) und Microsoft: 467,56 USD) gefallen, was die allgemeineren Marktherausforderungen widerspiegelt, denen die Mega-Cap-Technologieunternehmen im Sommer ausgesetzt waren.

Herausforderungen für Alphabet

Die jüngsten Schwierigkeiten von Alphabet sind größtenteils auf die wachsende Sorge hinsichtlich der Investitionsausgaben und des Regulierungsdrucks zurückzuführen.

Im zweiten Quartal meldete Alphabet einen Anstieg der Investitionsausgaben auf 13,2 Milliarden Dollar (im Vorquartal waren es 12 Milliarden Dollar), bedingt durch Investitionen in die KI-Infrastruktur.

Angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch konkurrierende KI-Suchmaschinen gerät Googles beherrschende Stellung auf dem Suchmarkt zunehmend in Gefahr.

Dieser Wettbewerb könnte den Marktanteil des Unternehmens schmälern und seine langfristige Rentabilität beeinträchtigen.

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen stehen Alphabet Rechtsstreitigkeiten bevor, die erhebliche Auswirkungen auf das Geschäftsmodell des Unternehmens haben könnten.

Im August entschied ein Richter, dass Google auf dem Markt für allgemeine Suchdienste und allgemeine Textanzeigen eine Monopolstellung innehat. Das US-Justizministerium gab zu verstehen, dass die Zerschlagung des Unternehmens eine mögliche Abhilfe sein könnte.

Der Itaú BBA-Analyst Thiago Kapulskis äußerte sich besorgt über die möglichen Folgen dieser regulatorischen Herausforderungen und erklärte in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung:

Er fügte hinzu: „Wir glauben, dass der Auftritt eines neuen Konkurrenten die wirtschaftliche Lage von Alphabet erheblich beeinträchtigen könnte.“

Infolgedessen könnte die Alphabet-Aktie unter Druck bleiben, sofern das Unternehmen bei seiner Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen keine klaren Prognosen zu Investitionen in KI und seiner Zukunft in der Suchbranche abgibt.

Gelingt es dem Unternehmen nicht, zu überzeugen, könnte dies zu einem weiteren Rückgang des Aktienkurses führen.

Microsofts Wachstumsgeschichte und KI-Investitionen

Im Gegensatz dazu scheint Microsoft im Hinblick auf die Gewinnzahlen in einer stärkeren Position zu sein.

Wie Alphabet investiert auch Microsoft massiv in künstliche Intelligenz. Seine Ausgaben im KI-Bereich, insbesondere durch die Partnerschaft mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, werden jedoch als strategischer langfristiger Schritt angesehen.

Während einige Investoren hinsichtlich des Zeitplans für die Rendite von KI-Produkten skeptisch sind, glauben viele Analysten, dass Microsofts robustes Cloud-Computing-Geschäft Azure der wahre Katalysator für künftiges Wachstum ist.

Brad Sills, Analyst bei BofA Securities, bleibt hinsichtlich der Aussichten von Microsoft optimistisch und stuft die Aktie als Kauf mit einem Kursziel von 510 USD ein. In einer Forschungsnotiz schrieb Sills:

Dieses erwartete Wachstum im Cloud-Geschäft von Microsoft könnte die Gesamtleistung des Unternehmens deutlich steigern und seine Position als Top-Wahl für Investoren festigen.

Analystenratings und Bewertungen

Laut FactSet bleibt die Mehrheit der Analysten hinsichtlich beider Unternehmen optimistisch.

Von den 58 Analysten, die Microsoft beobachten, raten 53 zum Kauf, während nur ein Analyst die Aktie zum Verkauf empfiehlt.

Mittlerweile raten 54 der 68 Analysten, die Alphabet beobachten, zum Kauf, und keiner empfiehlt zum Verkauf.

Die Bewertung von Alphabet spiegelt einige der Risiken wider, die mit den regulatorischen und KI-Herausforderungen des Unternehmens verbunden sind.

Derzeit wird die Aktie mit dem 19,5-Fachen des für die nächsten zwölf Monate erwarteten Gewinns gehandelt und liegt damit unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt von 23.

Microsoft hingegen wird zum 30,1-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt und liegt damit leicht über seinem Fünfjahresdurchschnitt von 29,3.