UBS senkt Prognose für China-Aktien angesichts möglicher US-Zölle und schwacher Konjunkturmaßnahmen

UBS senkt Prognose für China-Aktien angesichts möglicher US-Zölle und schwacher Konjunkturmaßnahmen
Vatsala Gaur
12. Nov. 2024, 17:51 PM
  • UBS senkt ihr Ziel für Mitte 2025 für den MSCI China Index von 76 auf 67.
  • Trumps Wiederwahl verschärft die Handelsspannungen zwischen den USA und China aufgrund möglicher neuer Zölle.
  • Der MSCI China Index fiel am Dienstag auf 67, nachdem er im Oktober mit 76 seinen Höchststand erreicht hatte.

UBS Global Wealth Management, der weltgrößte Vermögensverwalter mit einem verwalteten Vermögen von 6,2 Billionen US-Dollar, hat seine Prognose für chinesische Aktien aufgrund zunehmender Sorgen über mögliche US-Zölle und einer enttäuschenden inländischen Konjunkturreaktion gesenkt.

Das Schweizer Institut korrigierte sein Ziel für Mitte 2025 für den MSCI China Index, der rund 700 chinesische Inlands- und Auslandsaktien abbildet, von 76 auf 67 nach unten.

Zudem wurde das Ziel für Ende 2025 von 79 auf 74 gesenkt.

„Die durch die Zölle verursachte Volatilität und die Enttäuschung über die Konjunkturmaßnahmen dämpfen die Stimmung der weltweiten Anleger, insbesondere da die Rückkehr des ehemaligen Präsidenten Donald Trump die geopolitischen Risiken erhöht“, erklärte UBS in einem am Montag veröffentlichten Bericht, wie die South China Morning Post berichtete.

MSCI China Index sinkt aufgrund von Stimmungsumschwung

Nach einer Phase der Kursgewinne, die auf eine Reihe von Maßnahmen zur Stabilisierung der chinesischen Wirtschaft zurückzuführen war, gab der MSCI China Index, der Anfang Oktober mit 76 Punkten seinen Höchststand erreicht hatte, seine Gewinne wieder ab und fiel am Dienstag auf 67 Punkte.

Die anfängliche Erholung, die durch den Optimismus hinsichtlich neuer politischer Maßnahmen ausgelöst worden war, flaute ab, da die Konjunkturmaßnahmen die Erwartungen der Anleger nicht erfüllten.

Zu diesen Problemen kommt noch die mögliche Veränderung der Beziehungen zwischen den USA und China hinzu.

Trumps Wiederwahl und die vorgeschlagenen Zölle von zehn bis 20 Prozent auf alle Importe, darunter eine 60-prozentige Erhöhung auf chinesische Waren, haben die Sorge vor anhaltenden Handelsspannungen geschürt.

Seine Ernennung der bekannten China-Kritiker Marco Rubio und Mike Waltz zum Außenminister bzw. zum Nationalen Sicherheitsberater unterstreicht diese Entwicklung.

Chinas jüngstes Konjunkturpaket weckt kein Vertrauen

Zwar hat Peking ein umfangreiches Schuldentilgungspaket im Umfang von 10 Billionen Yuan (1,4 Billionen US-Dollar) für die Lokalregierungen angekündigt, doch Marktanalysten argumentieren, dass dies weder ausreicht, um den Konsum anzukurbeln, noch den angeschlagenen Immobiliensektor wiederzubeleben.

Laut Daiwa Capital Markets wird das Ausbleiben substanzieller, „inkrementeller Anreize“ die Erwartungen der Anleger dämpfen und vermutlich in naher Zukunft einen Marktrückgang auslösen.

„Die Reaktion der Börse in dieser Woche unterstreicht den langfristigen Pessimismus hinsichtlich der Beziehungen zwischen China und den USA“, bemerkte Zhaopeng Xing, Analyst bei ANZ Research.

Chinas Immobilienmarkt bleibt schwach, Verbraucher halten sich mit Ausgaben zurück

Der chinesische Immobilienmarkt, einst ein wichtiger Wachstumsmotor, schwächelt weiterhin und untergräbt das Vertrauen in die Wirtschaft.

Trotz staatlicher Bemühungen zwingt die Unsicherheit hinsichtlich der Beschäftigung und der wirtschaftlichen Aussichten chinesische Haushalte dazu, ihre Ausgaben einzuschränken.

E-Commerce-Giganten wie Alibaba und JD.com haben zu Beginn des Jahres ihre Singles‘ Day-Verkäufe eingeführt, um angesichts der gedämpften Wirtschaftslage das Interesse der Verbraucher zu wecken.

Der erwartete Aufschwung der Konsumgüteraktien wurde jedoch durch allgemeinere Sorgen hinsichtlich des politischen Umfelds überschattet.

Die nächste Phase für chinesische Aktien bleibt ungewiss und die Anleger beobachten aufmerksam jede Änderung der Konjunkturimpulse oder der internationalen Handelsdynamik.