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Ölpreise fallen bei starkem Dollar; ein Sieg Trumps könnte sich langfristig negativ auswirken

Ölpreise fallen bei starkem Dollar; ein Sieg Trumps könnte sich langfristig negativ auswirken
Sayantan Sarkar
06. Nov. 2024, 07:35 AM
  • Die Ölpreise fielen um über 1 %, während der Dollar angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines Siegs Trumps bei den US-Wahlen stieg.
  • Experten gehen davon aus, dass ein Sieg Trumps den Ölpreis kurzfristig stützen, langfristig jedoch negativ beeinflussen könnte.
  • Die US-Rohölvorräte sind letzte Woche um 3,13 Millionen Barrel gestiegen, was den Preisdruck weiter erhöht hat.

Die Ölpreise fielen am Mittwoch um mehr als 1 %, während der Dollar aufgrund von Wetten auf einen Sieg des Republikaners Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen stark anstieg.

Berichten zufolge ist der Ausgang des Duells jedoch noch zu ungewiss, um einen Gewinner vorherzusagen.

Ein stärkerer Dollar macht Rohstoffe wie Öl für ausländische Käufer teurer.

Dies begrenzt die Nachfrage und drückt die Preise.

Zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels lag der Preis für Rohöl der Sorte West Texas Intermediate um 1,5 % niedriger bei 70,93 USD pro Barrel.

An der Intercontinental Exchange kostete der Preis für Brent-Rohöl 74,39 Dollar pro Barrel, ein Rückgang von 1,5 Prozent.

US-Wahlergebnisse im Fokus

Trump liegt derzeit in allen sieben Swing States vorn, nachdem sein Sieg in North Carolina bereits bekannt gegeben wurde.

Sollte aus diesem Vorsprung ein klarer Sieg werden, dürfte Trump der nächste US-Präsident werden.

Alle ersten Anzeichen deuten auf einen Sieg Trumps hin, was den Ölmarkt unter Druck setzt, da sowohl die Renditen als auch der Dollar stark gestiegen sind.

„Öl wird wahrscheinlich anfällig für breitere Marktbewegungen sein, da der Ausgang der US-Wahlen klarer wird“, erklärten die Analysten der ING Group in einer Mitteilung.

Auch wenn die Ölpreise am Mittwoch niedriger sind, könnte ein Sieg Trumps dem Rohstoff Analysten zufolge kurzfristig Auftrieb geben.

Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie der ING Group, sagte:

Trumps Sieg könnte langfristig pessimistisch sein

Allerdings könnte das Szenario auf lange Sicht ganz anders aussehen, wenn Trump zum zweiten Mal ins Weiße Haus einzieht.

Trumps Politik unterstützt die Förderung von Öl- und Gasbohrungen auf US-Bundesgebieten. Er hat auch seine Unterstützung für die Ölproduzenten im Land deutlich zum Ausdruck gebracht.

Die USA sind der größte Ölproduzent der Welt.

Zudem glauben Experten, dass Trump die Sanktionen gegen die russische Ölversorgung auf Kosten eines Friedensabkommens mit der Ukraine lockern könnte.

Dies dürfte zu einer Angebotssteigerung und einer Normalisierung der Öllieferungen aus Russland, einem der größten Ölproduzenten, führen.

Patterson bemerkte:

US-Aktien steigen

Unterdessen meldete das American Petroleum Institute am späten Dienstag, dass die Ölvorräte in den USA in der Woche bis zum 1. November um 3,13 Millionen Barrel gestiegen seien.

Einer von Reuters durchgeführten Umfrage zufolge würden die Lagerbestände in den USA in der vergangenen Woche um 1,1 Millionen Barrel steigen.

Der massive Lageraufbau übte am Mittwoch weiteren Druck auf die Ölpreise aus.

Allerdings zeigte der Bericht, dass die Benzinvorräte um 928.000 Barrel sanken, was weitgehend der Reuters-Umfrage entspricht.

Darüber hinaus sanken die Destillatebestände um 852.000 Barrel.

Der offizielle Wochenbericht der US Energy Information Administration wird später am Mittwoch veröffentlicht.

Tropensturm Rafael im Fokus

Der tropische Sturm Rafael, der auf den Golf von Mexiko zusteuert, könnte die Ölversorgung aus der Region unterbrechen.

Einem Reuters-Bericht zufolge könnte sich Rafael zu einem Hurrikan der Kategorie 2 entwickeln und diese Woche die US-Ölproduktion um etwa 4 Millionen Barrel beeinträchtigen.

Große US-amerikanische Öl- und Gasunternehmen haben bereits Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und Anlagen geschlossen.