IBM-Aktie überschreitet endlich das Niveau von 2013: Ist ein weiterer Aufwärtstrend möglich?

IBM-Aktie überschreitet endlich das Niveau von 2013: Ist ein weiterer Aufwärtstrend möglich?
Harsh Vardhan
19. Okt. 2024, 16:31 PM
  • Die KI- und Cloud-Integration von IBM wird in Zukunft das Umsatzwachstum vorantreiben.
  • Die Bewertung von IBM bleibt mit einem KGV von 25,7 im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 44 attraktiv.
  • Analysten erwarten bis 2025 ein Wachstum von 5%, was den Aktienkurs weiter nach oben treibt.

Seit seiner Gründung im Jahr 1911 war IBM überwiegend ein führendes Unternehmen in der Technologiebranche und kontrollierte im Jahr 1970 70 % des weltweiten Computermarktes.

In den beiden darauffolgenden Jahrzehnten war IBM das größte börsennotierte Unternehmen in den USA und veranschaulichte damit den Wandel von der industriellen zur technologischen Dominanz.

Das Auftreten neuer Wettbewerber und die Veränderungen auf dem PC- und Firmencomputermarkt führten jedoch zu schweren Rückschlägen für die IBM-Geschäfte. Der Aktienkurs des Unternehmens stagnierte über ein Jahrzehnt lang und die Unternehmensführung sah sich gezwungen, neue Wege zu finden, um das Unternehmen florieren zu lassen.

Ginni Rometty war von 2012 bis 2020 CEO von IBM.

Sie leitete die Umwandlung des Unternehmens vom traditionellen Hard- und Softwareanbieter zu einem führenden Unternehmen im Bereich Cloud Computing und künstliche Intelligenz.

Außerdem ist sie für die Entwicklung der KI-Plattform Watson von IBM verantwortlich.

Obwohl sie auf zahlreiche Kritiker stieß, kann man durchaus behaupten, dass sie den Grundstein für den heutigen Erfolg von IBM gelegt hat.

Nach Romettys Amtszeit hat der derzeitige CEO Arvind Krishna massiv in den Ausbau der Fähigkeiten von IBM im Bereich KI und die Entwicklung neuer Technologien wie Quantencomputer investiert.

Darüber hinaus leitete Krishna einen Umstrukturierungsprozess, der darauf abzielte, die Fähigkeiten der Belegschaft zu verbessern und sie für die neuen Chancen, die sich ergeben würden, bereit zu machen.

Warum gibt es heute so viel Aufregung um IBM?

Durch mehr als ein Jahrzehnt der Transformation konnte IBM die neuen Chancen auf dem Hybrid-Cloud-Markt nutzen, insbesondere durch seine Watson-Plattform.

Die Fähigkeit des Unternehmens, KI-Funktionen in seine bestehenden Cloud-Dienste zu integrieren, insbesondere in Sektoren wie Finanzen, Gesundheitswesen und Kundendienst, hat zu Umsatzwachstum geführt.

Darüber hinaus fördert die Einführung von WatsonX (Enterprise AI Services) durch IBM die Verbesserung der KI-Plattform durch Open-Source-Innovationen und ermöglicht es Unternehmen, Lösungen an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen.

Die 100 Millionen US-Dollar teure Zusammenarbeit mit der Universität Tokio und der Universität Chicago, bei der es um bahnbrechende Fortschritte in der Quantencomputertechnologie geht, zeigt ebenfalls das Engagement des Unternehmens bei der Entwicklung neuer Technologien.

Dank all dieser Entwicklungen erwarten Analysten im Jahr 2025 kein Wachstum von 5 % und damit keine viel höhere Wachstumsrate als die 2 % im Jahr 2024.

Laut Amit Daryanani, Analyst bei Evercore ISI, sind selbst diese Schätzungen konservativ, weshalb die IBM-Aktie bei dieser Hausse noch ein langes Wachstumspotenzial hat.

Die Bewertung bleibt weiterhin attraktiv

Ein weiterer Faktor, der zu einem nachhaltigen Aufwärtspotenzial beiträgt, ist die aktuelle Bewertung der Aktie.

Selbst bei neuen Allzeithochs bleibt die IBM-Aktie im Vergleich zu Microsoft und Amazon, zwei ihrer Hauptkonkurrenten im Cloud-Geschäft, attraktiv.

Das Unternehmen verfügt über ein attraktives Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25,7 gegenüber einem Branchendurchschnitt von über 44.

Das aktuelle KGV von Microsoft beträgt 35,2, während das von Amazon bei 60,1 liegt.

Während die Wachstumszahlen von IBM im Vergleich zu MSFT und AMZN eher bescheiden ausfallen, deutet die Tatsache, dass das Unternehmen in bestimmten Segmenten wie Hybrid Cloud und KI wächst, auf eine Strategie hin, die langfristige Ergebnisse bringen könnte.

IBM generiert weiterhin große Mengen an freiem Cashflow.

Dadurch kann das Unternehmen weiterhin massiv in Forschung und Entwicklung investieren und seinen Aktionären gleichzeitig Gewinne in Form von Dividenden ausschütten.

Diese Sicherheit wird schon bald Investoren anziehen, sobald sich die prognostizierte Wachstumsrate des Unternehmens bewahrheitet.