Invezz

Raus aus den Wolkenkratzern: Warum Mieter in den USA die Großstädte verlassen

Raus aus den Wolkenkratzern: Warum Mieter in den USA die Großstädte verlassen
Deepali Singh
11. Nov. 2024, 13:44 PM
  • Die durchschnittlichen Mietzahlungen in den USA sind im vergangenen Jahr um 3,7 % gestiegen.
  • Mieter ziehen in günstigere Wohnungen oder in preisgünstigere Städte um.
  • Auch Gutverdiener steigen in eine niedrigere Wohnung um, um Miete zu sparen.

Angesichts steigender Mietpreise suchen immer mehr Amerikaner Zuflucht in günstigeren Regionen des Landes.

Ein neuer Bericht der Bank of America, der auf Einlagendaten von rund 45 Millionen Kunden basiert, zeigt eine deutliche Verschiebung der Migrationsmuster, da Mieter mit der anhaltenden Krise der Erschwinglichkeit von Wohnraum zu kämpfen haben.

Herabstufung und Umzug: Strategien der Mieter im Umgang mit der Inflation

Der Bericht der Bank of America ergab, dass die durchschnittliche Miete im vergangenen Jahr um 3,7 % gestiegen ist, also einen ganzen Prozentpunkt weniger als die gemeldete Mietinflationsrate.

Diese Diskrepanz lässt darauf schließen, dass Mieter aktiv nach Möglichkeiten suchen, die Auswirkungen steigender Wohnkosten abzumildern.

„Die Verbraucher würden lieber ihre Koffer packen, als eine höhere Miete zu zahlen“, erklärte Joe Wadford, Ökonom am Bank of America Institute, gegenüber „Make It“ von CNBC.

„Die erste ist der Umzug in eine weniger teure Stadt, und dann gibt es einen steigenden Anteil von Menschen, die Geld sparen und auf Nummer sicher gehen, indem sie innerhalb der gleichen Stadt in eine niedrigere Kategorie ziehen.

Von der Küste bis ins Landesinnere: der Reiz des Südens und Mittleren Westens

Entsprechend den während der Pandemie beobachteten Migrationstrends ziehen Mieter aus den teuren Küstenstädten im Westen und Nordosten in günstigere Optionen im Süden und Mittleren Westen.

Mieter, die in den Süden zogen, erlebten lediglich einen Anstieg der Neumieten um 2 %, was deutlich unter der Inflationsrate lag.

Dieser Kostenvorteil macht diese Regionen für preisbewusste Privatpersonen besonders attraktiv.

Auch Gutverdiener verkleinern sich: Trend bei sechsstelligen Einkommen

Der Trend zum Umziehen in günstigere Wohnungen ist sogar unter Gutverdienern weit verbreitet, insbesondere unter jenen, die über 125.000 Dollar im Jahr verdienen.

Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen im Nordosten, wo Mieter mit höherem Einkommen, die in derselben Stadt blieben, im dritten Quartal dieses Jahres 6 % weniger für ihre neue Miete zahlten.

Diese Daten legen den Schluss nahe, dass selbst wohlhabende Mieter aktiv nach Möglichkeiten suchen, ihre Wohnkosten zu senken.

Exodus und Zustrom: Eine Kartierung der Migration

Der Bericht der Bank of America identifizierte die acht Städte mit der größten Abwanderung von Mietern:

Umgekehrt verzeichneten die folgenden acht Städte den größten Zustrom an neuen Mietern:

Diese Migration unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen hinsichtlich der Erschwinglichkeit von Wohnraum in vielen großen Städten der USA und die wachsende Attraktivität günstigerer Alternativen, insbesondere im Süden und Mittleren Westen.

Da die Mietinflation weiterhin die Haushaltsbudgets beeinflusst, wird sich der Trend, dass Mieter nach günstigeren Wohnmöglichkeiten suchen, wahrscheinlich fortsetzen.