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Der 1,8 Billionen Dollar schwere norwegische Staatsfonds ist über die Risiken an den Aktienmärkten besorgt. Sollten Sie das auch sein?

Der 1,8 Billionen Dollar schwere norwegische Staatsfonds ist über die Risiken an den Aktienmärkten besorgt. Sollten Sie das auch sein?
Diya Poddar
23. Okt. 2024, 17:30 PM
  • NBIM verwaltet den 1,8 Billionen Dollar schweren norwegischen Staatsfonds, der zu 70 Prozent in Aktien und zu 30 Prozent in Anleihen angelegt ist.
  • Die Ergebnisse von NBIM im dritten Quartal zeigten eine Rendite von 4,4 % und blieben damit leicht unter seinem Benchmark.
  • Eric Johnston von Cantor Fitzgerald hebt Herausforderungen wie sinkende Ersparnisse in den USA und hohe Preise hervor.

Norges Bank Investment Management (NBIM), das den 1,8 Billionen Dollar schweren Staatsfonds Norwegens verwaltet, schlägt Alarm wegen möglicher Abwärtsrisiken auf dem globalen Aktienmarkt.

Aufgrund der gestiegenen Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Lage bleibt NBIM weiterhin vorsichtig, hält jedoch an seiner üblichen Allokation von 70 % in Aktien und 30 % in Anleihen fest.

Trond Grande, stellvertretender CEO von NBIM, betonte, wie wichtig Realismus im aktuellen Marktumfeld sei, und warnte, dass die Risiken auch in den kommenden Monaten erhöht blieben.

Globale Herausforderungen belasten die vorsichtige Haltung des NBIM

Die Vorsicht des NBIM rührt von zahlreichen globalen Herausforderungen her.

Die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen sorgen für zusätzliche politische Unsicherheit, während Chinas Bemühungen, seine Wirtschaft durch Konjunkturmaßnahmen wieder anzukurbeln, ungewiss bleiben. In Europa herrscht derweil Sorge wegen „stagnierendem Wachstum“, das die wirtschaftliche Dynamik bremsen könnte.

Diese Faktoren sowie die Möglichkeit möglicher Marktturbulenzen haben den Fonds dazu veranlasst, sich auf mögliche Kurseinbrüche an den Aktienmärkten vorzubereiten.

Trotz dieser Vorsicht hat NBIM seine strategische Vermögensallokation nicht wesentlich geändert und ist seiner langfristigen Anlagephilosophie treu geblieben.

Norwegens Staatsfonds

Der in den 1990er Jahren gegründete norwegische Staatsfonds ist zum größten der Welt herangewachsen und nutzt Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung für globale Investitionen.

Der Fonds hält Anteile an über 8.760 Unternehmen in 71 Ländern und sein Aktienportfolio erzielte in den letzten fünf Jahren Renditen von über 100 %.

Trotz dieser robusten Leistung beobachtet die Führung von NBIM weiterhin aufmerksam die sich entwickelnde Marktdynamik.

Grande wies darauf hin, dass das Ausmaß des Fondswachstums Wachsamkeit erfordere, insbesondere da die globale Wirtschaftslage weiterhin unvorhersehbar sei.

Aktienmarktrisiken treten nach 4,4% Rendite für Norwegens Fonds im dritten Quartal zutage

Die jüngste Vorsicht von NBIM folgte unmittelbar auf die Ergebnisse des dritten Quartals, die eine Rendite von 4,4 Prozent zeigten, was einem Gewinn von 835 Milliarden norwegischen Kronen (76,1 Milliarden Dollar) entspricht.

Die Performance war zwar stark, blieb aber leicht hinter dem Vergleichsindex des Fonds zurück, was auf die Kursgewinne an den Aktienmärkten infolge sinkender Zinsen zurückzuführen war.

Die Ergebnisse des Staatsfonds spiegeln einen allgemeinen Trend unter den Zentralbanken wider, die als Reaktion auf die niedrigere Inflation in Volkswirtschaften mit hohem Einkommen ihre Geldpolitik kürzlich gelockert haben.

Dennoch haben die drohenden Risiken Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Gewinne geweckt.

IWF warnt trotz Inflationsfortschritt vor steigenden globalen Risiken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) betonte vor kurzem, dass zwar bemerkenswerte Fortschritte im Kampf gegen die globale Inflation erzielt wurden, die Abwärtsrisiken inzwischen jedoch „die Aussichten dominieren“.

Dies steht im Einklang mit der Ansicht von NBIM, wonach die Unsicherheit hinsichtlich der Marktrichtung zu einem zentralen Gesichtspunkt geworden ist.

Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, die von der anhaltenden Inflation in einigen Regionen bis hin zu geopolitischen Spannungen reichen, bleibt das Umfeld für globale Investoren mit Risiken behaftet, die die Marktentwicklung potenziell beeinträchtigen könnten.

Konjunkturelle Herausforderungen in den USA und Abschwung in China verstärken globale Risiken

Andere Finanzexperten schließen sich der Vorsicht des NBIM an. Eric Johnston, Chefstratege für Aktien und Makroökonomie bei Cantor Fitzgerald, hat drei kritische Herausforderungen für die US-Wirtschaft in der nahen Zukunft genannt: schwindende Ersparnisse der Verbraucher, hartnäckig hohe Preise und die restriktive Geldpolitik der Federal Reserve.

Johnston wies auch darauf hin, dass die Auswirkungen der Konjunkturabschwächung in China, das 17 Prozent des globalen BIP ausmacht, ein wesentlicher Faktor seien, der den Markt belaste.

Dieser breitere wirtschaftliche Kontext unterstreicht, warum NBIM und andere Anleger hinsichtlich der Aussichten auf dem Aktienmarkt weiterhin vorsichtig sind.