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USD/JPY-Prognose: Signal, da sich der Absturz des japanischen Yen verschärft

USD/JPY-Prognose: Signal, da sich der Absturz des japanischen Yen verschärft
Crispus Nyaga
28. Okt. 2024, 04:16 AM
  • Das Paar USD/JPY hat in den letzten Monaten einen starken Aufwärtstrend gezeigt.
  • Japans Regierungspartei hat zum ersten Mal seit Jahren ihre Parlamentsmehrheit verloren.
  • Die USA werden diese Woche mehrere wichtige Wirtschaftsdaten veröffentlichen.

Der USD/JPY-Wechselkurs stieg im Vorfeld mehrerer wichtiger Wirtschaftsdaten aus den USA und der bevorstehenden Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) die fünfte Woche in Folge. Er stieg auf einen Höchststand von 153,20, den höchsten Stand seit Juli und liegt etwa 10 % über dem Tiefpunkt im September.

US-Konjunkturdaten im Überblick

Das Paar USD/JPY wird auf mehrere wichtige Wirtschaftsdaten aus den USA reagieren, die weitere Informationen über die nächsten Maßnahmen der Federal Reserve liefern werden.

Die ersten Daten werden am Dienstag veröffentlicht, wenn das Conference Bureau den neuesten Bericht zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

Analysten gehen davon aus, dass die Daten zeigen werden, dass das Vertrauen im Oktober auf 99 gestiegen ist, da die Inflation zurückging und sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verbesserte.

Das Verbrauchervertrauen ist aufgrund seiner Auswirkungen auf die Wirtschaft eine der wichtigsten Wirtschaftszahlen. Verbraucher mit hohem Vertrauen geben mehr Geld aus und kurbeln so die Wirtschaft an, was bemerkenswert ist, da die Verbraucherausgaben den größten Teil des US-BIP ausmachen.

Die anderen wichtigen Daten werden am Mittwoch veröffentlicht, wenn ADP die privaten Lohn- und Gehaltsdaten für Oktober veröffentlicht. Analysten erwarten, dass die Zahl bei 101.000 liegen wird, ein großer Rückgang gegenüber den 143.000 im letzten Jahr.

Danach werden die USA die ersten Schätzungen der BIP-Daten für das dritte Quartal veröffentlichen. Ökonomen erwarten, dass die Zahlen zeigen werden, dass die Wirtschaft im letzten Quartal um 3% gewachsen ist, was bedeutet, dass es ihr relativ gut geht.

Die wichtigsten Daten werden die US-Nonfarm-Payroll-Daten (NFP) für Oktober sein, die am Freitag veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Daten zeigen werden, dass die Wirtschaft in diesem Monat 111.000 neue Arbeitsplätze geschaffen hat, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 254.000 im September.

Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,1 Prozent liegen, während der durchschnittliche Stundenlohn um 4,0 Prozent steigen wird.

Diese Zahlen werden wichtig sein, weil sie Auswirkungen auf die Federal Reserve haben, die bei ihrer Sitzung am 7. November überlegt, was sie tun soll. Analysten erwarten, dass die Bank die Zinsen entweder unverändert lässt oder um 25 Basispunkte senkt.

Der Rohölpreis stürzt ab

Das Paar USD/JPY stieg ebenfalls, als der Rohölpreis am Montagmorgen um über 4,5 % einbrach. Brent, der globale Benchmark, fiel um 4,35 %, während West Texas Intermediate (WTI) um 4,36 % nachgab.

Der Rohölpreis stürzte ab, nachdem Israel einen moderateren Vergeltungsschlag als erwartet startete. Dabei konzentrierte sich Israel auf die Raketenfabriken des Iran und vermied damit einen schwereren Angriff auf die Ölinfrastruktur und Atomanlagen des Iran.

Der Iran deutete außerdem an, dass er keine heftigen Vergeltungsschläge befürchten werde, da seine Wirtschaft bereits angeschlagen sei. Analysten gehen daher davon aus, dass sich die Spannungen inzwischen gelegt haben, was bedeutet, dass die Ölversorgung ohne größere Unterbrechungen fortgesetzt werden kann.

Die anderen wichtigen USD/JPY-Neuigkeiten sind die bevorstehenden US-Wahlen, die nächste Woche stattfinden. Aktuelle Umfragedaten zeigen, dass Donald Trump Kamala Harris überlegen ist. So ist sein Vorsprung bei Polymarket in den letzten Monaten beispielsweise immer weiter gewachsen.

Ein Sieg von Donald Trump würde sich aufgrund seines Schwerpunkts auf Zölle positiv auf den US-Dollar auswirken. Höhere Zölle werden wahrscheinlich zu mehr geopolitischen Spannungen und höherer Inflation in den USA führen.

Zinsentscheidung der Bank of Japan

Die andere wichtige USD/JPY-Neuigkeit wird die Zinsentscheidung der Bank of Japan (BoJ) am Donnerstag sein. Analysten gehen davon aus, dass die Bank den Leitzins unverändert bei 0,25% belassen wird. Dies deutete der Gouverneur der Bank, Kazuo Ueda, letzte Woche bei einem Treffen in Washington ebenfalls an.

Anschließend wird die BoJ ihren Konjunkturbericht vorlegen und eine Pressekonferenz abhalten, in der sie Hinweise darauf geben wird, was im weiteren Jahresverlauf zu erwarten ist.

Die jüngsten Daten zeigten, dass die Kerninflation in Tokio unter das Ziel der BoJ von 2,0% fiel. Es gibt also Anzeichen dafür, dass die Abwicklung des japanischen Yen-Carry-Trades nicht fortgesetzt wird.

Die andere wichtige Nachricht zum USD/JPY-Paar sind die Wahlen vom Wochenende, bei denen die Regierungspartei ihre Mehrheit im Parlament verlor. Dies ist ein bemerkenswertes Ereignis, da es das erste Mal seit fünfzehn Jahren war, dass die Partei die Mehrheit verlor.

Dies ist zudem bemerkenswert, da die Partei vor Kurzem Shigeru Ishiba zum neuen Premierminister ernannt hat, was bedeutet, dass er eine Koalitionsregierung bilden muss.

USD/JPY technische Analyse

Der Tageschart zeigt, dass sich der USD/JPY-Wechselkurs in den letzten Monaten gut entwickelt hat. Er ist vom September-Tief von 140 auf fast 154 gestiegen, den höchsten Stand seit dem 30. Juli.

Das Paar hat die 50- und 100-Tage-Exponential Moving Averages (EMA) überschritten, die kurz vor einem bullischen Crossover stehen.

Auch Oszillatoren wie der Relative Strength Index (RSI) und der MACD zeigten alle nach oben. Daher wird der Weg des geringsten Widerstands bei 154,52 liegen, seinem tiefsten Punkt am 4. Juni. Eine Bewegung über dieses Niveau deutet auf weitere Gewinne hin.