Microsoft will im November autonome KI-Agenten auf den Markt bringen und damit die Dominanz von Salesforce in Frage stellen

Microsoft will im November autonome KI-Agenten auf den Markt bringen und damit die Dominanz von Salesforce in Frage stellen
Diya Poddar
21. Okt. 2024, 16:33 PM
  • In Dynamics 365 werden neue KI-Agenten für Vertrieb, Service, Finanzen und Lieferkettenmanagement verfügbar sein.
  • Salesforce kritisiert das Copilot-Modell von Microsoft, da es für die unternehmensweite Datenintegration weniger geeignet sei.
  • Microsoft schließt mit der britischen Regierung einen 100-Millionen-Pfund-Vertrag für den Zugang zu KI-Tools ab.

Microsoft ermöglicht Unternehmen ab nächsten Monat die Erstellung eigener autonomer KI-Agenten und verschärft damit den Wettbewerb mit Salesforce, das seine agentenbasierten KI-Tools im September eingeführt hat.

Mit diesem Schritt will Microsoft sein Angebot im Bereich KI erweitern und mehr Unternehmen die Möglichkeit geben, über die Copilot Studio-Plattform maßgeschneiderte KI-Lösungen zu entwickeln.

Auf der „AI Tour“-Veranstaltung in London kündigte Microsoft die öffentliche Vorschau autonomer Agenten durch Copilot Studio an, aufbauend auf der privaten Vorschauphase, die im Mai begann.

Diese KI-Agenten sind so konzipiert, dass sie als virtuelle Assistenten fungieren und Aufgaben ohne menschliches Eingreifen ausführen. Sie gelten als bedeutender Fortschritt in der Entwicklung einer KI auf Basis großer Sprachmodelle.

Microsofts Copilot Studio bietet Unternehmen eine Plattform, um diese Agenten mithilfe natürlicher Sprachbefehle zu entwerfen und so den Erstellungsprozess zu vereinfachen. Mit diesem Update können Unternehmen nun erweiterte KI-Funktionen in ihre Arbeitsabläufe integrieren.

Microsoft erweitert KI-Funktionen in Dynamics 365

Microsoft gab außerdem Pläne bekannt, zehn neue autonome Agenten in seine Dynamics 365-Suite einzuführen, die Tools für Vertrieb, Kundendienst, Finanzen und Lieferkettenmanagement enthält.

Diese Agenten zielen darauf ab, Prozesse über verschiedene Geschäftsfunktionen hinweg zu optimieren und maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Unternehmensanforderungen anzubieten.

Durch die Einführung dieser KI-Agenten in Dynamics 365 kann Microsoft nun direkter mit Salesforce konkurrieren, das vor Kurzem seine Agentforce-Plattform für Unternehmens-KI auf den Markt gebracht hat.

Durch die Integration autonomer Agenten in seine Produktsuite arbeitet Microsoft daran, die Automatisierungsfunktionen seiner Unternehmenskunden zu verbessern.

Was können Unternehmen mit KI-Agenten erreichen?

Autonome KI-Agenten können ein breites Spektrum an Aufgaben ausführen, von der Analyse von Kundendaten bis hin zur Verwaltung von E-Mails und Arbeitsabläufen.

Ein während der Veranstaltung von Microsoft vorgestelltes Beispiel betraf einen KI-Agenten, der beim Beratungsunternehmen McKinsey entwickelt wurde.

Der Agent verarbeitete die E-Mails der Kunden effizient, ordnete sie den relevanten Branchenbegriffen zu und ermittelte die entsprechende Person für die Folgemaßnahmen.

Diese Automatisierung hat laut McKinsey das Potenzial, die Vorlaufzeiten um bis zu 90 % zu verkürzen. Solche Zeiteinsparungen verdeutlichen die potenziellen Vorteile von KI-Agenten für Unternehmen, die ihre Produktivität und betriebliche Effizienz steigern möchten.

Microsoft sieht sich im KI-Bereich zunehmender Konkurrenz durch Salesforce gegenüber

Das Rennen zwischen Microsoft und Salesforce im KI-Sektor spitzt sich zu.

Beim Dreamforce-Event letzten Monat in San Francisco stellte Salesforce Agentforce vor, mit dem Unternehmen ihre eigenen KI-Agenten erstellen können.

Salesforce positioniert seine Lösung als stärker in Unternehmensdaten integriert und stellt in Frage, ob Microsofts Copilot-Modell den Anforderungen großer Organisationen gerecht werden kann.

Der Wettbewerb zwischen den beiden Unternehmen geht über KI-Tools hinaus.

Marc Benioff, CEO von Salesforce, forderte die Regulierungsbehörden zuvor dazu auf, die Übernahme von LinkedIn durch Microsoft genau zu prüfen, und verwies dabei auf die langjährige Rivalität zwischen den beiden Technologiegiganten.

Microsoft kooperiert mit der britischen Regierung zur Einführung künstlicher Intelligenz

Zusätzlich zu seinen KI-Ankündigungen gab Microsoft eine neue Vereinbarung mit der britischen Regierung bekannt.

Dieser über den Crown Commercial Service abgesicherte Fünfjahresvertrag bietet Organisationen des öffentlichen Sektors Zugriff auf die KI-Funktionen von Microsoft.

Die Vereinbarung umfasst Dienste wie Microsoft 365, Azure und den KI-gestützten Microsoft 365 Copilot.

Indem Microsoft Einrichtungen des öffentlichen Sektors diese Tools anbietet, möchte das Unternehmen die digitale Transformation in allen Regierungsabteilungen unterstützen.

Diese Partnerschaft spiegelt den allgemeinen Trend wider, dass Organisationen des öffentlichen Sektors fortschrittliche KI-Lösungen einführen, um ihre Servicebereitstellung und Betriebseffizienz zu verbessern.