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Elliott Management nimmt Honeywell mit 5-Milliarden-Dollar-Beteiligung ins Visier und drängt auf umfassende Umstrukturierung

Elliott Management nimmt Honeywell mit 5-Milliarden-Dollar-Beteiligung ins Visier und drängt auf umfassende Umstrukturierung
Wajeeh Khan
12. Nov. 2024, 17:19 PM
  • Elliott möchte, dass Honeywell seine Geschäftsbereiche Luft- und Raumfahrt und Automatisierung trennt.
  • Das Unternehmen geht davon aus, dass ein solcher strategischer Schritt bis 2026 zu einem Aufwärtspotenzial von bis zu 75 % führen wird.
  • Die Honeywell-Aktie wird am Dienstag bereits auf einem Rekordhoch von 235 Dollar gehandelt.

Honeywell International Inc. (NASDAQ: HON) steht unter Druck von Elliott Management, nachdem der aktivistische Investor eine Beteiligung von über 5 Milliarden Dollar an dem Industriegiganten bekannt gegeben hatte.

Elliott drängt Honeywell dazu, seine Geschäftsbereiche Luft- und Raumfahrt und Automatisierung aufzuspalten. Dieser Schritt könnte seiner Meinung nach erhebliche Wertsteigerungen mit einem Potenzial von bis zu 75 Prozent bis 2026 ermöglichen.

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, da der Aktienkurs von Honeywell einen Rekordwert erreicht, was den Einsatz dieser potenziellen Umstrukturierung erhöht.

In einem Brief an Honeywell vom Dienstag argumentierte Elliott Management, dass die traditionelle Konglomeratstruktur des Unternehmens nicht mehr in dessen Interesse sei.

„Die Konglomeratstruktur, die einst für Honeywell geeignet war, ist nicht mehr geeignet“, erklärte der aktivistische Investor.

Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass durch die Trennung der Luft- und Raumfahrt- und Automatisierungsgeschäfte von Honeywell Betriebsabläufe rationalisiert, Ineffizienzen beseitigt und letztlich der Wert für die Aktionäre gesteigert werden könnte.

Honeywell hat den Vorschlag zur Kenntnis genommen und bestätigt, dass das Unternehmen mit dem Management von Elliott zusammenarbeiten wird und dabei die Ansichten aller seiner Aktionäre berücksichtigt.

Allerdings hatte das Unternehmen in den letzten Jahren mit einer komplexen Unternehmensstruktur und einer unzureichenden Kommunikation mit Investoren zu kämpfen, was zu seiner unterdurchschnittlichen Leistung im Vergleich zu Konkurrenten in der Industriebranche beitrug.

Elliott hat diese Probleme sowie ein angeschlagenes Portfolio als Gründe für die schwache Marktposition von Honeywell genannt.

Honeywells Leistung und Elliotts Gründe für eine Abspaltung

Die Luft- und Raumfahrtabteilung von Honeywell, die von Elliott als das „Kronjuwel“ des Unternehmens bezeichnet wird, hat durchweg starke Leistungen erbracht.

Der aktivistische Investor wies jedoch darauf hin, dass die Abteilung nur einen kleinen Teil von Honeywells Budget für Fusionen und Übernahmen (M&A) erhalten habe – gerade einmal zehn Prozent der in den letzten zwei Jahrzehnten ausgegebenen Mittel.

Trotzdem erwirtschaftet die Luft- und Raumfahrt weiterhin erhebliche Cashflows für das Unternehmen.

Elliott argumentiert, dass durch die Aufspaltung von Honeywell in zwei eigenständige Einheiten – die sich jeweils auf die Luft- und Raumfahrt bzw. Automatisierung konzentrieren – zwei stärker fokussierte und potenziell wertvollere Unternehmen entstehen würden.

Beide Geschäftsbereiche verfügen bereits über eigene CEOs und Backoffice-Abteilungen, was die vorgeschlagene Aufspaltung praktikabler macht.

Derzeit bleiben Honeywell-Aktien mit einer Dividendenrendite von 1,93 % eine attraktive Option für Einkommensinvestoren.

Die Wall-Street-Analysten stufen die Honeywell-Aktie einhellig als „Übergewichten“ ein, was das Vertrauen in das langfristige Potenzial des Unternehmens trotz der jüngsten Herausforderungen widerspiegelt.

HON war bei der Zuteilung von M&A-Dollars nicht umsichtig

Elliotts Vorschlag steht im Einklang mit einem allgemeinen Trend in der Industrie, wo Konglomerate einem zunehmenden Druck ausgesetzt sind, sich in kleinere, fokussiertere Unternehmen aufzuspalten.

General Electric (GE) ist ein bemerkenswertes Beispiel: Im Jahr 2024 wurde GE in drei separate Unternehmen aufgespalten: GE Aerospace, GE Vernova und GE Healthcare.

Elliott selbst hatte bereits 2019 auf eine Aufspaltung von Marathon Petroleum gedrängt und damit die Strategie des aktivistischen Investors unterstrichen, sich für rationalisiertere und effizientere Geschäftsmodelle einzusetzen.

„Der von uns vorgeschlagene Weg ist nicht neu und wir sind überzeugt, dass viele ihn dem Vorstand und der Geschäftsleitung von Honeywell bereits vorgeschlagen haben“, fügte Elliott in seinem Brief hinzu.

Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Luft- und Raumfahrt- sowie die Automatisierungssparte von Honeywell im Falle einer Umsetzung als eigenständige Unternehmen jeweils mehr als 100 Milliarden US-Dollar wert sein könnten.

Während Honeywell diese kritische Phase bewältigt, wird der Druck des Elliott-Managements wahrscheinlich die anhaltenden Debatten über die Zukunft industrieller Konglomerate und die möglichen Vorteile eines fokussierteren, rationalisierten Ansatzes anheizen.