Fed-Beamter warnt: Trumps Zollplan birgt das Risiko einer Wiederbelebung der Inflation

Fed-Beamter warnt: Trumps Zollplan birgt das Risiko einer Wiederbelebung der Inflation
Deepali Singh
11. Nov. 2024, 11:01 AM
  • Neel Kashkari, Präsident der Fed von Minneapolis, warnt, dass Trumps Zollvorschläge die Inflation verschlimmern könnten.
  • Kashkari betont, dass die Gefahr von Vergeltungszöllen durch globale Handelspartner bestehe.
  • Trumps Plan sieht allgemeine Zölle auf alle Importe vor, wobei für Waren aus China ein Zollsatz von 60 Prozent gelten soll.

Neel Kashkari, Präsident der US-Notenbank von Minneapolis, hat vor den möglichen inflationären Folgen der Zollpläne des designierten Präsidenten Donald Trump gewarnt.

In einem Interview mit der CBS-Sendung „Face the Nation“ warnte Kashkari, einmalige Zölle dürften zwar „langfristig keinen Effekt auf die Inflation haben“, das Risiko liege aber in möglichen Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder.

Die Gefahr eines globalen Handelskriegs: Ein „Wie du mir, so ich dir“-Szenario

Kashkari betonte, dass es zu einer Eskalation nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ kommen könne, bei der die Zölle eines Landes Vergeltungsmaßnahmen anderer Länder auslösen und so einen Handelskrieg auslösen könnten.

„Wenn es zu einem Schlagabtausch kommt und ein Land Zölle erhebt und dann reagiert und die Lage eskaliert“, erklärte Kashkari, „dann wird die Lage noch besorgniserregender und, ehrlich gesagt, auch viel ungewisser.“

Diese Unsicherheit stellt eine erhebliche Bedrohung für die laufenden Bemühungen der Fed zur Kontrolle der Inflation dar.

Trumps Zollplan: Universelle Importzölle und Fokus auf China

Während seiner ersten Amtszeit begann Trump einen Handelskrieg mit China, indem er Importzölle auf chinesische Waren erhob, was China zu Vergeltungszöllen veranlasste.

Trumps aktueller Vorschlag sieht allgemeine Zölle auf sämtliche Importe vor, mit einem besonders hohen Satz von 60 Prozent auf Waren aus China.

Dieser aggressive Ansatz hat bei Ökonomen, Wall-Street-Analysten und Branchenführern die Sorge vor einem erneuten Inflationsdruck ausgelöst, zumal die Inflation erst vor Kurzem begonnen hat, von den Höchstständen der Pandemie-Ära nachzulassen.

Der Kampf der Fed gegen die Inflation: Fortschritte und Unsicherheit

„Wir haben bei der Senkung der Inflation große Fortschritte gemacht“, räumte Kashkari ein.

„Ich meine, ich möchte noch nicht den Sieg verkünden. Wir müssen die Arbeit zu Ende bringen, aber im Moment sind wir auf einem guten Weg.“

Die Fed hat vor Kurzem ihre zweite Zinssenkung in Folge durchgeführt und damit ihre Geldpolitik weiter gelockert, da sich die Inflation dem Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank nähert.

Kashkari deutete an, dass es im Dezember – abhängig von den kommenden Konjunkturdaten – zu einer weiteren Zinssenkung kommen könnte.

Unabhängigkeit der Fed: Umgang mit politischem Druck

Auch Trumps andere politische Vorschläge, etwa ein umfassender Einwanderungsplan, haben ungewisse Auswirkungen auf die Inflation.

Die Fed verfolgt einen abwartenden Ansatz und beobachtet sorgfältig die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen, bevor sie ihre Politik anpasst.

Sowohl Trump als auch prominente Unterstützer wie Tesla-CEO Elon Musk haben den Wunsch geäußert, die politischen Entscheidungen der Fed zu beeinflussen.

Allerdings erachtet die Notenbank ihre politische Unabhängigkeit als entscheidend dafür, objektive geldpolitische Entscheidungen treffen zu können, die ausschließlich auf der Gesundheit der US-Wirtschaft und nicht auf politischen Anreizen basieren.

Kashkari drückte sein Vertrauen in die Fähigkeit der Fed aus, ihre Unabhängigkeit zu wahren, und erklärte: „Ich bin zuversichtlich, dass wir uns weiterhin auf unsere wirtschaftlichen Aufgaben konzentrieren werden. Das sollte bestimmen, was wir tun, und das bestimmt, was wir tun.“