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IWF warnt vor steigenden Risiken für Asiens Wirtschaft – hier ist der Grund

IWF warnt vor steigenden Risiken für Asiens Wirtschaft – hier ist der Grund
Srinibas Rout
01. Nov. 2024, 07:03 AM
  • Der IWF prognostiziert für Asiens Wirtschaft ein Wachstum von 4,6 Prozent im Jahr 2024 und 4,4 Prozent im Jahr 2025.
  • Es wurde betont, dass China die Anpassung seines Immobiliensektors bewältigen müsse.
  • Der IWF verwies auch auf Japan und riet dem Land, seine Haushaltspolitik sorgfältig auszubalancieren.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eindringlich vor wachsenden wirtschaftlichen Risiken in Asien gewarnt und auf Herausforderungen wie die Verschärfung von Handelskonflikten, die Abschwächung des chinesischen Immobilienmarkts und die Möglichkeit globaler Marktstörungen hingewiesen.

Diese Faktoren könnten, verstärkt durch regionale Schwachstellen, das Wirtschaftswachstum des Kontinents destabilisieren, heißt es im jüngsten regionalen Wirtschaftsausblick des IWF.

Da Chinas Konjunkturabschwung eine direkte Bedrohung für benachbarte Volkswirtschaften mit ähnlichem Exportprofil darstellt, drängt der IWF auf entschlossenes politisches Handeln Pekings, um eine nachfragegetriebene Erholung zu fördern und die Aussichten der Region zu stabilisieren.

In seinen jüngsten Prognosen geht der IWF davon aus, dass die asiatische Wirtschaft im Jahr 2024 um 4,6 % und im Jahr 2025 um 4,4 % wachsen wird. Dies ist zwar eine leichte Verbesserung gegenüber den Schätzungen vom April, aber immer noch ein Rückgang gegenüber dem Wachstum von 5 % im Jahr 2023.

Der Fonds weist jedoch darauf hin, dass weiterhin Abwärtsrisiken bestehen.

Zu diesen Risiken zählen mögliche wirtschaftliche Schocks aufgrund der früheren geldpolitischen Straffung und die anhaltenden Auswirkungen geopolitischer Spannungen, die die globale Nachfrage beeinträchtigen und die Handelskosten in die Höhe treiben könnten.

„Ein akutes Risiko ist die Eskalation von gegenseitigen Zöllen zwischen den wichtigsten Handelspartnern“, heißt es in dem Bericht. Der Bericht warnt, dass derartige Vergeltungsmaßnahmen die Handelsbeziehungen fragmentieren und die wirtschaftliche Dynamik in ganz Asien verlangsamen würden.

Der China-Faktor

China spielt in dieser Hinsicht eine bedeutende Rolle.

Der IWF betonte, dass China seine Anpassungen im Immobiliensektor bewältigen und die Verbrauchernachfrage steigern müsse, um Spillover-Effekte auf andere Volkswirtschaften zu verhindern.

Ein stärker als erwartet ausfallender Konjunkturabschwung in China könnte weltweite Auswirkungen haben. Der IWF hat Peking daher aufgefordert, politischen Maßnahmen zur Förderung der Binnennachfrage den Vorzug zu geben, um regionale und globale wirtschaftliche Schwachstellen abzufedern.

Während diese Herausforderungen die wirtschaftliche Landschaft prägen, äußerten internationale Politiker auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank vergangene Woche auch ihre Besorgnis über die möglichen Folgen eines Wechsels in der US-Führung.

Sollte Donald Trump ins Amt zurückkehren, könnten die von ihm vorgeschlagenen Zölle in Höhe von zehn Prozent auf alle Importe und sage und schreibe 60 Prozent auf chinesische Waren die globalen Lieferketten massiv stören, warnen Analysten.

Solche Zölle würden die Handelskosten wahrscheinlich erheblich erhöhen und das regionale Wachstum schädigen.

Was ist mit Japan?

Der IWF verwies auch auf Japan und riet dem Land, seine Haushaltspolitik sorgfältig auszubalancieren, da das Land mit eigenen wirtschaftlichen Problemen konfrontiert sei.

Angesichts der beginnenden Zinserhöhungen der japanischen Notenbank betonte der Asien-Pazifik-Direktor des IWF, Krishna Srinivasan, Japan solle neue Ausgaben aus den bestehenden Haushaltsplänen finanzieren und nicht zusätzliche Schulden machen.

Das jüngste Ausgabenpaket von Premierminister Shigeru Ishiba könnte Haushalten, die mit höheren Kosten konfrontiert sind, Erleichterung verschaffen, doch der IWF besteht darauf, dass diese Unterstützung zielgerichtet und fiskalisch verantwortungsvoll erfolgen müsse.

In Bezug auf die Geldpolitik steht die Bank of Japan (BOJ) mit der Anpassung ihrer Zinssätze vor einem heiklen Balanceakt.

Die BoJ hält die Zinsen weiterhin extrem niedrig, doch es gibt Hinweise darauf, dass sie diese schrittweise anheben könnte, wenn Japan sich seinem Inflationsziel von zwei Prozent nachhaltig nähert.

BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda bekräftigte, dass die Zinserhöhungen vorsichtig erfolgen und sich an den Inflationsdaten orientieren würden, und unterstrich damit die Verpflichtung der BOJ zu einem schrittweisen, datenabhängigen Vorgehen.

Die Regionalprognose des IWF wirft Licht auf das komplexe Zusammenspiel der Risiken, die die wirtschaftliche Entwicklung Asiens bestimmen – von der Immobilienkrise in China und möglichen Handelsverlagerungen mit den USA bis hin zu Japans Schuldenstrategie angesichts steigender Zinsen.

Der Aufruf des IWF zu einer gezielten Finanzpolitik und behutsamen geldpolitischen Anpassungen in der gesamten Region unterstreicht die dringende Notwendigkeit koordinierter Maßnahmen zur Bewältigung dieser wachsenden Herausforderungen.