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Ergebnisse der US-Wahl 2024: Aktien deutscher Autohersteller stürzen angesichts Trump-Siegs und möglicher Zolldrohungen ab

Ergebnisse der US-Wahl 2024: Aktien deutscher Autohersteller stürzen angesichts Trump-Siegs und möglicher Zolldrohungen ab
Vatsala Gaur
06. Nov. 2024, 14:52 PM
  • Trumps Rückkehr weckt Bedenken hinsichtlich der Zölle auf importierte deutsche Autos.
  • Die Aktienkurse deutscher Automobilhersteller sinken aufgrund der Sorgen um Zölle deutlich.
  • Zölle auf deutsche Fahrzeuge könnten das BIP um bis zu 1,5 Prozent senken.

Die Aktien deutscher Automobilhersteller stürzten am Mittwoch ab, da die Sorge vor möglichen Zollerhöhungen durch die zurückkehrende Trump-Regierung zunahm.

Die Porsche-Aktie lag um 12:04 Uhr GMT 5,3 Prozent im Minus, nachdem sie vor über zwei Jahren ihren niedrigsten Stand seit dem Börsengang erreicht hatte.

Volkswagen verlor 5,4 %, nachdem es bereits auf sein 52-Wochen-Tief gefallen war.

Mercedes Benz verlor 6,31 %, während BMW mehr als 7 % verlor, was teilweise auch auf enttäuschende Quartalsergebnisse zurückzuführen war.

Investoren befürchten, dass der neugewählte US-Präsident Donald Trump seine Versprechen wahr machen könnte, Zölle auf im Ausland hergestellte Fahrzeuge zu erheben, die in die USA eingeführt werden.

Im Wahlkampf behauptete Trump, die EU sei kein guter Handelspartner für die USA. Er sagte: „Sie nehmen uns unsere Autos nicht, sie nehmen uns unsere Agrarprodukte nicht, sie nehmen uns überhaupt nichts. Wir haben ein Defizit von 312 Milliarden Dollar mit der EU. Die EU ist ein kleines – aber nicht ganz so kleines – kleines China.“

Trumps Handelspolitik basiert auf einem protektionistischen Ansatz und zielt darauf ab, amerikanische Arbeitsplätze zu schaffen, indem Importe eingeschränkt und die heimische Industrie unterstützt werden.

Trumps protektionistische Haltung und die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Im Wahlkampf bekräftigte Trump seine Absicht, Zölle von 20 Prozent auf europäische Fahrzeuge zu erheben. Nach Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) könnte dieser Schritt das deutsche BIP um bis zu 1,5 Prozent schmälern.

Deutschland hat bereits mit einer schleppenden Wirtschaft zu kämpfen, die im Jahr 2024 voraussichtlich das zweite Jahr in Folge schrumpfen wird. Sollten Zölle in Kraft treten, könnte das Land mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert werden.

Für Deutschland sind die USA zu einem zentralen Markt für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und höheren Margen geworden, wie etwa SUVs, die im Vergleich zur schnell wachsenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa immer noch beliebt sind.

Deutsche Autohersteller betreiben außerdem in den gesamten USA Werke, in denen sie Autos nicht nur für amerikanische Verbraucher, sondern auch für den Weltmarkt produzieren.

Ein Handelskrieg könnte diese Abläufe erheblich beeinträchtigen und Dominoeffekte auslösen, die Produktion und Logistik erschweren würden.

Trumps geplante politische Maßnahmen könnten auch auf Klimaabkommen und den multilateralen Handel abzielen und so zu weiteren Spannungen mit den europäischen Staaten führen.

Laut Clemens Fuest, dem Präsidenten des Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo, sieht Trumps Agenda „stärkere Einschränkungen des internationalen Handels“ vor. Dies markiere wahrscheinlich ein Ende der kooperativen Handelspolitik, die zuvor die deutsch-amerikanischen Beziehungen gestärkt hatte.

Deutsche Autobauer äußern Bedenken gegen EU-Zölle gegen China

Trumps Wahlsieg und die Befürchtung, dass er die umstrittenen Zölle auf europäische Fahrzeuge erheben könnte, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die deutschen Autobauer bereits mit der Angst vor Vergeltungsmaßnahmen Chinas gegen die von der EU verhängten Zölle auf ihre Elektrofahrzeuge zu kämpfen haben.

Die Europäische Union hat die Zölle auf Elektrofahrzeuge aus China auf bis zu 45 Prozent erhöht und damit die Handelsspannungen zwischen zwei der weltgrößten Exportmächte verschärft.

Namhafte europäische Autobauer wie die Mercedes-Benz Group AG und die BMW AG betreiben Lobbyarbeit gegen die Zölle, weil sie befürchten, der Handelsstreit könnte ihre Umsätze in China in einer ohnehin schwierigen Zeit beeinträchtigen.

Anfang dieser Woche kündigte der oberste Arbeitnehmervertreter der Volkswagen AG Pläne an, wonach Europas größter Automobilhersteller mindestens drei Fabriken in Deutschland schließen werde.

Europäische Staats- und Regierungschefs wappnen sich für wirtschaftliche Folgen

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz gratulierte Trump zu seinem Sieg.

„Deutschland und die USA arbeiten seit langem erfolgreich zusammen, um Wohlstand und Freiheit auf beiden Seiten des Atlantiks zu fördern. Wir werden dies zum Wohle unserer Bürger auch weiterhin tun“, sagte Scholz.

Später telefonierten Scholz und der französische Präsident Emanuel Macron allerdings auch darüber, wie eine zweite Amtszeit Trumps für Europa aussehen könnte.

Die Vorsitzende des britischen Außenausschusses, Emily Thornberry, äußerte sich besorgt über Trumps mögliche Zölle und warnte vor der „abschreckenden Wirkung“, die diese auf die Wirtschaft sowohl des Vereinigten Königreichs als auch der EU haben könnten.

Da die USA einer der größten Handelspartner Großbritanniens sind, betonte sie die möglichen Auswirkungen von Zöllen von 20 % auf europäische Importe bis hin zu 200 % auf Waren aus China.

Während Trump seine antieuropäische Handelsrhetorik verschärft, deuten die Auswirkungen auf die europäischen Autohersteller und die Gesamtwirtschaft darauf hin, dass es zu einem Rückschlag für die Handelsbeziehungen kommen könnte, die bislang die wirtschaftliche Stabilität auf beiden Seiten des Atlantiks gestützt hatten.