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La Niña droht Dürre in den USA zu verschärfen und könnte Winterweizenernte beeinträchtigen

La Niña droht Dürre in den USA zu verschärfen und könnte Winterweizenernte beeinträchtigen
Sayantan Sarkar
21. Okt. 2024, 16:00 PM
  • Das zunehmende La Niña-Phänomen wird die Dürrebedingungen in den Great Plains und den Rocky Mountains verschärfen.
  • In mehreren Weizenanbaugebieten der USA herrscht Dürre.
  • Russland verbietet Getreideimporte aus Kasachstan.

Nach Angaben der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wird ein sich langsam entwickelndes La Niña-Phänomen in den Wintermonaten voraussichtlich mäßige bis extreme Dürrebedingungen in die US-Ebenen bringen.

In den Great Plains der USA und in Teilen der Rocky Mountains, insbesondere weiter südlich, werde mit anhaltender Dürre gerechnet, teilte die NOAA in einem Update mit.

„Im weiteren Verlauf des Herbsts werden La Niña-Bedingungen erwartet, die typischerweise während der Wintermonate zu einer nördlicheren Sturmbahn führen und den südlichen Teil des Landes wärmer und trockener machen“, erklärte die US-Wetterbehörde.

Wichtige Weizenanbaugebiete werden leiden

Man geht davon aus, dass die Dürre in den amerikanischen Ebenen auch Auswirkungen auf die Weizenproduktion in den USA haben wird.

Die Bauern des Landes säen Winterweizen und können voraussichtlich im frühen Sommer nächsten Jahres ernten.

Die Weizenpreise sind in den letzten Monaten gestiegen, da die Aussicht auf eine geringere Weizenernte in Russland und den USA Anlass zur Sorge gab.

Aufgrund der Trockenheit in den amerikanischen Ebenen und anderen wichtigen Anbaugebieten wie Russland dürften die weltweiten Vorräte des Grundnahrungsmittels auf den niedrigsten Stand der letzten neun Jahre sinken, heißt es in der jüngsten Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums.

Die USA sind der fünftgrößte Weizenproduzent der Welt.

Brad Pugh, operativer Dürreleiter beim Climate Prediction Center der NOAA:

„Und die Niederschlagsprognose für den Winter lässt nichts Gutes für eine weitreichende Entspannung erwarten“, fügte Pugh hinzu.

In der vergangenen Woche herrschten in rund 52 Prozent der US-Weizenanbaugebiete Dürrebedingungen, verglichen mit 44 Prozent vor zwei Wochen, wie aus den Daten des National Drought Mitigation Center hervorgeht.

IGC hält an Prognose zur weltweiten Weizenproduktion fest

Unterdessen hat der Internationale Getreiderat (IGC) die weltweite Weizenproduktion für 2024-25 auf 798 Millionen Tonnen geschätzt, was im Vergleich zur vorherigen Schätzung weitgehend unverändert bleibt.

Einer Aufwärtskorrektur der Weizenernte in Kasachstan standen Abwärtskorrekturen in Argentinien und Australien gegenüber.

Die Schätzung für den weltweiten Weizenverbrauch wurde leicht nach oben korrigiert, das Versorgungsdefizit jedoch auf 6 Millionen Tonnen hochgerechnet. Der Verbrauch dürfte bei etwa 804 Millionen Tonnen liegen, was einem leichten Anstieg gegenüber den 803 Millionen Tonnen entspricht.

Russland verhängt Importverbot für Getreide aus Kasachstan

Russland hat letzte Woche vorübergehend den Import von Getreide aus Kasachstan verboten.

Der Transit von Getreide über russisches Territorium in andere Länder soll allerdings unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich sein.

Bei der Maßnahme Russlands handelt es sich vermutlich um eine Vergeltungsmaßnahme, nachdem Kasachstan im August ein Importverbot aus Moskau verhängt hatte, mit der Begründung, es könne auf den lokalen Märkten zu einem Überangebot kommen.

Nach Angaben der Commerzbank AG wird in Kasachstan voraussichtlich die größte Getreideernte seit 13 Jahren eingefahren.

Der Großteil des Getreides wird nach Asien exportiert.

Die Commerzbank AG erklärte in einem Bericht:

Ein geringeres Weizenangebot aus Kasachstan könnte sich positiv auf den weltweiten Weizenpreis auswirken.

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels blieben die US-Weizen-Futures unverändert bei 5,729 Dollar pro Scheffel.