In den USA verlangsamt sich das Beschäftigungswachstum im Oktober aufgrund von Hurrikanen und Boeing-Streik auf 12.000

In den USA verlangsamt sich das Beschäftigungswachstum im Oktober aufgrund von Hurrikanen und Boeing-Streik auf 12.000
Diya Poddar
01. Nov. 2024, 15:12 PM
  • Die allgemeine Arbeitslosenquote blieb bei 7,7 %, was auf das Problem der Unterbeschäftigung hindeutet.
  • Der Stundenlohn stieg um 0,4 %, die Arbeitszeit blieb jedoch mit 34,3 Stunden unverändert.
  • Die größten Beschäftigungszuwächse verzeichneten der Gesundheitssektor und der öffentliche Sektor mit 52.000 bzw. 40.000 neuen Stellen.

Der US-Arbeitsmarkt verzeichnete das niedrigste Beschäftigungswachstum seit Ende 2020. Aufgrund von Störungen durch Stürme im Südosten und eines anhaltenden Streiks bei Boeing wurden im Oktober lediglich 12.000 neue Stellen geschaffen.

Dieser Monatsgewinn lag deutlich unter der Dow-Jones-Prognose von 100.000 und stellt einen starken Rückgang gegenüber den Septemberzahlen dar.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,1% stabil, und ein breiterer Maßstab für die Arbeitslosigkeit, der auch entmutigte Arbeitnehmer und aus wirtschaftlichen Gründen Teilzeitbeschäftigte einschließt, blieb mit 7,7% unverändert.

Die neuesten Daten unterstreichen eine komplexe Beschäftigungslandschaft, während sich die US-Wirtschaft auf mögliche Veränderungen im Zuge der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen vorbereitet.

Auswirkungen von Stürmen und Arbeitskämpfen beeinträchtigen Beschäftigungszuwächse in den USA

Im Oktober stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA lediglich um 12.000. Dies stellt einen beträchtlichen Rückgang gegenüber September dar und blieb weit unter der Prognose von 100.000.

Dies stellt den geringsten Zuwachs seit fast drei Jahren dar, wobei das Bureau of Labor Statistics (BLS) berichtet, dass die Hurrikane Helene und Milton erhebliche Auswirkungen auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze hatten.

Die Agentur stellte fest, dass die Nettowirkung der Stürme nur schwer genau quantifizierbar sei.

Der lang anhaltende Streik bei Boeing, der im verarbeitenden Gewerbe schätzungsweise 44.000 Arbeitsplätze kostete, spielte eine große Rolle bei der niedrigen Zahl der Arbeitsplätze; insgesamt gingen in der Branche 46.000 Stellen verloren.

Fertigungssektor und Zeitarbeitsbranche hart getroffen

Die schwachen Daten zum Beschäftigungswachstum im Oktober offenbarten erhebliche Verluste im verarbeitenden Gewerbe und bei Zeitarbeitsfirmen.

Der Fertigungssektor, der stark vom Streik bei Boeing betroffen war, meldete einen Verlust von 46.000 Arbeitsplätzen.

Auch im Sektor der Zeitarbeitskräfte kam es zu einem Rückgang: 49.000 Stellen gingen verloren, was seit März 2022 einem kumulativen Rückgang von 577.000 Stellen entspricht.

Diese beiden Sektoren sind traditionell wichtige Indikatoren für die allgemeine Entwicklung der Beschäftigung, und Rückgänge in diesen Sektoren deuten auf einen zugrunde liegenden Druck auf dem Arbeitsmarkt hin.

Trotz der allgemeinen Abschwächung in diesem Monat wurden in bestimmten Sektoren weiterhin neue Arbeitsplätze geschaffen. Spitzenreiter waren hier das Gesundheitswesen und der öffentliche Dienst, die 52.000 bzw. 40.000 neue Stellen schufen.

Das Gesundheitswesen bleibt eine robuste Branche, während die Zahl der Einstellungen im öffentlichen Dienst als Reaktion auf verschiedene Anforderungen der Infrastruktur und des öffentlichen Sektors zugenommen hat.

Diese Zuwächse halfen dabei, einige der Rückgänge in Sektoren wie der Freizeit- und Gaststättenbranche auszugleichen, wo 4.000 Stellen verloren gingen, sowie moderate Rückgänge im Einzelhandel sowie im Transport- und Lagergewerbe.

Durchschnittlicher Verdienst und Arbeitszeit bleiben stabil

Aus dem Bericht ging hervor, dass der durchschnittliche Stundenlohn im Oktober um 0,4 Prozent gestiegen ist und damit leicht über den Erwartungen lag, was die anhaltende Lohninflation vor dem Hintergrund eines angespannten Arbeitsmarktes widerspiegelt.

Der Anstieg der Stundenlöhne in den letzten zwölf Monaten betrug 4% und lag damit auf dem gleichen Niveau wie in den Vormonaten. Dies deutet darauf hin, dass sich der Lohndruck stabilisiert.

Die durchschnittliche Arbeitswoche blieb mit 34,3 Stunden unverändert, was darauf schließen lässt, dass trotz des gemischten Bildes beim Beschäftigungswachstum in allen Branchen ein relativ konstanter Bedarf an Arbeitsstunden besteht.

Der Oktoberbericht enthielt auch Abwärtskorrekturen der vorherigen Zahlen zum Beschäftigungswachstum für August und September.

Das Beschäftigungswachstum für August wurde auf 78.000 nach unten korrigiert, während die ursprüngliche Schätzung für September von 223.000 reduziert wurde, was für die beiden Monate zusammen einen Nettoabbau von 112.000 Arbeitsplätzen ergab.

Diese Revisionen liefern weitere Belege dafür, dass der US-Arbeitsmarkt nach Monaten der Erholung nach der Pandemie möglicherweise an Schwung verliert.

Unsichere Aussichten im Vorfeld der Wahlen

Das schwache Beschäftigungswachstum kommt kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen, bei denen die wirtschaftliche Lage weiterhin ein großes Anliegen der Wähler ist.

Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen der Demokratin Kamala Harris und dem Republikaner Donald Trump wirft der jüngste Arbeitsmarktbericht vor den Wahlen ein unsicheres Licht auf die wirtschaftliche Lage im Land.

Die bescheidenen Beschäftigungszuwächse zeichnen in Verbindung mit sektorspezifischen Rückgängen und den Auswirkungen externer Störungen ein trübes Bild der kurzfristigen Aussichten der US-Wirtschaft.